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Hansueli Dierauer

Hansueli Dierauer
FiBL Beratung
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Bei schlechter Weizenqualität Dinkel und Roggen anbauen

Zwei Weizensorten mit geschobenen Ähren, eine Sorte mit Grannen.
Entscheidend für eine gute Qualität ist neben der Sorte vor allem der Standort.

Von Seiten der Verarbeiter wird die Qualität des Schweizer Bioweizens immer wieder in Frage gestellt. Um die für die industrielle Verarbeitung geforderte Qualität zu erreichen, müssten sie guten, ausländischen Bioweizen zukaufen oder teuren Biokleber beimischen. Eine Analyse der Importe zeigt aber, dass der Schweizer Bioweizen im europäischen Vergleich eine Spitzenstellung einnimmt. Nur der kanadische Sommerweizen mit kontinentalem Klima und guten Böden hat klar eine bessere Qualität. Neu kommen auch vermehrt gute Qualitäten aus dem Osten.

Aus den langjährigen Sortenversuchen von Agroscope Reckenholz kann abgeleitet werden, dass die Backeigenschaften des Bioweizens nicht schlechter sind als diejenigen aus der konventionellen Produktion. Dies obwohl Bioweizen im Durchschnitt ein Prozent weniger Protein aufweist. Auch die Praxisversuche des FiBL und die Proben ausgewählter Sammelstellen in den Kantonen Aargau und Zürich haben gezeigt, dass die Qualität des Weizens die hohen Anforderungen der industriellen Verarbeitung grösstenteils erfüllt.

Es gibt aber einzelne Problemstandorte, von denen Jahr für Jahr Weizen aus „Top“-Sorten mit nur mässiger Qualität abgeliefert wird. Das grosse Problem ist, dass diese Produzenten gar nicht wissen, dass ihre Qualität nicht in Ordnung ist. Mit dem heutigen Bezahlungssystem nach Hektolitergewicht und Sorte tappt der Produzent im Dunkeln. Bei der Ernte 2010 werden deshalb in einigen Testregionen die Proteingehalte mit einem Schnellverfahren gemessen. So können die schlechtesten Posten erkannt werden und gezielt mit der Bioberatung Massnahmen eingeleitet werden. Auf den entsprechenden Parzellen soll zuerst versucht werden, die Qualität zu verbessern. Falls in den nächsten drei Jahren keine wesentliche Verbesserung möglich ist, soll auf Roggen oder Dinkel ausgewichen werden. Gleichzeitig wird an einem neuen Bezahlungssystem, welches gute Qualität honoriert, gearbeitet.

Weiterführende Informationen:

Merkblatt Biogetreide (im FiBL-Shop)