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Ausmast von Biokühen – vergessenes Potential

Die Preise für Bioverarbeitungstiere, also abgehende Milch- und Mutterkühe, sind anhaltend gut. Das Potential, das in diesen Tieren steckt, wird oft sehr unterschätzt.
Meist sind die Tiere nicht krank, sondern nicht mehr fruchtbar oder können wegen Euterentzündungen nicht mehr gemolken werden. Insbesondere abgemolkene Kühe haben von Natur aus ein grosses Wachstumspotential. Die Kühe bauen während der Trächtigkeit Reserven auf, um diese während der Laktation wieder abzubauen. Ohne Trächtigkeit geht der Körperaufbau noch viel schneller, weil kein Kalb wachsen muss. Versuche in Österreich haben gezeigt, dass Kühe locker einen Tageszuwachs von 1500 Gramm pro Tag erreichen können.
Nehmen wir eine abgemolkene Kuh mit 580 Kilo Lebendgewicht und mästen diese während 100 Tagen auf 730 Kilo, dies bei einem Fütterungsregime für mindestens 15 Kilo Milch pro Tag. Wir kalkulieren mit den Preisen der Kalenderwoche 51 (Dezember) 2011. Mit der besseren Ausbeute von 44% auf 48% ergibt das eine Erhöhung des Schlachtgewichtes von 255 auf 350, also 95 Kilo. Die Taxierung erhöht sich in unserem Beispiel von A2 auf T3. Der Preis für T3 liegt bei 6.70 Franken und für A2 bei 5.70 Franken.
Das unausgemästete Tier bringt also einen Erlös von 1453.50 Franken, das ausgemästete Tier einen Erlös von 2345 Franken. Die Differenz macht also innerhalb von 100 Tagen 891.50 Franken aus.
Fazit: Wird eine abgemolkene Kuh aufgemästet, kann gutes Geld verdient werden. Pro Tag resultieren 9 Franken oder mehr. Zum Vergleich: Bei Aufzuchtrindern oder Bio Weide-Beef rechnen wir mit 3 bis 4 Franken pro Tag. Wichtig ist, dass die Kühe sehr gutes Grundfutter erhalten, entsprechend einer Fütterung für eine Milchleistung von 15 bis 20 Kilo.






