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Lukas Pfiffner
Entomologie
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Ökowiesen sorgfältig nutzen
Eine Mahd verändert die Lebensbedingungen für die dort lebenden Kleintiere und bodenbrütenden Vögel radikal. Starke Veränderung des Lebensraums, Reduktion der Nahrungsquellen und fehlende Deckung zwingen diese Tiere in andere Lebensräume auszuweichen, zum Beispiel in spät gemähte Streifen oder Böschungen. Es gibt zahlreiche Massnahmen mit denen der Bewirtschafter beim Mähen die Artenvielfalt schonen kann. In Ökowiesen, die gezielt zur Förderung von Tier- und Pflanzenarten angelegt werden, sollten sie stets angewandt werden.
- Später Schnitt.
Mit dem Schnitt nach Mitte Juni im Talgebiet wird nachweislich ein rechter Teil von Schmetterlings- und Brutvögelarten in Wiesen ihre Entwicklung abgeschlossen haben und können so geschont werden. - Verzicht auf Mähaufbereiter.
Beim Einsatz von schnellen Rotationsmähern mit Aufbereiter sind Überlebensraten und Fluchtmöglichkeiten für Kleintiere gering. Felduntersuchungen zeigen, dass beim Einsatz des Mähaufbereiters grosse Verluste bei Kleintieren entstehen: Bis 60 % der Heuschrecken und Bienen werden getötet. Ohne Aufbereiter waren es 8 %. - Grössere Schnitthöhe.
Mit einer Schnitthöhe von zirka 10 cm kann die Überlebenswahrscheinlichkeit zum Beispiel für Amphibien und Reptilien erhöht werden. Mit einer steigenden Futterqualität und einem leicht reduzierten Ertrag ist dann zu rechnen. - Möglichst wenige Überfahrten.
Je weniger Überfahrten, desto mehr Kleintiere, die sich noch in den Mahdflächen aufhalten, können überleben. - Ungemähte Streifen stehen lassen.
Altgrasstreifen sind wichtige Ausweichslebensräume. Es gibt grundsätzlich zwei Typen von Altgrasstreifen: solche, die von Schnitt zu Schnitt im Raum verschoben werden (temporärer Rückzugstreifen) und solche, die bestehen und später geschnitten werden (permanente Rückstugsstreifen, z.B. Böschungen). - Lange Mahdintervalle.
Je länger diese sind, desto besser können sich die Kleintiere vermehren. Um bodenbrütende Vögel wie Feldlerchen zu schonen, ist ein Mahdintervall von sechs Wochen zwischen erstem und zweitem Schnitt nötig, damit dieser Feldvogel eine zweite Brut aufziehen kann. - Gestaffelte Mahd.
In Graslandgebieten schaffen zwei bis drei Wochen Mähpause ausreichend Ausweichlebensräume.
Für weiterführende Informationen:
Wiesen-Ernteprozesse und ihre Wirkung auf die Fauna (ART-Bericht 724; Webseite Agroscope)
Welche ökologische Leistung erbringt mein Betrieb? (FiBL-Shop)
Feldrandtafel “Artenvielfalt auf dem Biohof” (FiBL-Shop)
Feldrandtafel “Artenvielfalt in den Bergen” (FiBL-Shop)
Feldrandtafel “Säume ein wichtiger Lebensraum” (FiBL-Shop)
Merkblatt "Hecken planen, pflanzen, pflegen" (FiBL-Shop)
Faktenblatt Biolandbau und Biodiversität (FiBL Shop)








