Dossier Ebermast
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zu den Kommentaren
Stellungnahmen zur Ebermast
Markus Arbenz
Ehemaliger Geschäftsführer Bio Suisse
«Die Kastration ist ein riesiger Eingriff ins Leben eines Tieres und verhindert ein art- und geschlechtsgerechtes Leben. Biolandbau heisst auch Respekt vor der Würde des Tieres. Darum müssen wir alles daran setzen, eine umsetzbare Lösung zu finden, dass in Zukunft unsere Tierhaltungsmethoden ohne Kastration auskommen. Der Weg dazu fordert uns bei der Erkennung des Ebergeruches (Stichwort elektronische Nase) und bei der Organisation der Mast. Die Tiere danken es mit besserer Robustizität und mit höheren Zunahmen.»
Cäsar Bürgi
Ebermäster
«Unser Ziel ist es, der Ganzheit Sorge zu tragen. Eine Chance zu packen, die es möglich macht, schmerzhafte Eingriffe oder Beteubungsmittel überflüssig zu machen, um ein natürliches Lebensmittel auf den Markt zu bringen. Wir sind auf dem Weg, ohne das Ziel definiert zu haben. In der eberspezifischen Zerlegung und Vermarktung sehen wir noch grosses Potential, um diese Art der Schweinehaltung zu etablieren.»
Urban Gschwend
Ebermäster
«Eberfleisch ist ein hochwertiges Fleisch und anderem Schweinfleisch ebenbürtig. Es ist kräftig, aber gleichzeitig zart im Geschmack. Das grosse Plus der Eberhaltung ist die Tierfreundlichkeit. Generell sollte man offensiver mit den Vorteilen der Ebermast umgehen und das Thema breit in den Medien verankern.»
Hans-Georg Kessler
Produktmanager Fleisch und Geflügel Bio Suisse
«Ebermast ist möglich. Nicht nur die spanische, irische oder britische Praxis beweisen das, sondern auch die Projekte von kagfreiland und vom Zürcher Juchhof hier in der Schweiz. Auch mit unkastrierten Ebern kann erstklassiges Schweinefleisch produziert werden. Das Fleisch der wenigen geruchsbelasteten Eber wird zu feinen Rohess-Fleischwaren verarbeitet.
Ich hoffe, dass langfristig die Ebermast Standard wird auf Knospe-Betrieben. Dies wäre die Lösung "ohne Wenn und Aber". Dazu braucht es aber eine Portion Mut von Bioschweinehaltern - und noch mehr von den Verarbeitern und Anbeitern von Bioschweinefleisch - die es heute schon probieren.»
Bernhard Simon
Ebermäster
Die Jungebermast auf dem Gutsbetrieb Juchhof wurde vom Projekt "Pro Schwein" begleitet. Pro Jahr werden zirka 500 Jungeber intensiv gemästet, sodass sie mit ungefähr 170 Tagen 100 kg Schlachtgewicht erreichen. Seit 2006 wurde kein einziges Tier bei den Kochproben beanstandet. Beim Skatol liegt der Juchhof sehr tief (native Kartoffelstärke 5 Tage vor Schlachtung). Die Androstenonwerte korrelieren mit dem Alter. Ob die Langtagsbelichtung in der Mast eine Bedeutung hat, ist nicht bewiesen.
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