Zeitschrift bioaktuell
bioaktuell 2/10
Feldlerchen wollen mehr Bio
So lautet die Überschrift der Titelgeschichte im nächsten bioaktuell.
Ökologische Ausgleichsflächen sind eine Massnahme für mehr Biodiversität. Sie müssen jedoch richtig angelegt und gepflegt werden, damit sie die Vielfalt der Arten, Gene und Ökosysteme fördern. Über Möglichkeiten und Grenzen sprach bioaktuell mit Landwirt Thomas Buchli vom Schlatthof, einem 110-Hektaren-Biohof südlich von Basel.
ganze Titelgeschichte (361 KB)
Inhaltsverzeichnis und Editorial bioaktuell 2/10 (225 KB)
bioaktuell 2/10 erscheint um den 16. März 2010.
bioaktuell 1/10
Biohandel: Der grösste Grossist ist im Umbau
So lautet die Überschrift der Titelgeschichte im nächsten bioaktuell.
Die Fusion von Vanadis, Via Verde und Eichberg zur Bio Partner Schweiz AG im Jahr 2007 verlief harzig. An der nun Mitte März anstehenden Generalversammlung sollen ein stark erneuerter Verwaltungsrat, ein zusätzlicher Investor und eine Billiglinie für frischen Wind sorgen. Eine starke Bio Partner Schweiz AG ist zentral für die dritte Biokraft neben Migros und Coop. Denn mit dem zu erwartenden Agrarfreihandelsabkommen erhalten ausländische Ketten und Grossisten Zugang zum Schweizer Biobusiness.
ganze Titelgeschichte (276 KB)
Inhaltsverzeichnis und Editorial bioaktuell 1/10 (345 KB)
bioaktuell 1/10 erscheint um den 4. Februar 2010.
Inhalt und Editorial 10/09
BILDUNG
Bioschule etabliert sich
In der Bioschule an der Schwand in Münsingen BE wird gebüffelt – und die Stimmung ist gut. Das Modell des Bio Suisse Pilotlehrgangs hat sich bewährt. Es setzt sich nun gesamtschweizerisch durch. Eine Reportage und ein Hintergrundartikel.
vollständige Titelgeschichte (456 KB)
PRODUKTION
Demeter will Ebermast voranbringen
Die Ferkelkastration ohne Betäubung gehört der Vergangenheit an. Der Verein für biologischdynamische Landwirtschaft will die tierfreundlichste Strategie voranbringen und startet mit dem FiBL ein Projekt zur Ebermast.
HIER UND JETZT
Romandie: Es fehlt an Biobetrieben
In der Romandie herrscht grosser Mangel an Biobetrieben. Weshalb? Und was kann man tun? bioaktuell hat zwei Westschweizer Bioberater interviewt.
BIO SUISSE
Bericht von der Delegiertenversammlung
Ja zur Linie des Vorstands in Sachen Agrarfreihandel. Nein zum Ausstieg aus der Interessengemeinschaft Agrarstandort Schweiz IGAS. Und beides diskussionslos.
Alfreds Seitenwechsel
Editorial von Urs Niggli
Acht Jahre lang hat uns Alfred Schädeli im Team mit Markus Bär jeden Monat eine neue bioaktuell-Ausgabe in drei Sprachen ins Haus flattern lassen. Mit dieser Nummer verabschieden wir uns von ihm. Einmal mehr wechselt er die Seite: 2001 kam er als biodynamischer Bauer vom elterlichen Hof in die Redaktion, jetzt wechselt er wieder aus der Redaktionsstube auf den 37 Hektaren grossen FiBL-Forschungsbetrieb, den er als Pächter von organisch-biologisch auf biologisch-dynamisch umstellen wird.
Das bioaktuell hat sich in den acht Jahren stark verändert. 2002 wurde es farbig, erhielt grössere Bilder und in der neuen Rubrik «Das letzte Wort» redeten die Biobauern Tacheles und stutzten manchen Funktionär des Biolandbaus zurecht, inklusive den Schreibenden. Es war Alfred stets ein grosses Anliegen, dass sich die lebendige Biobewegung offen und ungefiltert im bioaktuell austauschen kann.
Im Jahr 2005 wurde das bioaktuell nochmals stark geliftet und lesefreundlicher. Seither erzählen auch Städterinnen und Städter frisch von der Leber weg, was ihnen Bioprodukte bedeuten. Das Magazin bioaktuell ist seit seinem ersten Erscheinen vor 19 Jahren zum wichtigsten Bindeglied zwischen den nunmehr vielen Tausend Biobauernfamilien einerseits und Bio Suisse und FiBL andererseits geworden. Zu diesem Erfolg hat Alfred mit leichter Feder, unerschütterlichem Engagement für den Biolandbau und feinem Gespür für die Praxis beigetragen.
Alfred Schädeli wird ab dem nächsten Jahr wohl nur noch sporadisch als schreibender Bauer «das letzte Wort» haben. Die bioaktuell-Erfolgsstory geht indessen weiter: Markus Bär wird zusammen mit Jacqueline Forster und Christian Voegeli von Bio Suisse die Redaktion weiterführen. Mit Stephan Jaun wechselt im Frühling ein erfahrener Agrarjournalist zu Bio Suisse, der das Team wieder vervollständigen wird. Ich wünsche Alfred viel Glück zum Seitenwechsel, dem neuen bioaktuell-Team gutes Gelingen und allen Bäuerinnen und Bauern alles Gute in Haus und Hof.
Urs Niggli, Direktor FiBL
Inhalt und Editorial 9/09
MARKT
Biomilchpreis im konventionellen Strudel
Das Angebot an Biomilch ist rückläufig, die Nachfrage stabil. Dennoch sinkt der Biomilchpreis, offenbar im Sog des konventionellen Preiszerfalls. Bio Suisse sucht die Lösung in einer Entkoppelung der Märkte.
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Mit Werten werben
Ethische Werte als Verkaufsargumente: Im Rahmen eines EU-Projekts liefern Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten wichtige Resultate zu den Themen Tierwohl, Regionalität und faire Preise.
UMSCHAU
Bilderreigen zu den Bioherbstmärkten
Farbenfroher Streifzug durch die Biomärkte und Feste, mit denen Bäuerinnen und Bauern im Herbst die Knospe lustvoll unter die Leute brachten.
RATGEBER
Zukauf nichtbiologischer Küken
Ab Neujahr dürfen Knospe-Betriebe Küken aus Bundesbio- oder IP-Aufzucht zukaufen, falls keine Knospe-Küken erhältlich sind. Aber nur mit Bewilligung und gegen eine Lenkungsabgabe.
Echter Marktkampf ist Knochenarbeit
Editorial von Alfred Schädeli
Der «Marktkampf» der radikalen bäuerlichen Protestvereine ist kontraproduktiv. Wenn sie Miststiefel gegen die Volkswirtschaftsdirektorin schleudern, die das Gespräch sucht, wenn sie mit PS-starken klimatisierten Traktoren auffahren und mit Druckfässern wahlweise Milch auf abgeerntete Äcker oder Gülle auf Molkereiareale spritzen, schaffen sie kein Verständnis in der Bevölkerung. Zumal derzeit auch viele Nicht-Milchproduzenten den Gürtel enger schnallen müssen.
Der «Marktkampf», den die bäuerliche Interessengruppe Big-M führt, hat mit Markt, mit Kampf um Marktanteile oder Kampf um Marktmacht herzlich wenig zu tun. Mehr mit gewerkschaftlicher Forderung, Klassenkampf und politischem Aktionismus – oder, wie die NZ kommentiert, mit simpler Parteipolitik: CVP und SV P buhlen um die bäuerliche Basis.
Die Milchstreik-Haudegen, die sich europaweit formieren und mit teils abgeschmackten Aktionen einen «fairen » Produzentenpreis fordern, täten besser daran, tatsächlich mal die Marktverhältnisse zu durchleuchten, nach Schwachstellen abzusuchen und diese zu reparieren. Denn damit kann man einiges erreichen, wie die momentan recht soliden Verhältnisse am Schweizer Biomilchmarkt zeigen. Doch dieser Kampf um die Markthoheit ist Knochenarbeit. Und sie kann zum Schluss führen, dass der Klassenfeind gar nicht unbedingt im Bundeshaus oder bei den Verarbeitern sitzt, sondern in den eigenen Reihen. Denn die Mehrmengen werden weder von Bundesrätinnen noch von Käsehändlern gemolken.
Würden die Marktkämpfer mehr Verantwortung für die Märkte übernehmen, den Kontakt zur Bevölkerung pflegen, Tierwohl und Ressourcenschutz stärker gewichten und auf die Produktion von Raufuttermilch mit strengen Kraftfutterrestriktionen setzen, hätten sie einen grossen Teil der Probleme am Milchmarkt gelöst und kämen dem fairen Milchpreis wesentlich näher. Doch dann wären sie alle – Biobauern.
