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Hans-Georg Kessler
Produktmanager Fleisch und Geflügel
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Schwein
Martksituation
Bioschweine sind wieder rentabel!
Sehr erfreulich ist die hohe Nachfrage nach Bio-Schweinefleisch. Nach dem Einbruch des Bio-Schweinemarktes in den Jahren 2005/06 – einige Bio-Schweineproduzenten sind damals ausgestiegen – hat sich dieser deutlich erholt. Coop steigerte seit Anfang 2007 die Nachfrage dank einer durchdachten Strategie bei der Platzierung von Biofleisch in Abhängigkeit des Standorts der Filialen und dank der Lancierung einer attraktiven Palette von verarbeiteten Produkten. Coop könnte wöchentlich das Fleisch von 300 Bioschweinen absetzen. Im ersten Quartal 2008 wurde der wichtigste Bio-Abnehmer aber nur mit durchschnittlich 220 Bioschweinen beliefert. Coop bedauert, dass die Chance zur Entwicklung des Bio-Schweinemarkts nicht genutzt wird. – Doch nicht nur Coop, auch die Bio-Metzger, die Fidelio, die Migros und andere sind gute Abnehmer von Bioschweinen.
Gesuchte Biojager
In Anbetracht der guten Nachfrage nach Bio-Schlachtschweinen und wegen der Pflicht zur Einstallung von Biojagern sind diese sehr gesucht. Während die Preise für konventionelle Jager im 2. Quartal 2008 merklich sanken, sind die Preise bei den Biojagern gestiegen. Seit März 2008 liegt der Preis auf der 10-Franken-Marke und ist bis Juni auf Fr. 10.80 pro kg für 20 kg-Jager gestiegen! Die Rentabilität der Bio-Schweinezucht hat sich damit im Vergleich zu den „schlechten Zeiten“ von 2005/2006 um rund zwei Drittel verbessert. Und auch für den Biomäster wird die Situation interessant bei einem Preis von Fr. 7.- ab Stall. Speziell gesucht sind die Ferkel übrigens von Ende April bis Juni – für die Alpschweine- und sommerlich-saisonalen Bio-Schweine-Haltungen.
Sichere Perspektiven
Schweinezyklus hin oder her – es wäre ein Fehler, die Chance in dieser Situation als Biotierhalter nicht zu nutzen. Gewiss belasten die künftig steigenden Futtermittelpreise die Rentabilität der Schweineproduktion. Weil von der Verteuerung der Futtermittel aber nicht nur der Bio-, sondern auch der konventionelle Markt betroffen ist und deshalb mit allgemeinen Preissteigerungen zu rechnen ist, relativiert sich das Problem. Denn die Differenz zu konventionellen Preisen ist ein wichtiger Faktor für die Marktchancen des Biofleischs. In dieser Hinsicht besteht bei den Konsumentinnen und Konsumenten eine grössere Preissensibilität als bei anderen Bioprodukten: Wird Biofleisch deutlich teurer als anderes (Label-)Fleisch, sinken die Verkäufe markant.
Um den Bioschweinemarkt zu beleben, haben Bio Suisse und Coop auch die vertraglichen Vereinbarungen für die Bioschweinehalter verbessert: Der Mindestpreis wurde von Fr. 5.30 auf Fr. 5.50 angehoben, der Mindest-Zuschlag vom QM- zum Bio-Preis auf Fr. 1.50 (bisher Fr. 1.20) und neu wurde ein Ziel-Zuschlag von Fr. 2.- definiert. – Von zentraler Bedeutung für einen funktionierenden Bioschweinemarkt ist aber die Mengensteuerung, welche von der Bio Pool AG durch die vertragliche Bindung umgesetzt wird.
Alternative zur Ferkelkastration
Für Bio-Schweinezüchter ist die Frage der künftigen Alternativ-Methode zur Ferkelkastration wichtig. Der Vorstand von Bio Suisse möchte das Schwergewicht bei der für den Biolandbau naheliegendsten Alternative legen, der Ebermast.
Für mehr Informationen siehe:







