Ansprechpartner
Hansueli Dierauer
FiBL Beratung
Ackerstrasse
5070 Frick
Tel. 062 865 72 65
Fax 062 865 72 73
Mobil 079 743 34 02
E-Mail
www.fibl.org
Neue Bioschneckenkörner im Handel
Im Biolandbau gibt der Einsatz von Schneckenkörnern immer wieder zu Diskussionen Anlass. Für den Ackerbau war die Dosierung bisher auf 12 bis 25 kg pro Hektare und im Gemüsebau auf 50 kg pro Hektare beschränkt. Die kleine Dosierung hatte zu wenig Wirkung und die Abstufung Ackerbau/Gemüsebau war nicht ganz logisch.
Seit diesem Jahr verkaufen die Firmen Andermatt (Ferramol) und COOP (Adalan) diese Schneckenkörner nur noch für den Hobbygartenbereich in Kleinpackungen.
Neu ist nun für den grossflächigen Einsatz ein Produkt mit einer kleineren Korngrösse und mit 3 Prozent Eisenphosphat im Angebot. Bei «Sluxx» wurde die Dosierung einheitlich in allen Kulturen auf 7 kg pro Hektare festgesetzt. Das vereinfacht die Anwendung. Die Dosierung konnte gesenkt werden, weil die neuen Schneckenkörner dreifach so hoch konzentriert und kleiner sind als die alten. Am besten werden die Körner mit einem speziellen Schneckenkörnerstreuer mit Feindosierung ausgebracht.
Anwendungbeschränkungen
Gemäss Bioverordnung ist «Sluxx», wie im Katalog angegeben, in allen Biokulturen erlaubt. Auf Bio Suisse Betrieben (Knospe) bleiben die bisherigen Einschränkungen jedoch bestehen:
- Gemüse- und Ackerkulturen:
Behandlung bis maximal zwei Wochen nach der Pflanzung, bzw. dem Auflaufen. - Ackerkulturen:
Zulassung nur für Raps, Sonnenblumen sowie Futter- und Zuckerrüben. - Übrige Kulturen:
Keine spezifischen Einschränkungen. - Rückstände von Schneckenkörnern:
Auf den verkaufsfertigen Produkten müssen Rückstände durch geeignete Ausbringtechniken und Behandlungszeitpunkt vermieden werden (gilt auch für Jungpflanzen).
Empfehlungen für den Einsatz
Die vorbeugenden Massnahmen gegen die Schnecken bleiben für den Biolandbau prioritär. Der Einsatz von Ferramol erlaubt aber den Knospe-Produzenten, ihre Kulturen besser zu schützen, vor allem, wenn diese an Wiesen grenzen.
Wichtig sind die sofortige Anwendung bei ersten Anzeichen an den Keimblättern und die ganzflächige Ausbringung gegen die kleinen Ackerschnecken. Bei Wegschnecken, die von den Rändern her einwandern genügt eine Randbehandlung.
Wirkungsweise
Der Wirkstoff bei Sluxx ist Eisenphosphat, das als natürliche Substanz auch im Boden vorkommt. Es wird im Boden durch Mikroorganismen zu Phosphat und Eisen abgebaut. Sluxx ist für Regenwürmer, Käfer, Igel, Vögel und Haustiere ungiftig. Sluxx wirkt langsamer als die metaldehydhatigen konventionellen Schneckenkörner. Die Schnecken hinterlassen keine Schleimspuren, denn sie graben sich ein bevor sie verenden. Sluxx wird bei Regenfällen nicht schneller abgebaut als die konventionellen Schneckenkörner. Das Einarbeiten der Körner mit dem letzten Eggenstrich vor dem Säen ist erlaubt, wird aber nicht empfohlen, denn die Wirkung wird dadurch nicht verbessert.
Weiterführende Informationen
Betriebsmittelliste (Rubrik Bioregelwerk auf dieser Webseite)
Merkblatt Biosonnenblumen (FiBL-Shop)
Merkblatt Bioraps (FiBL-Shop)
Merkblatt Biozuckerrüben (FiBL-Shop)
Pflanzenschutzempfehlungen für den Biogemüsebau (FiBL-Shop)