Alfred Schädeli, Redaktor bioaktuell
Inhalt und Editorial 8/09
NEUE TECHNOLOGIEN
Nanotechnologie und Bioproduktion
Die Wirkung auf Mensch und Umwelt ist noch kaum erforscht, deshalb sagt Bio Suisse vorderhand Nein zur Verwendung von synthetischen Nanopartikeln in der Produktion, Verarbeitung und Verpackung von Lebens- oder Futtermitteln mit der Knospe.
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HIER UND JETZT
Nachfrage steigt, Umstellungswelle bleibt aus
Trotz wachsender Nachfrage zögern die Bauern, auf Bio umzustellen. Bio Suisse wollte wissen weshalb und hat mit der ART Reckenholz-Tänikon eine Untersuchung durchgeführt.
«Zukunft säen!»
Bundesrätin Widmer-Schlumpf hat in ihrem Heimatkanton Bioweizen gesät. Einige Gelegenheiten gibt’s noch, an einer Aktion «Zukunft säen!» mitzumachen.
UMSCHAU
Markus Lanfranchi, designierter Präsident des Bioforums
Aller Voraussicht nach wird Markus Lanfranchi am 28. Oktober neuer Präsident des Bioforums Schweiz. bioaktuell hat sich auf seinem bemerkenswerten Betrieb im Misox umgesehen.
Rolf Kaufmann, Bioweinbaupionier
Gespräch mit Rolf Kaufmann, Gründungsmitglied und abtretender Präsident des Bioweinbauvereins, der heutigen Fachkommission Biovin.
30 Jahre L’Aubier, eine Geburtstagsvisite
VERARBEITUNG
Zu Besuch beim Schmetterling
Seit bald 25 Jahren produziert die Firma Farfalla in Uster ZH Naturkosmetika und ätherische Öle.
Nano: Gefahrenpotenzial unbekannt
Editorial von Sara Stalder
Fast unbemerkt – sozusagen durch die Hintertür – haben sich die «Zwerge» in den Alltag eingeschlichen und einen festen Platz ergattert. «Sparen Sie Zeit bei der Arbeit, im Haushalt und beim Hobby: Die Reinigung versiegelter Flächen wird erheblich erleichtert!» Vor Jahren überzeugten diese Argumente ohne das Wissen, was hinter einer solchen Anpreisung steckt. Bald wurden erste Stimmen laut, die auf mögliche Gefahren von Nanopartikeln aufmerksam machten. Hat also eine Nanobeschichtung nicht nur Zeitersparnis zur Folge? Parallelen mit Asbest sind augenfällig: Die «Wunderfaser » tauchte nach 1900 munter in vielfältigen Produkten auf. Aller Vorsichtsrufe zum Trotz gab es erst über 100 Jahre später ein EUweites Verbot!
Es liegt wahrscheinlich in seiner Natur, dass sich der Mensch keine Bequemlichkeit entgehen lassen will. Und er neigt dazu, damit einhergehende Gefahren grosszügig auszublenden. Nanobeschichtete Sporttextilien versprechen weniger Geruchsbildung. Verpackungsmaterialien mit Nano verlängern nebst dem frischen Aussehen auch die Haltbarkeit der Lebensmittel. Wieso also zögern statt all die Vorzüge voll auszuschöpfen? Nanopartikel sind unberechenbar und können sich wegen ihrer Winzigkeit ungehindert überall verbreiten. Einmal frei, immer frei – und damit völlig unkontrollierbar. Was die Teilchen mit dieser Freiheit anstellen, wissen selbst die zuständigen Bundesämter nicht. Sie halten aber in ihrem Aktionsplan fest, dass die Verwendung auch Gefahren beinhalten kann.
Ich bin überzeugt, dass auf keinen Fall kleine Vorteile wie ein bisschen Zeitgewinn, längere Haltbarkeit oder frischeres Aussehen von Produkten den ungeprüften Einsatz dieser Nano-Winzlinge rechtfertigen. Zuerst muss erwiesen sein, dass hier nicht eine Gefahrenquelle offengelegt wird, die nie mehr zum Versiegen gebracht werden kann. Zurzeit fehlen wichtige Erkenntnisse. Leider setzt der Staat nur auf die Selbstverantwortung der Anbieter. Wir begrüssen daher ausserordentlich, dass auch andere Organisationen klar für eine in höchstem Mass eingeschränkte Verwendung von Nanomaterialien einstehen.
Sara Stalder, Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz
Inhalt und Editorial 7/09
BIO SUISSE
Stefan Flückiger, der neue Geschäftsführer
Wer ist Stefan Flückiger, der Mitte August seine Stelle als Geschäftsführer von Bio Suisse angetreten hat? bioaktuell stellt ihn vor.
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POLITIK
Freihandel: zum Stand der Diskussione
«Ja, aber nur mit Qualitätsstrategie», sagt Bio Suisse zum geplanten Agrarfreihandelsabkommen mit der EU. Wo stehen wir mittlerweile? Martin Bossard zieht eine Zwischenbilanz.
Bio Suisse zu den Direktzahlungen
Im letzten bioaktuell erklärte Manfred Bötsch vom Bundesamt für Landwirtschaft seinen Vorschlag für ein neues Direktzahlungsmodell. In diesem Heft redet Bio Suisse. Und verlangt Nachbesserungen.
PRODUKTION
Biotomaten rund ums Jahr
Ein neues Hightech-Gewächshaus kann die Wärme des Sommers im Boden speichern und im Winter nutzen.
Heisst das Biohuhn Sussex?
Ein FiBL-Projekt sucht nach dem geeigneten Huhn für Biobetriebe. Die Sussexlinie scheint sich als Biolegehenne zu bewähren. Vielleicht eignen sich sogar die männlichen Küken für die Mast.
Der Teufel steckt im Detail
Editorial von Jacqueline Forster-Zigerli
Im letzten bioaktuell erklärte Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW, seinen Vorschlag eines neuen Direktzahlungssystems (Kürzel: WDZ für Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems). Aus seiner Sicht wird darin der Biolandbau wie bis anhin voll gefördert – samt den Biobeiträgen.
Das Interview mit Manfred Bötsch war der Auftakt, um das wichtige und komplexe Thema des neuen Direktzahlungssystems auf verständliche Art und Weise an die geneigte Leserschaft zu bringen. Wir machen in dieser Ausgabe weiter und zeigen auf, warum wir mit den Vorschlägen des BLW eben doch nicht ganz glücklich sind. Politik ist kompliziert, Landwirtschaftspolitik noch komplizierter. Und der Teufel steckt im Detail.
Unsere Hauptkritik besteht darin, dass breite, vernetzte Ansätze wie der Biolandbau nicht mehr als System gefördert werden, wie dies in der Verfassung vorgesehen ist. Statt den Blick aufs Ganze zu richten, wird damit einseitiges Spezialistentum gefördert. Der Politikstratege von Bio Suisse, Martin Bossard, erläutert unsere Kritikpunkte und Forderungen genauer: auf den Seiten 10 und 11 in diesem Heft.
Eng mit der WDZ zusammen hängt auch der geplante Agrarfreihandel, der uns eine weitere nette Abkürzung beschert: FHAL für Freihandelsabkommen im Agrar- und Lebensmittelbereich. Wir ziehen eine Zwischenbilanz, siehe Seite 8. Auch hier spielt der Blick aufs Ganze eine zentrale Rolle. Deshalb setzen wir uns so vehement für eine Qualitätsstrategie ein, die diesen Namen verdient.
Bei der Umsetzung dieser wichtigen Anliegen hilft jetzt Stefan Flückiger tatkräftig mit. Wir stellen Ihnen den neuen Geschäftsführer von Bio Suisse auf den Seiten 4 und 5 vor.
Jacqueline Forster-Zigerli, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit Bio Suisse
Inhalt und Editorial 6/09
HIER UND JETZT
Bleiben Biobeiträge erhalten?
Im neuen Direktzahlungsmodell wollte das Bundesamt für Landwirtschaft die Biobeiträge streichen. Nun sollen sie drin bleiben, sagt Direktor Manfred Bötsch im Interview.
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BETRIEBSWIRTSCHAFT
Investieren: ein Leitfaden
Ein Leitfaden zeigt, worauf es ankommt, wenn ein Betrieb investiert. Zwei Praktiker berichten von ihren Erfahrungen und geben Tipps.
MARKT
Gentechfrei ist wichtiger als Bio
Gelegenheitsbiokunden gaben Auskunft über ihr Kaufverhalten. Einzelkriterien sind ihnen wichtiger als das Gesamtargument Bio.
VERARBEITUNG
Gute Noten für Futtermühlen
GVO- und Pestizidrückstände in Biofuttermitteln liegen unter den strengen Schwellenwerten, stellte eine Analyse der bio.inspecta fest.
FORSCHUNG
Teure Koexistenz
Das Nebeneinander von gentechnisch veränderten und gentechfreien Kulturen ist in kleinräumigen Strukturen für alle Betriebe zu teuer.
