Ansprechpartnerin
Veronika Maurer
Veterinärparasitologie
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Legehennen: Potential und Grenzen von Zweinutzungsrassen
Hochleistungslegehennen reagieren sehr empfindlich auf sich verändernde Futterzusammensetzungen. Auch nur kleine Unterversorgungen beim Protein oder bei den Vitaminen können ein Absacken der Legeleistung und andere Probleme wie zum Beispiel Federpicken bewirken. Die männlichen Kücken dieser Rassen eignen sich nicht für die Pouletmast, sie werden nach dem Schlüpfen getötet.
Im Biolandbau sind gewisse Futterzusätze verboten. Es ist deshalb schwierig, ein Biolegehennenfutter für Hochleistungstiere herzustellen. Und das Töten der männlichen Kücken, auch wenn es erlaubt ist, entspricht nicht dem Sinn und Geist des Biolandbaus. Es sollten robuste Legehennen zur Verfügung stehen, deren Männchen sich für die Mast eignen.
Sussex vielversprechend
Demeter und FiBL haben sich auf die Suche nach einer Lösung dieses Problems gemacht. Mit Unterstützung weiterer Institutionen, zum Bespiel Avioforum, wurden verschiedene Rassen geprüft. Dabei zeigte sich die Rasse Sussex als vielversprechend:
- Sie erträgt schwankende Futterzusammensetzungen gut.
- Sie überdauert die Mauser gut und kann somit mehrere Jahre genutzt werden.
- Auf der Weide ist sie sehr wehrhaft gegen angreifende Raubvögel.
- Die Mast der männlichen Kücken ist möglich. Zurzeit werden mit der Sussex-Rasse Mastversuche durchgeführt.
Aber auch die Sussex stösst an Grenzen:
- Die Legeleistung liegt bei 250 Eier pro Jahr (gegenüber 300 Eier bei den Hybriden).
- Der Futterverzehr pro Ei ist höher als bei den Hybriden.
- Der Futterverzehr pro Kilogramm Lebendgewicht ist bei der Mast der männlichen Kücken höher als bei den Mastrassen.
Die Sussex-Tiere sind somit vorab für kleine und mittlere Bestände mit tiefen Fixkosten (amortisiertes Hühnerhaus) und für den Direktverkauf der Eier geeignet.
Ab Ende 2010 werden für interessierte Hühnerhalter Sussex-Kücken zur Verfügung stehen.
Forschung geht weiter
Die Suche nach Zweinutzungsrassen geht weiter. Neben den oben erwähnten Fragen stellt sich auch diese: Wie kann heimisches Futter zur Verfügung gestellt werden? Mittelfristig sollte aus Sicht einer nachhaltigen Landwirtschaft das Soja aus dem Süden für die menschliche Ernährung reserviert bleiben. Aber das Zurückkommen auf andere Proteinquellen als Soja muss vorsichtig angegangen werden, denn die Legehennen sind auf eine hohe Proteinqualität (richtiges Aminosäuremuster) und genügende Vitaminversorgung angewiesen.
Autoren: Maurice Clerc und Veronika Maurer, FiBL







