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Andreas Häseli
FiBL Beratung
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Feuerbrand: Behandlungsempfehlungen
Der Feuerbrand ist nach dem starken Feuerbrandjahr 2007 auch 2008 auf etlichen Biobetrieben aufgetreten. Damit ist auch für 2009 ein erhebliches Infektionspotenzial vorhanden. Ob und wie schädliche Infektionen das Bakterium verursachen wird, hängt neben den Witterungsbedingungen während der Blüte stark von den durchgeführten vorbeugenden und direkten Regulierungsmassnahmen ab.
Vorbeugende Massnahmen
Wer beim Winterschnitt vorhandene Canker (überwinternde Befallsstellen) entfernt, die gefährlichsten Herde in der näheren Umgebung wegschafft oder zumindest vorhandene Wirtspflanzen auf Befallsfreiheit kontrolliert und befallene Bäume zurückschneidet oder entfernt, kann das Befallsrisiko beträchtlich reduzieren.
Direkte Massnahmen
Für die direkte Bekämpfung des Feuerbrandes stehen im biologischen Anbau bisher folgende Präparate zur Verfügung:
- Produkte wie das Tonerdepräparat Myco-Sin
- Biocontrol-Präparate mit Gegenspieler-Organismen wie Bacillus subtilis (BioPro, Serenade)
- Aureobasidium pullulans (BlossomProtect)
Mit «Blossom Protect» steht ein neues, gut wirksames Mittel für die direkte Bekämpfung im biologischen Anbau zur Verfügung. Dieses Hefepräparat eignet sich sowohl für den Einsatz in Niederstammanlagen wie auch bei Hochstammbäumen. Empfindliche Sorten wie zum Beispiel Golden Delicious oder Pinova können allerdings mit leicht verstärkter Berostung auf das Mittel reagieren.
Da «Blossom Protect» keine Wirkung gegen Schorf aufweist, muss bei anfälligen Sorten und bei Schorfinfektionsgefahr separat mit Tonerde und Schwefel behandelt werden. Details zu «Blossom Protect» sind im Produkteblatt auf www.biocontrol.ch zu finden.
Eine Teilwirkung gegen Feuerbrand zeigten in Versuchen auch das Tonerdepräparat «Myco-Sin» und das Mikroorganismenpräparat «Serenade». In Kombination mit dem Netzschwefel Stulln werden gleichzeitig der Apfelschorf, der Apfelmehltau und Fruchtspot (Pseudomonas) reguliert. Alle Mittel erreichen aber nur bei sachgemässer Anwendung eine ausreichende Wirkung.
Wichtige Hilfen zur Einschätzung der Schorf- und Feuerbrandinfektionsgefahr sind die Prognosemodelle RimPro und Maryblight (www.schorfprognose.bioaktuell.ch und www.feuerbrand.ch).
Trotz zunehmendem Wissen durch Forschungsarbeiten und Praxisbeobachtungen zum Beispiel über die Anfälligkeit von Sorten und Unterlagen, sind zum Feuerbrand und seiner Bekämpfung noch viele Fragen offen, wie zum Beispiel:
- Bringen alternative Mittel wie Löschkalk, Hanftee oder homöopathische Produkte eine Wirkung?
- Ist in Befallsgebieten des Hochstammanbaus das Unterlassen jeglicher Schnittmassnahmen, wie es einige Experten propagieren, geeigneter als der Rückschnitt, um das Überleben der Bäume zu sichern?
Behandlung von Hochstammbäumen
Bei Hochstammbäumen ist es wegen der oft lang andauernden Blütezeit und der Grösse der Bäume besonders schwierig, die Produkte gegen Feuerbrand zum richtigen Zeitpunkt zuverlässig auf jede offene Blüte zu bringen. Die Anwendungszeitpunkte für «Blossom Protect» sind bei grossen Hochstämmen über einen längeren Zeitraum verteilt als in einer Tafelobst-Ertragsanlage. In Regionen mit Befall empfehlen wir, trotz dieser Schwierigkeiten, bei hoher Infektionsgefahr auch die Hochstämme mit «Blossom Protect» oder «Mycosin+ Netzschwefel Stulln» zu behandeln.
Weiterführende Informationen:
Anwendungsempfehlungen zu «Blossom Protect»:
www.biocontrol.ch
Schorfprognosen:
www.schorfprognose.bioaktuell.ch
Blüteninfektionsprognose und Informationen zur aktuellen Feuerbrand-Befallssituation:
www.feuerbrand.ch