UMSCHAU
Fair Trade zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Gormet-Knospe für Knospe-Gourmets
Vision: Bioland Schweiz
Editorial von Regina Fuhrer
Als an der Delegiertenversammlung im vergangenen Herbst das neue Leitbild und die neuen Leitlinien zur Verbandspolitik einstimmig verabschiedet wurden, war dies gleichzeitig Ende und Neuanfang; Es war das Ende eines langen Prozesses mit vielen Diskussionen, Fragen, Entwürfen; es ist ein Neuanfang, dass wir mit dem Leitbild die Vision Bioland Schweiz verfolgen.
Das Leitbild ist die Grundlage für die Weiterentwicklung des Biolandbaus. Seit der Verabschiedung des Leitbildes hat sich die landwirtschaftspolitische Realität stark gewandelt: Bio Suisse kämpft für die Beibehaltung der Bioprämie bei den Direktzahlungen und dafür, dass eine Qualitätsstrategie, die diesen Namen auch verdient, den Biobäuerinnen und Biobauern eine Zukunftsperspektive mit oder ohne Agrarfreihandel bietet. Der Impfzwang gegen die Blauzungenkrankheit und die beunruhigende Situation auf dem Milchmarkt sind weitere brennende Themen.
Schnell können schöne Worte und Sätze eines Leitbildes im hektischen Alltag untergehen. Die Ziele und Werte, die wir darin ausdrücken, sollen uns aber gerade auch in turbulenten und nebligen Zeiten helfen, unseren Weg konsequent weiterzugehen.
Diesem bioaktuell liegen Leitbild und Leitlinien bei. Und demnächst finden Sie in Ihrem Briefkasten das Spezialmagazin zum neuen Bio Suisse Leitbild. Auf dem Titelbild des Spezialmagazins sehen wir eine junge Frau bei der Arbeit auf dem Feld. Nebst der Anstrengung ist ihr auch die Freude an der Arbeit ins Gesicht geschrieben. Im Spezialmagazin lassen wir Menschen ihren Bezug zum Biolandbau schildern.
Auch Markus Arbenz kommt darin noch einmal ausgiebig zu Wort, dem ich an dieser Stelle für sein dreijähriges intensives Engagement für Bio Suisse ganz herzlich danke. Auf ihn und auf Bio Suisse wartet ein Neuanfang. Wir freuen uns, zusammen mit dem neuen Geschäftsführer Stefan Flückiger den Weg Richtung Bioland Schweiz zu gehen.
Regina Fuhrer, Präsidentin Bio Suisse
Inhalt und Editorial 5/09
MARKT
Silberstreifen am Biomilchhorizont
Der Biomilchpreis sinkt, aber weniger rasant als der konventionelle Milchpreis. Die Differenz wird dadurch grösser und gleicht sich den Verhältnissen in der EU an.
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Es geht nicht allein um den Preis
Interview mit dem Ökonomie-Professor Thomas Rudolph, Universität St. Gallen, zu den Auswirkungen des Markteintritts von Lidl, zum Stellenwert der Ernährung und zur Kommunikation des Mehrwerts von Bioprodukten.
Getreidepreise
Bei hoher Nachfrage tendieren die Preise für Knospe-Futtergetreide allgemein stabil, für Eiweisserbsen und Ackerbohnen nach oben.
HIER UND JETZT
Biobörsenfusion
Die beiden Internetbörsen für Biobäuerinnen und Biobauern, betrieben von den Bärner Bio Bure und von Bio Suisse, schliessen sich zu www.bioboerse.ch zusammen.
BIO SUISSE
Ausschreibung Förderpreis 2009
Faire Knospe
Die Bio Suisse Richtlinien enthalten ein noch nicht ausgearbeitetes Kapitel zum Thema fairer Handel. Engagierte Bäuerinnen und Lizenznehmer sollen jetzt die Diskussion um einen Verhaltenskodex aufnehmen.
Mediales Wellenreiten
Editorial von Alfred Schädeli
Möchten Sie ein bisschen mehr Direktzahlungen haben? Oder dürften es höhere Preise für Ihre Produkte sein? Würden Sie mildere Richtlinien begrüssen? Diese Fragen wurden in einer Studie Betrieben gestellt, die zwischen 2005 und 2007 dem Biolandbau den Rücken zuwendeten. Sie beantworteten sie grösstenteils mit Ja. Wen wundert’s? Diese Resultate sagen nicht besonders viel aus, wenn man sie aus dem Zusammenhang reisst. Und genau dies taten in den vergangenen Wochen zahlreiche Zeitungen in der Deutsch- und Westschweiz. «Le Matin», die «Aargauer Zeitung», «20 Minuten» und viele andere zitierten die ersten Resultate einer umfassenden Studie, welche die Forschungsanstalt Agroscope ART Tänikon mit Unterstützung von Bio Suisse durchführt. Die Arbeit ist noch gar nicht abgeschlossen, viele Resultate sind noch nicht ausgewertet und noch nicht interpretiert. An einer akademischen Fachtagung in Naters bei Brig wurden im April erste Ergebnisse präsentiert, gelangten in diesem Zusammenhang ins Internet und wurden dort von findigen Schreibern entdeckt.
Die Artikel über die «Ausstiegswelle» verschwiegen jedoch, dass der Biomarkt in der Schweiz seit 2006 wieder stark wächst, im vergangenen Jahr um 11,2 Prozent auf 1,44 Mia. Franken, der befürchtete Massenausstieg wegen der strengeren Fütterungsvorschriften ausgeblieben ist und fast die Hälfte der Ausstiege durch Betriebsaufgaben bedingt waren. Der Anteil der biologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzfläche stieg trotz der Ausstiege weiterhin leicht an und beträgt derzeit 11,4 Prozent der gesamten Landwirtschaftsfläche. Mit 121000 Hektaren wurde in der Schweiz noch nie so viel Landwirtschaftsland biologisch bewirtschaftet wie heute.
Die ersten Resultate der Studie lagen uns auf der bioaktuell-Redaktion ebenfalls vor. Wir haben intensiv diskutiert, ob wir darüber schreiben sollten, nachdem zahlreiche Tageszeitungen die Thematik aufgegriffen hatten. Die Studie mit den definitiven Resultaten wird Ende Sommer vorliegen. Wir haben uns entschieden, uns bis dahin nicht unter Druck setzen zu lassen und im bioaktuell vom September ausführlich zu berichten.
Alfred Schädeli, Redaktor bioaktuell
Inhalt und Editorial 4/09
PRODUKTION
Kalk und Hanf gegen Feuerbrand
Eine Gruppe initiativer Obstbäuerinnen und Obstbauern wollen es wissen: Sie legen Versuche an, um die Wirkung von Löschkalk und Hanf gegen den Feuerbrand zu testen.
vollständige Titelgeschichte (346 KB)
Was bewirken die Ackerbaubeiträge?
Seit vergangenem Jahr bezahlen Knospe-Ackerbauern einen Beitrag zur Förderung des Bioackerbaus von Fr. 20.– pro Hektare. Jetzt werden Fr. 113 000.– in konkrete Projekte gesteckt.
Mutterkuhhaltung ohne Absetzen
FiBL-Berater Eric Meili probt den Verzicht aufs Absetzen und vertraut auf das natürliche Verhalten der Mutterkühe.
MARKT
Wo die Haxen hingehen
Eine Leserin vermisst in ihrer Coop-Filiale Braten, Haxen, Würste und Speck in Bioqualität. bioaktuell hat ihre Zuschrift dem zuständigen Fleischmanager vorgelegt.
BIO SUISSE
Bericht von der Delegiertenversammlung
HIER UND JETZT
Sperre gegen Impfverweigerer
Der Urschweizer Kantonstierarzt hat gegen mehr als 40 Verweigerer der Blauzungenimpfung eine Sperre verhängt. Die Bäuerinnen und Bauern wehren sich.
Konferenz der gentechfreien Regionen
Bericht vom europäischen Meeting «Food and Democracy" in Luzern.
Zwangsmassnahmen gegen die globale Grippe
Editorial von Markus Lanfranchi
Wie hat die Zunge unserer Wiederkäuer auszusehen? Und wer hat die Macht und das Recht, dies zu bestimmen? Da sich die Menschen im Zweifelsfall immer auf die Seite der Reichen und Mächtigen schlagen, scheint die Sache klar zu sein: Alle geben dem Multipack aus Agrochemie, Gesetzgebung und Justiz recht, welches uns ungebildeten Bauern die Impfung unserer Nutztiere unter Strafandrohung aufzwingt.
Erstaunlich, dass sich niemand mehr zu erinnern scheint, was in den letzten paar Jahren so alles an Zwangsmassnahmen aus dem Labor zulasten unserer Nutztiere und Nutzpflanzen verordnet wurde. Bei den Rindern wurde die Dassellarve vergiftet. Die ehemals obligatorische Impfung gegen die Maul- und Klauenseuche (ähnlicher Impfstoff wie gegen die Blauzunge) wurde mittlerweile aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen verboten! BVD, das letztes Jahr als Schocker der Kuhbauern galt, ist dieses Jahr kaum mehr der Rede wert. Kein Wunder, dass die Rinder da wahnsinnig werden.
