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Methoden zur Blütenausdünnung für die Fruchtbehangsregulierung

- Fadengerät in Aktion
Die Regulierung des Blüten- und Fruchtansatzes ist eine der wichtigsten Pflegemassnahmen zur Beeinflussung der Blütenknospenbildung und der Fruchtqualität. Um grosse Ertragsschwankungen zwischen den einzelnen Jahren (Alternanz) zu vermeiden, werden im konventionellen Obstbau die Blüten mit chemischen Mitteln ausgedünnt. Diese Substanzen sind im biologischen Obstbau nicht erlaubt. Die Bioobstbauern brechen die Alternanz bisher entweder durch Ausdünnung von Hand, mechanisch mit Hilfe des Fadengerätes oder durch den Einsatz von N-Vinasse.
Fadengerät
Bei der Handausdünnung muss bei stark blühenden Bäumen mit einem Aufwand von oft über 200 Stunden pro Hektare gerechnet werden. Mit der mechanischen Ausdünnung mit dem Fadengerät kann dieser Aufwand erheblich gesenkt werden. Studien zeigen, dass die Ausdünnwirkung beim Fadengerät nicht auf das Abschlagen der Blüten zurückzuführen ist, sondern dass der physiologische Schock entscheidend ist, der von Assimilatemangel und Ethylenabgabe gefolgt wird. Die Ausdünnung sollte möglichst an kühlen und bewölkten Tagen erfolgen. Der ideale Zeitpunkt für den Einsatz des Fadengerätes ist im Stadium zwischen Roter Knospe, Ballonstadium bis spätestens zum Aufblühen. Um Schäden an der Rinde und Blättern zu vermeiden, ist ein möglichst schonendes Vorgehen nötig. Dieses wird durch eine hohe Traktorgeschwindigkeit (9-12 km pro h) und eine geringe Umdrehungszahl der Fadenspindel erreicht. Die Ausdünnwirkung lässt sich noch deutlich steigern, wenn auf die mechanische Ausdünnung mit dem Fadengerät eine Behandlung mit N-Vinasse in die Vollblüte folgt.
N-Vinasse
Der ideale Zeitpunkt für den Einsatz der N-Vinasse ist nach dem Aufblühen. Es sind mindestens zwei bis drei Anwendungen nötig. Die N-Vinasse wird 5-7.5 %ig eingesetzt. Die Wassermenge sollte hoch sein (>1200 l pro ha), um eine gute Benetzung der inneren Blütenorgane zu ermöglichen. Behandlungen am Morgen, bei trockener Witterung und Temperaturen über 16 °C fördern die Ausdünnwirkung. Bei einem hohen Risiko für Blüteninfektion durch Feuerbrand sind Behandlungen zu unterlassen.
Beschattung
Als weitere Alternative hat sich die Beschattung als interessante Methode zur Fruchtbehangsregulierung erwiesen. Nach bisherigen Erfahrungen muss die Beschattung rund 22-23 Tage nach der Vollblüte während 3-5 Tagen erfolgen. Die Schattierungsdauer ist jedoch sehr sortenspezifisch. Je nach Wetter und der zusätzlichen Kombination mit Hagelschutznetzen kann es zu einer zu starken Schattierung (mehr als 75-80% Beschattung) und demnach einer starken Ausdünnwirkung kommen. In einzelnen Jahren kann die Ausdünnwirkung und damit die Unterdrückung der Alternanz ungenügend sein. Der Aufbau eines Schattierungsnetzes ist nur sinnvoll, wenn eine Hagelschutznetzstruktur vorhanden ist. Der Zeitaufwand sowie die Materialkosten sind jedoch relativ hoch.
Späte Ausdünnung noch nicht praxisreif
Für eine späte Ausdünnung bei 10-12 mm Fruchtdurchmesser kann noch kein Produkt empfohlen werden. Das Produkt Goemar® GA14 zeigte mit der empfohlenen Konzentration von 0.3% und 3-maliger Anwendung in Versuchen keine gesicherte Ausdünnungswirkung.
Weiterführende Informationen:
Artikel zur Blütenausdünnung (Tagungsband Bioobstbautagung 2009, FiBL-Shop)
Merkblatt Pflege Niederstammobst (FiBL-Shop)








