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Regulierung des Kartoffelkäfers
Das Schadenspotenzial durch den Kartoffelkäfer ist nicht zu unterschätzen. Ein gewisser Befall ist zwar tolerierbar. Aber in den letzten Jahren hat er sich verstärkt. Dafür verantwortlich sind mehrere Gründe. Die Witterung und die richtige Anwendung von Novodor spielen eine entscheidende Rolle. Feuchte, kühle Tage beschleunigen die Entwicklung. Die Konzentration des Kartoffelanbaus auf gewisse Regionen erhöht den Druck. Stark befallene Felder, die im folgenden Jahr an ein neues Kartoffelfeld angrenzen, verbreiten den Kartoffelkäfer ebenfalls stark. Auch Durchwuchs von Kartoffeln und Wirtspflanzen wie Tomaten, Auberginen und Nachtschatten in der Nähe der Kartoffelfelder können die Ausbreitung des Kartoffelkäfers begünstigen.
Die Käfer haben im Boden überwintert und besiedeln im Mai die Stauden. Nach einem Reifungsfrass von 14 Tagen beginnt die Eiablage. Die Larven häuten sich dreimal, bevor sie sich im Boden verpuppen. Ausgewachsene Käfer können mit biologischen Mitteln nicht reguliert werden. (Der Einsatz von „Audienz“ ist im Bioackerbau gemäss Bio Suisse Richtlinien verboten.) Zugelassen ist hingegen seit einigen Jahren das Bacillus thuringiensis ssp. Präparat mit Handelsname Novodor. Das Sporen/Kristall-Präparat zerstört den Darmtrakt der Larven. Auf den Käfer wirkt das Mittel nur frasshemmend, auf die Eigelege hat es keine Wirkung.
Die wirtschaftliche Schadschwelle liegt bei 20 Prozent vernichteter Blattfläche. Eine Behandlung mit Novodor ist angezeigt, sobald sich an jeder dritten Staude ein Eigelege befindet und die ersten Larven schon aktiv sind. Das ist ungefähr 4 Tage nach dem Auffinden der ersten Eigelege, bei einer Larvengrösse von maximal 5 Millimeter. Die Behandlung muss bei einem starken Befall nach zirka 10 Tagen wiederholt werden. Die Aufwandmenge beträgt je nach Alter der Larven 3 bis 5 Liter pro Hektare, aufgelöst in 400 bis 500 Liter Wasser. Kurz nach dem Spritzen auftretende Niederschläge oder sehr kühles Wetter erfordern ebenfalls eine Wiederholung der Behandlung. Die Wirkung ist am besten, wenn das Mittel bei hoher Lufttemperatur und, wegen der UV-Empfindlichkeit, bei bedecktem Wetter oder am Abend ausgebracht wird.
Für weiterführende Informationen siehe:
Merkblatt Biokartoffeln (im FiBL-Shop)
Betriebsmittelliste (im FiBL-Shop)