Bei den Ziegen wurden CAE, Agalassia und Pseudotuberkulose scheinbar saniert. Bei den Schafen ging es um Brucella ovis, Maedi Visna und die Moderhinke. Die Schweine hatten EP/APP und die Schweinepest, welche so rigoros bekämpft wurde, dass Wollschweinhalter aufgefordert wurden, ihre Bestände aus Solidarität zu keulen; denn infizierte Wollschweine zeigten zwar keine Symptome, hätten jedoch schwächliche Hochleistungsrassen anstecken können! Und jetzt steht auch noch die Schweinegrippe vor der Tür. Glück hatten wir bei der Vogelgrippe, da das Medikament eines Schweizer Chemiemultis noch vor der vermeintlichen Pandemie entwickelt worden war…
Verblüffend ist nur, dass trotz dieser Grippebedrohungen weltweit, auch in der Schweiz, die Bestandesdichten für Nutztiere zwecks Gewinnoptimierung nach oben korrigiert werden. Auch im Pflanzenbau werden neuerdings Antibiotika erlaubt und bald wohl verordnet, um Krüppelwuchs im Obstbau zu schützen, während resistente Hochstämmer zu Tausenden umgesägt werden! Wen wundert’s, dass Insekten (auch Bienen) immer rarer werden? Wenn dies noch lange so weitergeht, geht es nicht mehr lange so weiter.
Markus Lanfranchi, Verdabbio GR
Ausgabe 3/09
Kolumne von Susanna Küffer Heer
Die soziale Charta schliesst eine wichtige Lücke
Die biologische und die biodynamische Landwirtschaft setzen sich ein für nachhaltige Bodenbearbeitung und Humusaufbau, für gesunde Pflanzen, für artgerechte Haltung und Fütterung der Tiere sowie für vielfältige Fauna und Flora. Aus Einsicht hat sich die Biolandwirtschaft Richtlinien gegeben, die verpflichtend und für alle verbindlich sind. Richtlinien decken nur den rechtlichen Teil ab, Biolandbau jedoch ist ganzheitlich. Auch die Bedürfnisse der Mitarbeitenden, die Vermarktung inklusive Preisgestaltung und die Beziehung zu den Kunden gehören dazu. Biobetriebe können Menschen mit Behinderungen und seelisch Erschöpften Arbeit und den nötigen strukturierten Rahmen bieten.
Alle diese sozialen Bestandteile des Biolandbaus stehen ausserhalb der Biorichtlinien. Damit sie ohne die verpflichtende Verbindlichkeit von Richtlinien gebührend gewürdigt werden können, arbeitet Demeter Schweiz seit einigen Jahren an der sozialen Charta. Charta steht für Leitlinie und Selbstverpflichtung, sozial für die wechselseitige Beziehung der Menschen, den Umgang der Menschen untereinander.
Die soziale Charta von Demeter spricht auch die Auseinandersetzung und die Vertiefung mit den Grundlagen der biodynamischen Landwirtschaft an und fordert zur Teilnahme am kulturellen Leben und Austausch mit dem sozialen Umfeld auf. Der jährliche Rückblick soll sich nicht nur auf die eigene Tätigkeit beziehen, sondern diese in Verbindung setzen zu den Bedürfnissen der Mitarbeitenden, der Kunden und der Umwelt. Aber auch die Demeter-Richtlinien sind Teil der sozialen Charta, denn auch sie erfüllen eine wichtige soziale Aufgabe: Wenn der persönliche Kontakt nicht möglich ist, schaffen sie sowohl für die Kunden als auch für die Bauern untereinander gegenseitig Verlässlichkeit und Vertrauen.
Die soziale Charta erfasst die Ganzheitlichkeit der Biobewegung neu und zeitgerecht und zeigt, wie umfassend Höfe, Verarbeiter und Händler nach innen und aussen wirken und zusammenwirken.
Susanna Küffer Heer, Geschäftsführerin Verein für biologischdynamische Landwirtschaft, Arlesheim
Inhalt 3/09
VERARBEITUNG
Mitarbeitende mit Behinderung
Vermehrt setzen auch Bioverarbeiter Menschen mit einer geistigen, psychischen oder körperlichen Behinderung in ihren Betrieben ein. bioaktuell berichtet aus dem Thurgau, wo die Lehmann Holzofenbeck AG und der Ekkharthof zu Hause sind.
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PRODUKTION
Kirschenfliege im Griff?
Mit dem Mittel «Naturalis-L» steht ab diesem Jahr eine Art Biokirschenfliegenklatsche zur Verfügung: Wirkungsgrad bis 70 Prozent!
BIO SUISSE
Freude und Ärger an der Medienkonferenz
Im vergangenen Jahr ist der Biomarkt in der Schweiz um über 11 Prozent auf 1,44 Milliarden Franken gewachsen. Weniger Freude machen Pläne des Bundes zur Streichung der Bioprämie. Damit würde der ganzheitliche Biogedanke gefährdet und stattdessen einseitiges Spezialistentum gefördert, hiess es an der Jahresmedienkonferenz von Bio Suisse.
Heisse Eisen für die DV
Knospe im Discount? Agrarfreihandel? Ebermast? Schärferer GVO-Grenzwert? Knospe auf Alugetränkedosen? Die Delegiertenversammlung vom 22. April soll eine Reihe heisser Eisen anpacken.
Ausgabe 2/09
Kolumne von Urs Niggli
Unsere Rolle in der globalisierten Welt
Wir leben in einer Zeit drängender ökologischer, sozialer und vor allem auch ökonomischer Probleme und Herausforderungen globalen Ausmasses. Der biologische Landbau kann dazu Lösungsansätze bieten, die von höchster gesellschaftlicher Relevanz sind. Diese Erkenntnis beseelte die 10. Wissenschaftstagung ökologischer Landbau in Zürich, wo sich mehrere Hundert Wissenschafter und Forscherinnen und erfreulich viele Praktiker und Bäuerinnen drei Tage lang beraten konnten.
Die aufstrebenden Gesellschaften Asiens, deren Essgewohnheiten immer westlicher und damit verschwenderischer werden, und der enorme Bedarf an Energierohstoffen haben zu einer dramatischen Verknappung der Lebensmittel geführt. Sie sind so teuer geworden, dass die Bevölkerung in ärmeren Ländern sie sich fast nicht mehr leisten kann. Verschärft wird die Problematik dadurch, dass der Nachfrageüberhang zu immer intensiveren Anbausystemen und damit zu Raubbau führt; durch Erosion und Versalzung der fruchtbaren Böden wird die Anbaufläche immer knapper. Die schlimmsten Auswirkungen dieses Teufelskreises können zwar vorläufig durch die Abholzung von Urwäldern, etwa im Amazonasbecken, noch ein wenig kompensiert werden, indem man neues Acker- und Weideland in dieses zynische Spiel wirft. Fürs Klima und für den Artenschutz ist dies aber eine gigantische Katastrophe. Ausserdem werden die Urwaldreserven irgendeinmal zur Neige gehen und unwiederbringlich zerstört sein.
Der Biolandbau bietet Lösungsansätze für diese weltumspannenden Problemfelder, muss sich aber Gehör verschaffen und, wie an der Zürcher Tagung geschehen, seine Rolle dabei noch finden. Diese Rolle geht über die umweltschonende Produktion schadstofffreier Lebensmittel hinaus und kann auch nicht mehr in der gemütlich eingerichteten Ökonische inmitten einer konventionellen Überschusswirtschaft gespielt werden. Diese Nische müssen wir verlassen. Und draussen weht ein rauer Wind.
Urs Niggli, Direktor FiBL, Vorstandsmitglied IFOAM
Inhalt 2/09
VERARBEITUNG UND HANDEL
Nützlinge für den Vorratsschutz
Vier Projektpartner haben es möglich gemacht: Der Coop Fonds für Nachhaltigkeit (Finanzierung), die Andermatt Biocontrol AG (Züchtung, Logistik), die Desinfecta AG (Versuche) und das FiBL (Projektleitung) testeten auf industrieller Stufe den Einsatz von Nützlingen für den Vorratsschutz. Erfolgreich!
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FORSCHUNG
Bio und die globalen Probleme
Die 10. Wissenschaftstagung ökologischer Landbau brachte angeregte Diskussionen über die Rolle der biologischen Landwirtschaft in einer globalisierten Welt mit gewaltigen Herausforderungen. Bio ist Teil der Lösung, muss aber seine Rolle noch finden und die Perspektiven konkretisieren.
PRODUKTION
«Positives Handling» für Schlachttiere
Vermeidung von Stress und vertiefte Mensch- Tier-Beziehung führen zu verbesserter Fleischqualität. Das belegt der Versuch zweier FiBLForscherinnen.
Swiss’expo mit Biozucht
Zum ersten Mal zeigten Biozüchter an der Zuchtviehausstellung Swiss’expo in Lausanne ihre standortangepassten Biokühe.
