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Umstellung

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Hansueli Dierauer
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Pflanzenbau in der Umstellungszeit

Fruchtfolge

Damit die Kulturen auf einem Biobetrieb gut gedeihen, muss die Fruchtfolge vielfältig sein. Um gegen Krankheiten sicher vorzubeugen, müssen die Anbaupausen (zeitlicher Abstand zwischen dem Anbau der gleichen Kultur auf dem gleichen Feld) eher grösser sein als im konventionellen Landbau. Wenn ein hoher Anteil Hackfrüchte die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit gefährdet, muss er reduziert werden. Knospe-Betriebe müssen mindestens 20 Prozent Kunstwiese in die Fruchtfolge einbauen.

Unkrautregulierung

Im Biolandbau will man die Unkräuter eindämmen, aber nicht unbedingt ein „100 Prozent sauberes“ Feld. Der Biolandwirt hat das Ziel, die Unkräuter so weit zu dezimieren, dass die Kulturpflanzen die Oberhand gewinnen können. Er bekommt das Unkraut mit einer angepassten Fruchtfolge, intensiver Stoppelbearbeitung und mechanischer Unkrautbekämpfung in den Griff. Im Ackerbau ist Handarbeit bei den Zuckerrüben (in der Reihe) und manchmal beim Soja notwendig, nicht aber bei den übrigen Kulturen. Die Herbizidkanister durch Kenntnisse und Erfahrung zu ersetzen ist eine spannende Herausforderung für den angehenden Biolandwirt.

Düngung

Ein viehschwacher Betrieb darf Hofdünger von Nichtbiobetrieben zuführen, sofern in der Nähe zuwenig Biohofdünger zur Verfügung steht. Der Hofdünger muss aber zumindest von Betrieben stammen, die mit einem Label nachweisen können, dass auf ihrem Hof keine GVO eingesetzt werden. Es ist auch möglich, organische Handelsdünger zuzuführen, diese sind aber teuer. Wichtig ist, dass die Stickstoffproduktion durch die Leguminosenarten zu nutzen (Gründüngungen, Körnerleguminosen, Kleegras). FiBL-Versuche haben bestätigt, dass Eiweisserbsen als Vorfrucht vor Mais dessen Ertrag stark erhöhen.

Getreide

Biogetreide kann relativ einfach und rentabel produziert werden. Langhalmige Sorten unterdrücken das Unkraut gut. Mit dem Hackstriegel ist eine schlagkräftige Unkrautregulierung möglich. Weil kein leichtlöslicher Stickstoff eingesetzt wird, lagert Biogetreide selten. 

Raps

Bis zwei Wochen nach dem Auflaufen des Rapses ist es möglich, gegen die Schnecken Ferramol oder Adalan einzusetzen. Die Feldbestellung muss sorgfältig und mit einer reichlichen Hofdüngergabe erfolgen, damit der Raps gut gedeiht und einen Rapsglanzkäferbefall erträgt. Es gibt gegen den Käfer noch keine befriedigende Bekämpfungsmethode, Agroscope und FiBL arbeiten aber intensiv daran.

Mais

Diese heute auch biologisch recht einfach anzubauende Kultur ist als Futter sehr beliebt. In einigen Gegenden machen während des Auflaufens die Krähen Probleme: sie zupfen die Jungpflanzen aus dem Boden. Mit Abschreckungsmassnahmen (Ballone, Bänder usw.) wird versucht, die Tiere vom Feld fern zu halten. Durch den weiten Zeilenabstand ist der Boden lange ungeschützt und damit der Erosion ausgesetzt. Zudem benötigt die Kultur sehr viel Nährstoff. Mais wird deshalb auf Biobetrieben zurückhaltend angebaut.

Kartoffeln

Die Kartoffeln werden auf den besten Böden des Betriebes angebaut. Für die Regulierung der der Krautfäule können interessante Informationen ab der Webseite von Agroscope bezogen werden:  www.phytopre.ch. Zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers steht das Bacillus thuringiensis-Präparat Novodor zur Verfügung.

Folgende Massnahmen tragen zu einer guten Knollenqualität bei:

  • Nicht im 2. und 3. Jahr nach Kunstwiese anbauen (Drahtwürmer!)
  • Mist nicht direkt zu den Kartoffeln, sondern zur Vorkultur geben.
  • Direkt zur Kultur eher organische Handelsdünger statt Hofdünger geben.

Körnerleguminosen

Die Körnerleguminosen sind wichtige Stickstofflieferanten. Vorteilhaft ist der Anbau mit einer Stützfrucht (Gerste oder Triticale). Damit kann die Lagerung weitgehend verhindert und die Unkrautunterdrückung verbessert werden.