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Eric Meili
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Vollkostenrechnung Milch

Weidende Kuh der Rasse Braunvieh
Vollweidebetriebe erwirtschaften einen gleich hohen Deckungsbeitrag

Bis 2007 wurden von LBBZ Hohenrain und AGRIDEA für 176 Milchbetriebe (davon 9 Biobetriebe) Vollkostenberechnungen erstellt. Eigentlich sollte jeder Betriebsleiter wissen wollen, wie hoch die Produktionskosten seiner Milch sind. Jeder Landwirt hat es in der Hand, seine Kostenstruktur zu analysieren und wenn nötig Verbesserungen vorzunehmen.

Die Zahlen


alle

Bio

ÖLN

Anzahl Betriebe

176

9

167

LN

27.70 ha

29.4 ha

27.6 ha

Kontingent

194'833 kg

164'265 kg

196'480 kg

Milchleistung pro Kuh

7'242 kg

6'407kg

7'287kg

Milch pro ha HFF

12'820 kg

10'435 kg

12'948 kg

DB pro GVE

Fr. 3'490.-

Fr. 4'159

Fr. 3'454.-

Arbeitsverdienst pro Akh

Fr. 16.40

Milch pro Akh

67 kg

Kuhanteil

85 %

HFF pro GVE

59 Aren

Akh  = Arbeitskraftstunde
DB   = Deckungsbeitrag
GVE  = Grossvieheinheit
HFF  = Hauptfutterfläche


Die Mittelwerte aller Betriebe zeigen, dass eher grössere und bessere Betriebe die Vollkosten berechnen liessen. Die höchsten Kostenanteile pro kg Milch sind:

  • 32 Rappen Arbeitskosten
  • 13 Rappen Maschinen/Arbeiten durch Dritte
  • 10 Rappen Kraftfutter
  • 7.5 Rappen Gebäudekosten
  • 7.5 Rappen Fremdlöhne

Auf kleineren Betrieben können die Kosten etwas anders verteilt sein. Die Arbeit ist aber bei weitem der höchste Kostenfaktor, obwohl das gerne vergessen geht, weil für die eigene Arbeit keine Rechnung ins Haus flattert.

Die zehn besten Betriebe haben 7278 kg Milchleistung, also nicht mehr als der Durchschnitt, aber mit 274’468kg mehr Kontingent, d.h. sie melken ca. 100 kg pro AKh, haben nur etwa die halben Arbeitskosten und geben weniger für Kraftfutter und Gebäude aus.

Vollweidebetriebe nicht schlechter

Betriebe mit vorwiegend Stallhaltung melken pro Kuh 7443 kg Milch, Vollweidebetrieben dagegen nur 6836 kg. Beide Gruppen erwirtschaften aber den genau gleichen Deckungsbeitrag von 3500.- pro GVE.

Biobetriebe besser

Hauptgründe für das bessere abschneiden der Biobetriebe waren der um 13 Rp höhere Milchpreis sowie die tieferen Kraftfutter- und Kontingentskosten.

Das Fazit für tendenziell tiefere Kosten:

  • Vollweide
  • Bio
  • Grössere Kontingente
  • Mehr Milch pro Arbeitsstunde
  • Wenig Kraftfutter
  • Mittlere Milchleistung (ca. 6500 kg)
  • Hohe Lebensleistung (und damit tiefe Remontierungskosten)

Vor grösseren Investitionen ist es ratsam, die Strategie des Betriebes zu überdenken. Die Beratung kann dabei behilflich sein.

Weitere Informationen:

Einschätzungsbogen für eine standortgerechte Milchviehzucht (im FiBL-Shop)