BIO SUISSE
Die ersten klimaneutralen Knospe-Produkte
Knospe-Gastronomie: erleichterter Einstieg
Forderungen zur Blauzunge-Strategie
Ausgabe 1/09
Kolumne von Urs Brändli
Was heisst da «freier Markt»?
Da wird uns Milchproduzenten seit längerer Zeit verkündet, ab 2009 gelte der freie Markt. Und kaum hat das Jahr begonnen, muss die Biomilch den gleichen Preisabschlag hinnehmen wie die konventionelle Milch. Dabei läuft der Biomilchmarkt relativ gut.
Der Absatz hat in den letzten drei Jahren überdurchschnittlich zugenommen. Allein im Jahr 2008 bis Ende November um 12 Prozent. In der gleichen Zeit wurde nur wenig mehr produziert, und kaum ein Verarbeiter musste Biomilch deklassieren. Der Pool übernimmt die Funktion einer Milchbörse schon heute und verkauft die (noch) überschüssige Biomilch zu Weltmarktpreisen. Der Preisdruck im Export betrifft nur einzelne Verarbeiter und fällt im gesamten Biomilchmarkt kaum ins Gewicht. Die Mengen, die von aussen in die Schweiz gelangen, sind zu vernachlässigen.
Wer in dieser Situation von Marktgesetzen spricht, will wohl eher Marktmacht ausüben! Es ist ja rührend, wie sehr sich Verarbeitung und Handel um den Absatz von Biomilch sorgen. Handelsorganisationen unterbieten sich gegenseitig beim Preise Senken (aus Angst vor Lidl?), und einige Verarbeiter predigen seit Jahren, die Differenz zur konventionellen Milch müsse kleiner werden. In Deutschland hat der Preisunterschied im letzten September 22 Rappen (!) betragen, während für unsere besorgten «Partner» bei rund 12 Rappen das obere Limit bereits erreicht ist.
Es nützt nichts, die Faust im Sack zu machen. Die sechs Biomilchorganisationen werden kommende Verhandlungen noch besser vorbereitet und vor allem eigenständig anpacken. Wenn wir schon Verantwortung bei der Verwertung und grosse Marketinganstrengungen für ein weiteres Wachstum des Marktes übernehmen, so dürfen wir wohl auch echte Preisverhandlungen verlangen! Wir sind keine Utopisten und werden die Errungenschaften der letzten Jahre nicht aufs Spiel setzen. Aber wir wollen endlich einen eigenständigen Biomilchmarkt, der in Zeiten des freien Marktes auch nach Marktgesetzen funktioniert.
Urs Brändli, Präsident der Bio Suisse Fachkommission Milch und Biobauer in Goldingen SG
Inhalt 1/09
MARKT
Interview mit Albert Rösti, Direktor SMP
In drei Monaten ist die Milchkontingentierung Geschichte. Der Umbau des Schweizer Milchmarktes verläuft eher turbulent, der Verbandsdirektor Albert Rösti versucht zu ordnen und zu koordinieren.
vollständiger Artikel (381 KB)
PRODUKTION
Blauzungenimpfung: Erhebung zur Verträglichkeit
Im vergangenen Jahr, dem ersten Impfjahr, beklagten sich viele Bäuerinnen und Bauern über gesundheitliche Störungen, die ihre Tiere nach der Blauzungenimpfung zeigten. Das FiBL hat dazu eine Erhebung gemacht.
HIER UND JETZT
Ringen um die Biozukunft
Am Biotag im November diskutierten 230 Biobäuerinnen sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden das «Zukunftsbild der Bioszene». Aufschlussreich auch die Umfrage unter Knospe- Landwirten, die als Grundlage diente.
MARKT
Mit Werten werben
Biobetriebe, die sich ökologisch, sozial oder kulturell besonders engagieren, können diese Zusatzleistungen in Werbung und PR hervorheben. Ein internationales Projekt untersucht, wie man das am besten macht.
Kanister-Sepp
Rückenspritze einmal anders: als mobiles Ausschanksystem für Getränke.
Ausgabe 10/08
Kolumne von Roland Wyss-Aerni
Pingu und die Agrotouristiker
Kürzlich habe ich meinem kleinen Sohn die Geschichte von Pingu und Pingo erzählt, die einen Iglu bauen und darin übernachten wollen. Weil sie sich nicht einig werden, wo der Iglu genau stehen soll, beginnt jeder für sich zu bauen. Doch für zwei Iglus reichen die Eisblöcke nicht, und um den letzten Block entsteht eine Rangelei, bei der beide Iglus wieder einstürzen.
Pingu und Pingo sehen ein, dass sie zusammenspannen müssen: Sie versöhnen sich, bauen gemeinsam einen grossen, stabilen Iglu, richten ihn ein und schlafen gemütlich ein.
Bei dieser Geschichte vom Übernachten im Eis fiel mir die Geschichte vom Übernachten im Stroh ein. Auch im Agrotourismus baut offenbar lieber jeder selber etwas auf, als mit anderen zusammenzuspannen. Ein Vergleich mit Österreich zeigt, was drinliegen könnte, wenn weniger gerangelt würde: Dort wird mit Tourismus auf den Bauernhöfen eine halbe Milliarde Franken verdient, auf den Schweizer Höfen sind es geschätzte 35 Millionen Franken.
Die Hauptgründe für die mässige Schweizer Bilanz, so eine neue Studie der Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SA B, seien das zersplitterte Angebot und die mangelnde Zusammenarbeit unter den Anbietern. Während es in Österreich eine grosse Organisation gibt, deren Logo bestimmte Qualitätsstandards garantiert, buhlen in der Schweiz mehrere Organisationen um die Gunst der Feriengäste. Daneben gibt es Tausende, die auf eigene Faust Übernachtungsmöglichkeiten oder Gastronomisches anbieten. Es gibt noch weitere Gründe: Anhaltende Einschränkungen bei der Raumplanung, die es den Bauern verunmöglichen, Wohnungen auszubauen. Oder mangelnde Anerkennung des Agrotourismus durch die Politik.
Immerhin scheint jetzt Bewegung in den Agrotourismus zu kommen. Unter der Federführung des Bauernverbandes haben sich die drei grossen Anbieter zu einer Plattform zusammengefunden. Der Anreiz dafür ist – wie könnte es anders sein – das Geld: Vom Bund gibt es Fördergelder, aber nur, wenn zusammengearbeitet wird.
Oft braucht es eben den Druck von aussen. Zum Beispiel, wenn das Geld knapp ist. Oder die Eisblöcke.
Roland Wyss-Aerni, LID (Landwirtschaftlicher Informationsdienst)
Inhalt 10/08
PRODUKTION
Behornte Horden horten im Laufstall
Entscheidend für das Funktionieren der Laufstallhaltung behornter Kühe sind – neben der Dimensionierung und Gestaltung des Stalles selbst – das Management und die Mensch-Tier- Beziehung. Eine Management-Anleitung.
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TIERSCHUTZ
Stacheldraht als Wildtierfalle
Stacheldraht ist eine Gefahr für Wildtiere und auch in Knotengitterzäunen und Flexinetzen können sich Tiere verheddern und verhungern oder ersticken. Der Schweizer Tierschutz kritisiert, zeigt aber auch eine Alternative auf.
AGROTOURISMUS
Nebenerwerb mit Zukunft?
Während zum Beispiel auf Österreichs Bauernhöfen mit Übernachtungen, Gastronomie und Freizeitangeboten gutes Geld verdient wird, fehlt es in der Schweiz offenbar noch an Kooperation und Koordination unter den Anbietern.
FORSCHUNG
Wokshops für die Praxis an der «WiTa»
An der Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Mitte Februar an der ETH Zürich, gibt’s erstmals ein attraktives Angebot auch für Bäuerinnen und Berater.
KONTROLLE UND ZERTIFIZIERUNG
Niklaus Wynistorf zieht sich zurück
Für die von ihm gegründete und aufgebaute Bio Test Agro AG (BTA) sucht Niklaus Wynistorf eine Nachfolge für die Geschäftsführung. Das Interview.
Ausgabe 9/08
Kolumne von Alfred Schädeli
Impfpflicht, Angst und Zuversicht
Seuchen schüren Ängste. Dieser Tatsache ist in der Diskussion um das nun auch für 2009 verhängte Impfobligatorium gegen die Blauzungenkrankheit gebührend Rechung zu tragen. Je unbekannter eine neu auftauchende Krankheit ist, desto grösser sind die Ängste und desto dringender der Wunsch, alles zu unternehmen, um sie auszurotten. Rückblickend kann dann die Einschätzung folgen, da seien falsche Akzente gesetzt und es sei übers Ziel hinausgeschossen worden, wie etwa bei der Stallhaltungspflicht für das Federvieh wegen der Vogelgrippe. Seuchenpolizeiliche Massnahmen müssen jedoch zum Zeitpunkt des Auftretens einer ansteckenden Krankheit verordnet werden, da kann man nicht zuerst zwei Jahre lang Erfahrungen sammeln. Deshalb sind Fehlentscheide nicht ausschliessbar. Und die Massnahmen haben nebst unbestrittenen veterinärmedizinischen Funktionen immer auch den Aspekt der Beruhigungspille. Nicht nur der Seuche selber rücken sie zu Leibe, sondern auch der Angst vor ihr.
