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Claudia Daniel
Entomologie
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Rapsglanzkäfer: allgemeine Angaben

Rapsglanzkäfer an Blütenknospen
Rapsglanzkäfer an Rapsblütenknospen
Rapsglanzkäfer beim Aufbeissen einer Rapsblütenknospe
Rapsglanzkäfer beim Aufbeissen einer Rapsblütenknospe
Rapsfeld, rechst mit hellem Schimmer von der Steinmehlspritzung
Versuch mit Steinmehlspritzung: rechts behandelt, links unbehandelt
Junge Rapspflanze von oben, mit hellen Flecken von der Steinmehlspritzung
Versuch mit Steinmehlspritzung: behandelte Rapspflanze

Ein wichtiger Gegenspieler im Rapsanbau ist der Rapsglanzkäfer. Die 2 mm kleinen Schädlinge wandern im Frühjahr bei Temperaturen über 15 °C von den Überwinterungsorten am Waldrand in die Felder ein. Dabei sind die Käfer sehr mobil und können pro Tag 1-3 km weit fliegen. Auf der Suche nach Pollen und Nektar zerbeissen die Käfer die Knospen, was zu unregelmässigen Schotenständen führt.

Im frühen Knospenstadium sind die Blüten am anfälligsten. Bei verlangsamter Pflanzenentwicklung sind Totalausfälle möglich. Eier und Larven des Käfers entwicklen sich in den Rapsblüten, gegen Ende der Blütezeit lassen sich die Larven zur Verpuppung zu Boden fallen. Zwei Wochen später schlüpfen die „neuen“ Käfer. Ab August suchen sie die Winterverstecke auf.

Der Flug der Käfer kann mit Gelbschalen oder Leimtafeln überwacht werden. Zur Erfassung der Schadenschwelle werden Klopfproben an den Pflanzen durchgeführt. Im integrierten Anbau liegt die Schadenschwelle bei 1-6 Käfern pro Pflanze, im Bioanbau werden mehr Käfer toleriert.

Für die Regulierung des Käfers stehen im Bioanbau präventive Ansätze im Vordergrund. Die Förderung eines raschen Wachstums mit rascher Abblüte begrenzt den Schaden. Frühblühende Sorten werden weniger geschädigt. Randstreifen aus Rübsen haben eine Teilwirkung.

Die direkte Bekämpfung im Bioanbau ist schwierig. Praxiserfahrungen zeigen, dass Vollgüllegaben im Knospenstadium den Käfern den Appetit verderben. Einen ähnlichen Effekt hat der Einsatz von Gesteinsmehl. Beide Methoden haben jedoch Nachteile: Bei Gülleapplikationen ist die Ammoniakfreisetzung problematisch und Gesteinsmehl wird vom Regen leicht abgewaschen.

Obwohl der Rapsglanzkäfer viele Knospen zerstören kann, zeigen jedoch die Untersuchungen der letzten Jahre, dass diese Frassaktivität häufig nicht der limitierende Faktor für den Ertrag der Biofelder ist. In den Gesteinsmehlversuchen konnte trotz des 30-50 Prozent höheren Schotenansatzes in den behandelten Parzellen kein höherer Ertrag geerntet werden, da starke Pflanzen bei guter Stickstoffverfügbarkeit in der Lage sind, den Schaden durch Seitentriebbildung zu kompensieren.

Das FiBL (Kontakt: Claudia Daniel) forscht derzeit an neuen Methoden zur Bekämpfung der Käfer, um eine grössere Ertragssicherheit zu gewährleisten und so mehr Produzenten für den Anbau von Bioraps zu gewinnen.

Weiterführende Informationen:

Merkblatt Rapsglanzkäfer (im FiBL-Shop)

Forschungsergebnisse 2009 des FiBL (54 KB)