Marktsituation Biozuckerrüben
Die Ernte 2011 war für die Bio-Zuckerrüben Produzenten ein Erfolg. Anstelle der kontingentierten knapp 16'000 Tonnen wurden rund 26'000 Tonnen abgeliefert. Dadurch erhöhte sich die produzierte Menge Bio-Zucker auf rund 3'000 Tonnen.
Anders als im August 2009 hat die Interprofession dieses Jahr beschlossen, trotz der Mehrmengen die Produktion von Bio-Zucker in 2012 nicht auszusetzen. Die Bedingungen für die Produzenten bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert: Der Produzentenpreis für Knospe-Zuckerrüben liegt nach wie vor bei 132 Fr. pro Tonne, die Quote bleibt bei 2'200 Tonnen Biozucker.
Noch 8 Produzenten
Seit Beginn des Bio-Zuckerrübenanbaus vor acht Jahren ist die Anzahl der Produzenten in der Schweiz von neunundzwanzig auf acht gesunken. Die acht verbliebenen Produzenten haben im Jahr 2011 auf einer Fläche von nur noch 14 ha Zuckerrüben angepflanzt. Im Vergleich zur konventionellen Anbaufläche von 18'000 ha lediglich eine Nischenproduktion. Dabei passen Zuckerrüben gut in die Fruchtfolge von Bio-Ackerbaubetrieben und liefern begehrte Nebenprodukte wie Rübenschnitzel und Melasse.
Aufwand senken…
Daniel Böhler vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick (FiBL) sieht den Hauptgrund für den Rückgang der Bio-Rübenfläche in der mangelnden Wirtschaftlichkeit. „Die Wirtschaftlichkeit des Bio-Zuckerrübenanbaus steht und fällt im Wesentlichen mit den aufgewendeten Handarbeitsstunden für das Jäten. Dieser Aufwand hängt mit der Wahl einer geeigneten Parzelle, der Vorfrucht und der Unkrautregulierung vor der Saat zusammen.“ Erhebungen des FiBL aus den Jahren 2001 - 2003 zeigen, dass Biorübenproduzenten je nach Betrieb zwischen 80 und 330 Arbeitsstunden pro Hektare alleine für das Jäten von Hand aufgewendet haben. Durchschnittlich müssen rund 180 Handarbeitsstunden pro Hektare eingesetzt werden. Insbesondere das Unkraut in den Reihen kann nach wie vor nur mit Handarbeit effizient bekämpft werden. Damit der Bio-Zuckerrübenanbau aber wirtschaftlich interessant wird, müsste der Handarbeitsaufwand pro Hektare deutlich unter 150 Stunden gedrückt werden können.
…oder Preise erhöhen
Bleibt die Frage, ob an der Preisschraube gedreht werden könnte, um den Rübenanbau kurzfristig lukrativer zu machen. Nach dem Entscheid der Interprofession Zucker, den Produzentenpreis für Bio-Rübenzucker auch im Jahr 2012 bei 132 Fr./t zu belassen, scheint dies unrealistisch. Umso mehr, als auch die Grossverteiler die Zahlungsbereitschaft der Kunden für Schweizer Bio-Rübenzucker eher gering einschätzen. Die Zukunft des Bio-Zuckerrübenanbaus in der Schweiz bleibt damit ungewiss.