Die Blauzungenimpfung hat das Bundesamt für Veterinärwesen auf Druck landwirtschaftlicher Organisationen in Rekordzeit obligatorisch erklärt und beschaffte innert nützlicher Frist genügend Impfstoff. Es muss sich nun die Frage gefallen lassen, ob da nicht überhastet gehandelt worden ist, wenn jeder Kanton eine andere Gangart anschlagen kann. Zudem scheint die Krankheit aufgrund der Erfahrungen in Deutschland und Frankreich weniger gefährlich zu sein als befürchtet.
Wenn es ums Impfen geht, werden die Diskussionen sehr schnell emotional, in der Tiergesundheit ebenso wie in der Humanmedizin. Das Bundesamt für Gesundheit ist zwar nicht ermächtigt, ein Obligatorium für die Impfung gegen die Grippe oder Masern, Mumps und Röteln auszusprechen, rührt die Werbetrommeln dafür aber immer unmissverständlicher. Auch dort gibt es Impfverweigerer, die ebenso emotional argumentieren wie die Befürworter der Impfung. Diese Einschätzung ist geprägt durch die Grundeinstellung des Einzelnen dem Leben gegenüber, durch das innerste persönliche Verhältnis zu Angst und Zuversicht. Zwingende Massnahmen sollte der Bund daher nur im äussersten Notfall ergreifen.
Alfred Schädeli, Redaktor bioaktuell
Inhalt 9/08
PRODUKTION
Widerstand gegen Blauzungen-Impfpflicht
Um Matthias von Euw, Biobauer aus dem Thurgau, formiert sich biobäuerlicher Widerstand gegen das obligatorische Blauzungen-Impfprogramm.
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ÖKOLOGIE
Biobauern sind Artenschützer
Biobäuerinnen und Biobauern legen auf ihren Betrieben deutlich mehr artenreiche Biotope an als ihre konventionellen Kollegen auf den ÖLNBetrieben.
UMSCHAU
Bilderreigen herbstlicher Biomärkte
Ein farbenfroher Rückblick auf die Biomärkte, die im Herbst landauf, landab Augen und Gaumen erfreuten.
MARKT
Raufuttermarkt im Aufbau
Die Zahl der Raufutterhändler mit Knospe-Lizenz steigt. Die Maisprodukte bleiben vorderhand knapp.
RATGEBER
Drei Fragen …
Auch der RATGEBER widmet sich dem Thema Raufutter.
Ausgabe 8/08
Kolumne von Cäsar Bürgi
Blauzunge: Gegen den Impfzwang
Seit gut einem Jahr sprechen wir von einer neuen Krankheit unserer Wiederkäuer. Tierärzte und der Bund haben die Blauzungenkrankheit zur Seuche erklärt. Aus wirtschaftlichen Gründen treten verschiedene Viehverbände dafür ein, die Krankheit mittels einer obligatorischen Impfung aller Rinder, Schafe und Ziegen auszurotten.
Für mich ist dieser Weg nicht nachvollziehbar. Rinder bilden nach einer Infektion Antikörper, die länger als ein Jahr Schutz bieten. Ist die jährlich wiederholte Impfung wirklich richtig und bezahlbar? Verschiedene Wildtiere in unseren Wäldern sind auch Wiederkäuer. Können sie nicht auch Reservoire bilden, den Erreger in sich tragen und weiterverbreiten?
Vor allem im Biolandbau drängen sich Fragen auf: Können wir mit einer sich verändernden Natur leben oder müssen wir versuchen, uns neue Krankheiten mit allen Mitteln vom Leib zu halten? Gibt es nicht auch hier einen natürlichen, nachhaltigen Weg? Mit welchen Folgen müssen Tierhalterinnen und Tierhalter rechnen, wenn sie trächtige Kühe und Zuchtstiere impfen lassen? Diese Fragen werden bisher nur mit Vermutungen und eher kuriosen Nutzen-Risiko-Abklärungen beantwortet. Ich möchte der überlebensfähigen Natur die Chance geben, jener Natur, mit der ich auch sonst arbeite.
Bauern und Bäuerinnen sollen selbst entscheiden können, ob sie ihre Tiere impfen lassen wollen. Ich möchte, dass sich Bio Suisse und FiBL für eine Aufhebung des Impfobligatoriums einsetzen. Aus ganz Europa wie auch aus nächster Nähe erreichen uns Meldungen über negative Folgen im Zusammenhang mit der Impfung. Leider werden sie nicht alle an die Öffentlichkeit gebracht.
Mich betrübt die Hilflosigkeit der Bauern und Bäuerinnen, die eine Impfung in Frage stellen oder gar verweigern. Man wird bevormundet, und das in einem Land, wo Bildung, Aufklärung sowie Menschen- und Tierrechte gelten. Dies ist bestimmt nicht die letzte Krankheit, mit der wir lernen müssen zu leben…
Cäsar Bürgi, Biobauer, Mitglied Fachkommission Fleisch, ABV-Vorstand
Inhalt 8/08
MARKT
Biomilchmarkt stabil
Trotz neuer Turbulenzen am konventionellen Milchmarkt und negativen Signalen aus dem Ausland ist der Schweizer Biomilchmarkt im Lot.
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Getreidepreise steigen
Die Nachfrage nach Getreide ist hoch, in der EU werden Rekordpreise gezahlt. Auch in der Schweiz steigen die Preise markant.
ÖKOLOGIE
Ökoputz ist Umweltschutz
Die Verwendung umweltverträglicher Putz- und Waschmittel boomt weniger als der Konsum von Biolebensmitteln.
HIER UND JETZT
Schweiz-EU: Wandel des Handels
Freihandel ist nicht nur ein Reizwort, sondern auch ein wirtschaftspolitischer Verhandlungsgegenstand. Ein Einblick in die Agenda.
Lorbeeren für Urs Niggli
KONTROLLE UND ZERTI FIZIERUNG
Kundenportal lindert Papierflut
Ein neues Kundenportal der bio.inspecta soll die Transparenz verbessern und die Papierflut vermindern.
BIO SUISSE
Hausaufgaben von Bio Suisse
Hans Ramseier, neuer Leiter der Abteilung Qualitätssicherung, zu anstehenden Aufgaben.
DV-Traktanden
Ausgabe 7/08
Kolumne von Res Bärtschi
100 Prozent mitmachen — oder aufhören?
Nun steht es also klar und unverrückbar fest: Wiederkäuer bekommen 100 Prozent Biofutter. Es wurde auf allen Ebenen verhandelt, bis nach Brüssel, aber genützt hat es nichts.
Die einzig nachhaltigen Auswege aus der Situation sind ja schon länger bekannt: Entweder man organisiert genug Biofutter oder man macht die Drohung wahr und steigt endgültig aus dem Biolandbau aus. So sehen die Bürokraten in Bern, Basel und Brüssel, wohin ihre sture Haltung geführt hat. Die Leute, welche einst die Aufgabe bekamen, den Biolandbau zu schützen, sind jetzt dessen Totengräber.
Stimmt diese Beurteilung? Ich schaue mal in den Bio Suisse Richtlinien nach. Und zwar nicht nur in den aktuellen, sondern auch in den ersten, einem dünnen Büchlein aus dem Jahr 1980. Dort sollte doch zu finden sein, was ursprünglich mit Biolandbau gemeint war. Und siehe da, ich lese in beiden Werken fast identische Sätze: Dass der Tierbestand an die Nutzfläche angepasst sein soll. Futter stamme grundsätzlich vom eigenen Betrieb, Zukäufe dienten nur der Ergänzung. So komme ich zum Schluss, dass schon unsere Pioniere 100 Prozent Biofutter wollten. Zugegeben, der Spielraum bei knapper Futtergrundlage war damals sehr hoch, aber auch die Hürden im Umfeld waren ungleich höher als heute.
Vieles im Biolandbau ist uns gelungen, obschon es kaum jemand für möglich hielt. Vieles ist nach wie vor ungelöst. Ich denke, diese ungelösten Probleme sind gut verteilt auf Berg- und Talbauern. So haben alle ihre Sorgen. Aber wenn ich in die Welt hinaus schaue, bin ich sehr zuversichtlich. Kreisläufe haben Zukunft, und Biolandbau ist am nächsten daran.
Im diesem Heft werden einzelne Zutaten erläutert, die helfen können, das Futterproblem zu lösen. Fertige Rezepte sind es nicht. Aber welcher Biobauer liebt schon fertige Rezepte?
Res Bärtschi ist Präsident der Markenkommission Anbau (MKA) der Bio Suisse
Thema Fütterung in diesem Heft (479 KB)
Inhalt 7/08
PRODUKTION
Vier Strategien zur Biofütterung
Wie gehen silofreie Bergbetriebe mit der neuen Fütterungsrichtlinie um, die Rationen ohne konventionelle Maiswürfel verlangt? bioaktuell porträtiert vier Betroffene.
