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Hansueli Dierauer

Hansueli Dierauer
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Mit Pufferstreifen Kontamination durch chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel vermeiden

Pufferstreifen zwischen zwei Kulturen
Ein Pufferstreifen reduziert das Risiko einer Kontamination der Bioparzelle. Links konventioneller Raps, in der Mitte der Pufferstreifen, rechts Biodinkel.

Wenn konventionell bewirtschaftete Parzellen neben biologisch bewirtschafteten stehen, können chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auf die Bioparzelle abdriften. Ein Risiko ist vor allem dann gegeben, wenn bei der Ausbringung windige Verhältnisse herrschen, nicht professionelle Spritztechniken genutzt werden oder die Spritzgeräte nicht optimal eingestellt sind.

Das Risiko der Abdrift ist besonders hoch, wenn:

  • die konventionelle Nachbarkultur mehrere Male gespritzt wird.
  • chemische Fungizide oder Insektizide ausgebracht werden (da diese in kleineren und somit leichteren Tropfen ausgebracht werden als Herbizide).
  • die Bioparzelle in Hauptwindrichtung zur konventionellen Parzelle liegt.
  • der konventionelle Bauer keine besonderen Massnahmen zur Vermeidung von Abdrift unternimmt.
  • wenn sich Obstanlagen im nahen Umfeld der biologischen Parzellen befinden.

Zur Erfüllung seiner Sorgfaltspflicht muss der Biobauer alle Massnahmen ergreifen, um die Abdrift und die Kontamination seiner Ernte durch chemische Produkte zu verhindern. Aber auch der konventionelle Nachbar muss seine Sorgfaltspflicht erfüllen. Die Vorgaben im Gesetz sind zwar deutlich, und der Applikationsgenauigkeit und dem Umweltschutz bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln wird an und für sich grosse Wichtigkeit beigemessen. Die eigentliche Spritzpraxis aber wird nicht überprüft. Die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Gun beispielsweise ist nach wie vor auch in gut erschliessbaren Parzellen üblich. Leider fehlen bisher Anreize, nur noch Geräte mit einem geringen Abdriftpotenzial auf den Markt zu bringen.

Dementsprechend werden schon seit Jahren von Fachkreisen die folgenden Richtlinien zur Vermeidung von Abdrift gefordert (nach Büchi und Bigler, FAL, 2002):

  • Keine Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln bei Windgeschwindigkeit von mehr als 5 m/s sowie Temperaturen über 25 °C
  • Spritztechniken verwenden, die die Bildung kleiner Tropfen vermeidet, z.B. Injektordüsen.
  • Nahes Heranführen des Spritzbalkens an die zu behandelnde Kultur
  • Einhalten eines Schutzabstands von mindestens 3 Metern zu ökologischen Ausgleichsflächen
  • Feldrand eventuell mit anderer Spritztechnik behandeln, z.B. mit stark reduziertem Spritzdruck, was zu grösseren Tropfen führt, und mit reduzierter Traktorgeschwindigkeit.

Bei erhöhtem Risiko von Abdrift wird deshalb dringend empfohlen, einen pflegeleichten Pufferstreifen entlang der Grenze zur konventionellen Parzelle anzulegen. Dieser kann aus einer Kleegras-, Gründüngungs- oder Brachemischung bestehen. Ideal ist eine Breite von drei Metern, da dadurch die Pflege mit den üblichen Maschinen leicht möglich ist.