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Martin Koller

Martin Koller
Anbautechnik Gemüse/Zierpflanzen
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5070 Frick

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Grüner Stickstoff für hungrige Kulturen

Mulchgerät beim mulchen einer Erbsen-Gründüngung.
Der Anbau reiner Leguminosen als Gründüngung, zum Beispiel die Wintergrasigerbse EFB 33, kann im günstigen Fall Silomais als Folgekultur mit Stickstoff vollständig versorgen.

Stickstoff ist im biologischen Pflanzenbau ein Schlüsselelement. Mit Hofdünger allein sind viele Kulturen nicht zu ernähren; so können Gemüse mit Gülle und Mist, wenn sie nach Phosphorbedarf ausgebracht werden, nur 25 bis 40 Prozent des Stickstoffbedarfs decken. Neben organischem Handelsdünger kommen Stickstoff fixierende Gründüngungen (GD) als Ergänzung in Frage.

Grasigerbsen vor Mais und Gemüse

Das FiBL führt vom Coop Fonds für Nachhaltigkeit unterstützte Versuche mit Wintergrasigerbsen als Vorkultur zu Mais und Gemüse durch. Dabei bewährt sich die Saat von etwa 2 kg Wintergrasigerbsen pro Are anfangs Oktober. Die Erbse kann im Frühjahr drei bis sieben Tage vor der Maissaat gemulcht und nach kurzem Antrocknen eingearbeitet werden. Für einen optimalen Stickstoffertrag müssen 3 bis4 kg Erbsengrünmasse pro Quadratmeter vorhanden sein. Je nach Saatzeit und Entwicklung im Winter sollte daher der Zeitpunkt der Einarbeitung angepasst werden.

Sind andere Gründüngungspflanzen denkbar?

Während die Wintergrasigerbse sehr gut in Gemüsefruchtfolgen passt, ist die Zeit zwischen der Getreideernte bis zum optimalen Saatzeitpunkt der Erbse (Anfang Oktober) meistens zu lang. Hier könnte eine stark Rotklee- oder Luzerne dominierte Mischung angebaut werden, dabei wäre der Herbstschnitt noch als Futter nutzbar. Der Frühjahresaufwuchs hingegen sollte gemulcht und eingearbeitet werden, da sich der meiste Stickstoff in den Blättern befindet.

Grenzen und Nachteile

Bei sehr intensivem Kleeanbau (vor jeder Hauptkultur) können Probleme mit bodenbürtigen Krankheiten und Nematoden auftreten. Ein ein- bis zweimaliger Anbau von reinen Leguminosen pro Fruchtfolge ist dagegen wenig problematisch.
Für Viehhalter stellt die Gründüngung eine Konkurrenz zur Futterproduktion dar. Anstatt die Pflanzen zu mulchen und einzuarbeiten, macht der Stickstoff im Pflanzenprotein sinnvollerweise den Umweg über den Viehmagen.

Aus ökologischer Sicht ist es sinnvoll, dort wo man auf das Futter nicht angewiesen ist, Gründüngen gezielt zur Stickstoffversorgung der Folgekultur anzubauen.