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Sortenempfehlungen für die Aussaat 2011 (Ernte 2012)

Weizenacker von Nahem, man sieht die Weizenähren gut.

Die Versorgung mit Biosaatgut ist im Getreidebau gesichert und kein Problem mehr. Aktuell ist nur noch Wintertriticale und Winterhafer in der Saatgutverfügbarkeitsstufe 2 (Bio = Regel) eingeteilt. Alle anderen Arten finden sich in der Stufe 1 (Bio = Pflicht). Die Liste mit den empfohlenen Getreidesorten für die Ernte 2012 umfasst dank der guten Zusammenarbeit mit den schweizerischen Vermehrungsorganisationen eine breite Palette an geeigneten Sorten in Bioqualität.

Sortenliste Biogetreide Ernte 2012

Sortenliste Biogetreide Ernte 2011 (87 KB)

Winterweizen

An der Sortenliste 2012 hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht viel geändert.

  • CH-Claro wurde diese Jahr definitiv in die empfohlene Sortenliste aufgenommen. Die Sorte ist relativ kurzstrohig, hat eine sehr gute Standfestigkeit und ein hohes Ertragspotential. Sie passt auf Böden mit wenig Unkrautdruck und guter Nährstoff-und Wasserversorgung. CH-Claro hat im Vergleich zum ähnlichen Siala ein noch höheres Ertragspotential.
  • Die österreichische Sorte Antonius als einzige begrannte Topsorte konnte sich nicht behaupten. Sie ist in der Sortenliste nicht mehr aufgeführt.
  • Die Sorten von Peter Kunz haben sich erfreulich entwickelt. Die Sorte Wiwa ist heute die wichtigste Sorte im Biogetreidebau. Alle Sorten aus der Züchtung von Peter Kunz  weisen eine sehr gute Unkrautunterdrückung auf, bilden dichte Bestände mit viel Stroh und Blattmasse. Das schützt bis zu einem gewissen Grad auch vor Getreidehähnchenfrass. Sie haben eine längere Abreifezeit und sind daher weniger anfällig auf Auswuchs. Wegen dem relativ langen Wuchs eignen sie sich für mittelintensive Standorte. Auf den intensivsten Standorten ist die Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet. Dort wird besser Siala, Claro oder Runal angebaut. Die Qualität der Sorten Wiwa oder Laurin von Peter Kunz ist mit Runal oder Titlis vergleichbar.
  • Die Sorte Scaro konnte in der Qualität nicht mehr überzeugen.
  • Die Aehrengesundheit ist bei allen Sorten gut. Bei Runal kann allerdings in seltenen Fällen etwas Braunrost auftreten. Deshalb empfiehlt sich Runal nur für die besten Standorte.
  • Titlis verliert vermehrt an Bedeutung, da er bezüglich Wuchs, Bestockung und Ertrag nicht mehr halten kann.
Sommerweizen

Beim Sommerweizen gibt es keine Änderung. Fiorina ist nach wie vor die einzige Sorte in der Klasse Bio Mahlweizen Knospe.

Dinkel

Gesucht sind vor allem die Urdinkel Oberkulmer und Ostro, welche von der IG Dinkel vermarktet werden. Ostro ist die etwas modernere Sorte mit einem höheren Ertragspotential und etwas besserer Standfestigkeit. Der mit Weizen gekreuzte Alkor wurde dieses Jahr wegen mangelnder Nachfrage nicht mehr auf die Liste aufgenommen. In Absprache mit einem Abnehmer lässt sich jede der aufgeführten Sorten anbauen. Neu sind nur noch Dinkel des Typ A („reiner“ Dinkel) auf der Sortenliste.

Roggen

Mit Recrut steht nur noch eine Populationssorte mit hohem Ertragspotential zur Verfügung. Hybridsorten sind weiterhin in der Knospe-Label Produktion verboten.

Emmer

Vom Emmer der Schweizer Landsorte Typ Züblin steht nur eine Selektion von Sativa mit dem Namen Lux zur Verfügung.

Gerste

Bei den meisten Gerstensorten handelt es sich um Braugersten die auch als Futtergetreide angebaut werden können. Die 2-zeilige Caravan hat ein gutes Hektolitergewicht. Sie eignet sich eher für den intensiven Anbau, da sie relativ kurz und standfest ist. Sie hat sehr gute Resistenzeigenschaften. Caravan eignet sich als Mischungspartner mit Wintereiweisserbsen.
Die Sorte Merlot wurde durch Semper, eine ertragsreiche Wintersorte ersetzt.
Bei Sommergerste ist die Nachfrage wieder etwas angestiegen, da sie in höheren Lagen oft mit Sommererbsen kombiniert wurde. Als Sommergerste wird nur noch Eunova und Ascona vermehrt.

Hafer

Für Speisezwecke mit hohem Hektoliter wird vor allem Winterhafer angebaut. Als einzige Sorte steht Wiland zur Verfügung. In rauen Lagen ist wegen Auswinterungsgefahr Vorsicht mit Winterhafer geboten.
Beim Sommerhafer stehen weiterhin vier Sorten zur Verfügung. Diese unterscheiden sich vor allem im Verwendungszweck. Als Ersatz für den Schwarzhafer Ebène wurde Gaillette in die Sortenliste aufgenommen. Expander eignet sich für „Katzengras“, Triton als Grünschnitthafer.

Triticale

Wegen fehlender Nachfrage wurde kein Sommertriticale vermehrt. Auch die Nachfrage nach Wintertriticale ist gering. In Bioqualität stehen weiterhin die beiden Sorten Bedretto und Triamant zur Auswahl. Die Standfestigkeit und die Resistenz gegenüber Krankheiten sind bei Bedretto besser.

Umstellbetriebe

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