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Klimafreundliche Landwirtschaft: Jetzt handeln!

Eingerollte, zum Teil braun verbärbte Blätter in Maiskultur.

Mit dem Klimawandel wird Wassermangel auch in der Schweiz zunehmen. Vertrockneter Mais im Frühsommer 2011.

(18.07.11) 

Wer erinnert sich? Im Frühling veröffentlichten das BLW, IP-Suisse und Bio Suisse Berichte zur klimafreundlichen Landwirtschaft. Der Frühling war trocken und Klimawandel war in aller Munde. Mittlerweile dominieren wieder andere Themen. Klimawandel findet aber nicht innert Wochen statt, er ist langfristig. Ebenso sind es die Massnahmen dagegen. Darum nehmen wir diese Publikationen wieder hervor.

Einerseits gibt es eine Fülle konkreter, wichtiger Handlungsempfehlungen:

  • Düngung
    Richtige Wahl von Menge und Zeitpunkt der Düngergaben. Zuviel verfügbarer Stickstoff führt zu grossen unnötigen Emissionen.
  • Hofdünger
    Relativ einfach lassen sich die Lagerung (Schwimmfolien oder stabile Schwimmschicht) und Ausbringung (kühl, feucht, windstill, abends) verbessern.
  • Humusaufbau
    Humusaufbau ist gleichbedeutend mit Bodenkohlenstoffspeicherung. Organische Dünger, Fruchtfolgen mit Kleegras und schonende Bodenbearbeitung tragen dazu bei.

Andererseits muss man in grossen Zusammenhängen denken. Alle betonen die Rolle der Konsumenten und andere Aspekte jenseits der Landwirtschaft. Die BLW-Klimastrategie ist dabei visionär: die Landwirtschaft soll bis 2050 einen Drittel ihrer Treibhausgasemissionen reduzieren. Im Ernährungssektor insgesamt sollen die Emissionen mit geänderten Konsum- und Produktionsmustern um zwei Drittel sinken.

Wesentlich dazu beitragen würde die Reduktion der Nahrungsmittelabfälle, durch die in den Industrieländern 30 bis 40 Prozent der Produktion verschwendet werden. Näher beim Landwirt sind Massnahmen, die Konsum und Produktion zusammen betreffen. Produkte von Zweinutzungsrassen und resistenten Obstsorten mit weniger Spritzbedarf bedürfen der Akzeptanz der Konsumenten. Tiefere Bestockungsraten erlauben klimaneutrale Weidehaltungssysteme. Dies bedingte aber reduzierten Fleischkonsum, da ein Ersatz durch Importe natürlich nichts bringen würde.

Aus der Lektüre dieser Publikationen wird klar, was getan werden kann. Gerade bei den letztgenannten Massnahmen stellt sich die Frage, wer handeln muss. Die Antwort lautet: alle. Produzenten, Konsumenten, Händler und Politik sollen eng zusammenarbeiten. Untätigkeit mit dem Hinweis, die jeweils anderen sollten beginnen, schadet.

Egal welches Wetter dieses Jahr noch bringen wird, der Klimawandel bleibt aktuell. Vergessen wir ob dem Tagesgeschäft also nicht, zu handeln. Jetzt.

Weiterführende Informationen

Klimaschutz und Biolandbau (Webseite FiBL)

Im Merkblatt «Klimaschutz auf Biobetrieben» sind 37 konkrete Massnahmen aufgeführt, die von Bauern und Bäuerinnen ergriffen werden können. Das Merkblatt kann gratis abgerufen oder für neun Franken als Ausdruck bezogen werden.
Merkblatt Klimaschutz auf Biobetrieben (FiBL-Shop)