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Nur noch top ist gut genug
Das Sortenspektrum beim Biobrotgetreide soll enger werden, Sorten der Klasse 1 müssen über die Klinge springen. Das hat die Fachkommission Ackerkulturen beschlossen.
Erbsen ersetzen DGVE
Auf viehlosen Biobetrieben bietet sich vor Mais oder spätem Gemüse eine Gründüngung mit Erbsen an.
Projekt für Low-Input-Schweinemast
Ein Projekt zur Erforschung der Schweinemast in der Fruchtfolge sucht Pionierbetriebe.
ÖKOLOGIE
Naturschutz auf Biobetrieben
Der biologische Anbau ist eine gute Basis für den Naturschutz. Auf vielen Betrieben kann der Ökoausgleich verbessert werden.
Knospe will massvoll verpacken
Verpackung schützt das Produkt und präsentiert es im Regal. Aber wie viel Verpackung ist ökologisch vertretbar? Dieser Frage will sich die Knospe stellen.
Ausgabe 6/08
Kolumne von Peter Klocke
Rote Köpfe um blaue Zungen
Die Impfung aller landwirtschaftlich gehaltenen Wiederkäuer gegen die Blauzungenkrankheit (BT) ist angelaufen. Die rasante Ausbreitung der Seuche nördlich unseres Landes hat ein schnelles Handeln erforderlich gemacht.
Ein zu schnelles Handeln, glauben viele. Der Impfstoff beinhaltet viele Unbekannte und löst Ängste aus. Die Impfgegner wollen die Impfung in ihren Tierbeständen verhindern, teils aus grundsätzlichen Bedenken gegenüber Impfungen, teils wegen der ungeklärten Frage nach der Sicherheit des BTImpfstoffes.
Auf der Negativseite finden sich Argumente wie mögliche Impffolgen für die Tiere, Schwermetallbelastung von Tieren und Lebensmitteln, Zweifel an der Wirksamkeit der Impfung. Niemand, auch das FiBL nicht, möchte diese Ängste als gänzlich unbegründet abtun.
Doch aus der Vogelschau ergibt sich ein anderes Bild. Epidemiologie heisst die Wissenschaft, die sich mit der Kontrolle von Tierseuchen beschäftigt. Sie berücksichtigt vor allem zwei Aspekte: die Ausbreitung unabhängig von Grenzen und die Risikoabwägung. Die Fakten sind denkbar einfach: Die BT macht weder Halt vor Ländergrenzen, noch vor denen zwischen den Landwirtschaftssystemen. Das Risiko einer Einschleppung ist immens hoch, das eines Festsetzens des Virus in Europa ohne flächendeckende Impfung ebenfalls. Das Risiko für die Tiere nach einer Impfung ist hingegen vergleichsweise klein. Lernen wir, epidemiologisch zu denken, wägen wir die Risiken gegeneinander ab, bevor wir die Entscheidung über eine Impfverweigerung treffen.
Der Biolandbau ist erfolgreich, weil er sich technokratischen Ansätzen und chemisch- synthetischen Eingriffen widersetzt. Wer die Impfung verweigert, kann sich zwar als konsequenter Schwimmer gegen den Strom fühlen, dem gemeinsamen Ziel aller Tierhalter, nämlich einer schnellen Eliminierung des Virus, hat er damit aber wohl nicht gedient.
Peter Klocke ist Leiter der Fachgruppe Tiergesundheit am FiBL
Informationen sowie ein Diskussionsforum zur Blauzungenkrankheit finden Sie unter
Dossier Blauzungenkrankheit
Inhalt 6/08
HIER UND JETZT
Freihandel – keine Diskussion
Thema des 8. Biogipfels in Zofingen war der Agrarfreihandel. Statt einer Debatte gab’s Fundamentalkritik und Schuldzuweisungen.
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MARKT
Fleisch: Schweine laufen gut
Noch immer macht der Biofleischmarkt Sorgen. Am besten läuft’s bei den Schweinen, und von denen will Coop noch mehr abnehmen.
Coop sucht Knospe-Schweine
Gespräch mit dem Category Manager Fleisch und dem Einkäufer Labelfleisch von Coop.
PRODUKTION
Biofarm sucht Rapsproduzenten
Eine einfache Kultur ist Raps nicht. Aber eine durchaus interessante, auch wirtschaftlich. Die Nachfrage nach Biorapsöl ist deutlich höher als das Angebot.
ÖKOLOGIE
Bio kontra Landschaftsschutz?!
Rathgeb’s Bio in Unterstammheim und Pro Natura Zürich haben einen Kompromiss ausgehandelt.
Drin ist bio – aber was ist drum?
Bio Suisse prüft ihre Regelungen in Sachen Verpackung.
Ausgabe 5/08
Kolumne von Maya Graf
Frohe Kunde aus der Schweiz
Die gute Nachricht aus der Schweiz erreichte mich in Bonn, mitten in der Pressekonferenz über die Erfolge gentechnikfreier Regionen in Europa und besonders in der Schweiz. Für einmal war ich stolz auf unsere Landesregierung! Und ich wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Planet Diversity Konferenz auch benieden. Denn in keinem Land der Welt ausser der Schweiz konnte bis jetzt die Bevölkerung selber demokratisch über eine gentechfreie Landwirtschaft entscheiden. An dieser eindrücklichen Konferenz nahmen 600 Personen aus 90 Ländern teil und tauschten Erfahrungen aus, wie Landwirtschaft und Ernährung zukünftig aussehen müssen, damit sie allen Menschen dienen: nachhaltig – lokal – vielfältig – und gentechnikfrei.
Am Abend nach dem Bundesratsentscheid stellte die Delegation der SAG in Bonn spontan eine kleine Feier auf die Beine: mit Torte, Kerzen mit der Zahl 2013, Schweizer Gentechfrei-Fahnen und Freunden aus aller Welt! Mit am Tisch sass auch der Schweizer Wissenschafter Hans Rudolf Herren, Co-Autor des kürzlich von 60 Staaten verabschiedeten Weltlandwirtschaftsberichtes der UNO und der Weltbank. Sucht man übrigens in diesem über 2000 Seiten starken Bericht die Bedeutung der Gentechnik für die zukünftige Welternährung, findet man diese gerade mal auf ein paar Seiten erwähnt. Als nur als eine von vielen (meist besseren) Möglichkeiten.
Der Bundesrat hat mit dem Auftrag, die Verlängerung des Gentech-Moratoriums bis 2013 vorzubereiten, also vorausschauend und klug gehandelt. Denn der Schweiz hat das Gentech- Moratorium nur Vorteile gebracht: den Konsumentinnen garantiert gentechfreie Lebensmittel, den Bauern Marktvorteile, den Verarbeitern und Grossverteilerinnen keine Kosten für eine aufwändige Warenflusstrennung und der Forschung Zeit und Ruhe, um weiterzuarbeiten. Nun ist es am Parlament, ebenso vernünftig zu entscheiden.
Maya Graf ist Biobäuerin, Nationalrätin (Grüne BL) und Präsidentin der Schweizerischen Arbeitsgruppe Gentechnologie SAG.
Inhalt 5/08
VERARBEITUNG
Fluids für den grünen Durst
Trendige biologische Limonaden und Eistees drängen auf den extrem dynamischen Markt der süssen Wässerchen. Einige auch mit der Knospe.
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HIER UND JETZT
Halbzeit für Gentech-Moratorium
Zur Halbzeit des fünfjährigen Gentech- Moratoriums schlägt der Bundesrat eine Verlängerung um drei Jahre vor.
Bring en hei, den Geschmack
Die Knospe präsentiert sich mit einem Stand in der Fanzone der Euro 08 in der Bundesstadt.
BETRIEBSFÜHRUNG
Körbeweise gute Ideen
Das Modell der «gemeinschaftlich getragenen Landwirtschaft» kann für kleine Höfe ein grosser Trumpf sein, der das Überleben ermöglicht.
MARKT
Aus Biotofu wird Convenience
Die Biotofurei Noppa AG in Rüti ZH setzt auf Soja aus der Westschweiz, um ein Qualitätsprodukt herzustellen.
Konkurrenz für eigene Kunden
Der Grossist Bio Partner übernimmt Yardo und wird damit – auch – zum Detaillisten.
Ausgabe 4/08
Kolumne von Alfred Schädeli, Redaktor bioaktuell
Gratwanderung Bioheuet
«Schweizer Biokühe dürfen künftig nur noch Biofutter fressen, wie das auch die EU vorschreibt.» Am Morgen vor der Bio Suisse Delegiertenversammlung, am 23. April, berichtete Radio DRS in den Nachrichten, unmittelbar nach Clinton und Obama, über den Entscheid des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), die Übergangsfrist zur 100-Prozent- Biofütterung auf drei Jahre zu verlängern. Diese «Aufschiebung der Anpassung des Speiseplans» habe Bio Suisse verlangt, weil Biofutter «teuer und zudem schlecht erhältlich» sei. Der Bund gewähre den Biobauern damit eine «neue Schonfrist» – sofern die EU einverstanden sei. Der Nachrichtenbeitrag wurde sachlich, jedoch mit einem unüberhörbar bissigen Unterton vorgetragen.
Die Biomilch sei im Laden doch auch teurer, erklärte meine Tochter, dann dürfe doch auch das Futter der Kühe teurer sein. Ich hatte nur gerade noch ein paar Minuten Zeit, um ihr den Sachverhalt zu erklären, bevor sie sich auf den Schulweg machte. Ob sie es vorziehen würde, wenn das Futter von weit her transportiert würde, fragte ich sie. Nein, aber …
Es gibt gute Gründe, die für die längere Übergangsfrist sprechen. Aber es ist schwierig, sie den Kundinnen und Kunden von Bioprodukten zu vermitteln. Denn ihrer Auffassung nach ist es selbstverständlich, dass Biokühe ausschliesslich Biofutter vorgesetzt bekommen – «ohne Wenn und Aber», hatte die Bio Suisse Werbung schliesslich jahrelang versprochen.
Patrick Aebi vom BLW und Jacqueline Forster von Bio Suisse meisterten es in der kurzen Zeit der Nachrichtensendung gut, die Gründe für den Entscheid an die Frühstückstische des Landes zu bringen. «So weit sind wir schon», monierte hingegen ein langjähriger Biobauer an der Bio Suisse DV in Olten zwischen zwei Bissen Sandwich, «jetzt muss Bio Suisse das BLW bitten, in Brüssel zu fragen, wie wir die Kühe füttern dürfen.»
Allen diesen Gesichtspunkten gerecht zu werden und die unterschiedlichen Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, ist eine anspruchsvolle Gratwanderung. Und viele weitere «Schonfristen» für die Biobäuerinnen und Biobauern wird es wohl nicht vertragen.
Inhalt 4/08
BIO SUISSE
Neue Köpfe und neue Ideen
Die Bio Suisse Delegiertenversammlung vom 23. April wählte den neuen Vorstand und stellte die Weichen für das Leitbild. Bundesbiobetriebe sollen neu in den Mitgliedorganisationen aufgenommen werden können.
vollständiger Artikel (357 KB)
BETRIEBSFÜHRUNG
Mut zur Umstrukturierung
Wer seinen Hof neu ausrichten will, braucht Mut, Zuversicht und Vertrauen in die eigenen Pläne. Denn nebst fachlichen warten auch soziale Herausforderungen.
MARKT
Bio bringt Aufschwung
Eine Bündner Studie zeigt, dass die Umstellung auf Bio sowohl für die Landwirtschaftsbetriebe als auch für die Volkswirtschaft lohnend ist.
HANDEL
Naturaplan neu lanciert
Coop gestaltet Naturaplan neu. Das Bauernhofsignet verschwindet, die Knospe erhält mehr Gewicht.
QUALITÄT
Pestizidspuren: Wie vermeiden?
Im Jahr 2000 wurden Pestizidspuren im Biowein zum Medienereignis. Zu den möglichen Eintrittspforten liegt nun ein Bericht vor.
WETTBEWERB
Bilder lebendiger Biohöfe
Ausgabe 3/08
Editorial von Felix Lang
Selbstbewusstes «Ja, aber»
Das Verhandlungsmandat zu einem Agrarfreihandelsabkommen mit der EU ist erteilt. Noch nicht entschieden ist, was dabei für die Schweizer Landwirtschaft eingehandelt werden soll. Es ist wichtig zu wissen, dass «Freihandel » vor allem von elitären globalen Kräften angestrebt wird. Wir sind ein selbstbewusstes Volk und haben eine funktionierende direktdemokratische Tradition. Wer im vornherein Nein sagt zu Verhandlungen, ignoriert diese Stärken, hat keine Visionen von fairem Markt ohne Zollschutz oder hat eigene andere Ziele (Freihandel mit USA). Nicht verhandeln heisst, vor den europäischen Wirtschaftsmächtigen wortlos zu kapitulieren. Dies kann nicht die Haltung von uns Biobäuerinnen und Biobauern sein. Wir vertrauen unserer Demokratie, und mit dem Biolandbau haben wir alles andere als rein egoistische Ziele. Darum entspricht die Richtung, der für diese Verhandlungen vorgeschlagene «dritte Weg» der Bio Suisse Führung genau unserem Bio-Naturell. Und das heisst überhaupt nicht, dass wir nach Abschluss der Verhandlungen zum Resultat Ja sagen müssen. Wir bieten mit dem «Ja, aber» den elitären europäischen Machthabern und ihren CH-Verbündeten typisch schweizerisch Paroli!
Wir müssen für unsere Position der konstruktiven Opposition (Ja, aber) ein breites Bündnis mit allen Organisationen der erfolgreichen Gentechfrei-Initiative
(inkl. SBV) schaffen. Dies nötigenfalls auch als starke Basis im Hinblick auf ein
Referendum.
Für die Glaubwürdigkeit und Einigkeit sind Minderheiten sehr wichtig. Ein Abkommen, das 50 Prozent der Gemüsebetriebe liquidiert, ist nicht akzeptabel.
Was nicht eintreten darf, wissen wir eigentlich alle. Jetzt ist es aber wichtig, zu wissen, wie der «dritte Weg» in der jeweiligen speziellen Branche umsetzbar ist. Da ist proaktives sektorielles Denken gefragt, das den Gesamtblick im
Auge behält. Oder wollen wir Schweizer Bäuerinnen und Bauern alles den
Wirtschaftsdiktatoren überlassen, um allenfalls noch Nein oder Ja sagen zu dürfen?
Felix Lang, Rohr bei Olten SO, ist Co-Präsident Bio Nordwestschweiz und Vorstandsmitglied der Kleinbauernvereinigung (VKMB)
Inhalt 3/08
GASTRONOMIE
Erster Knospe-Gastroführer
Zwei Porträts von Knospe-Küchen, eine in einem Tessiner Hotel, die andere auf Rädern. Der erste Knospe-Gastroführer gibt einen Überblick über die Gastrobetriebe, die mit der Knospe kochen.
vollständiger Artikel (534 KB)
BILDUNG
Bioschüler über ihre Präsidentin
Regina Fuhrer war zu Gast bei der Bioschule an der Schwand. Die Schülerinnen und Schüler schreiben auf, was von diesem Treffen hängen geblieben ist.
PRODUKT ION
Maismacher will mehr Mais
Mais und Kartoffeln aus dem Inland sind in Bioqualität Mangelware. Ein Plädoyer für die Steigerung des Anbaus.
POLITIK
Freihandel mit Qualität
Bio Suisse kann sich mit dem Freihandelsabkommen mit der EU anfreunden, wenn es durch eine Qualitätsstrategie für die Schweizer Landwirtschaft flankiert wird.
BIO SUISSE
Wer geht – und wer kommen möchte
Vier Mitglieder des Bio Suisse Vorstands treten zurück. Für die sieben Sitze kandidieren vier Bisherige und sieben Neue.
Romandie macht Boden gut
Die neuen Zahlen zum Schweizer Biomarkt sind da. Er wuchs 2007 um 7,7 Prozent, in der Westschweiz gar um 9 Prozent.
Ausgabe 2/08
Editorial von Regina Fuhrer, Präsidentin Bio Suisse
Starke Knospe, starkes Bio
Seit über einem Jahr arbeiten wir an einem neuen Leitbild. Dieses soll uns den Weg in die Zukunft weisen und zeigen, welchen strategischen Schwerpunkten sich Bio Suisse widmen will. An der Delegiertenversammlung vom 23. April gilt es nun ernst: Die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedorganisationen werden unter drei Zukunftsvarianten entscheiden, welcher sie den Vorzug geben. Auf dieser Grundlage wird dann das neue Leitbild formuliert.
Diese Weichenstellung ist für den Verband von zentraler Bedeutung. Auch der Vorstand hat sich intensiv mit den Zukunftsvarianten auseinandergesetzt und empfiehlt den Delegierten die Variante 3 zur Annahme. Diese gibt den Handlungsspielraum, um einerseits die Knospe klar und stark am Markt zu positionieren, andererseits durch die Schaffung eines Gesamtverbandes die Interessen aller Biobetriebe zu vertreten.
An der Ausarbeitung der drei Varianten haben ganz viele Leute aus dem Verband mitgewirkt. Für mich ist es ein Zeichen von grosser Stärke, dass wir den Mut haben, alle Möichkeiten offen und ohne Berührungsängste zu diskutieren. Neben der Auseinandersetzung in einem Internetforum haben sich auch an der Zukunftskonferenz vor einem Jahr und an verschiedenen Präsidentenkonferenzen viele Mitglieder mit der Weiterentwicklung von Bio Suisse und der Knospe befasst. Die zahlreichen Ideen, Gedanken und Anregungen hat die Projektgruppe laufend zusammengefasst und verdichtet. In diesem bioaktuell treffen sich vier engagierte Verbandsmitglieder zum Gespräch, die mehr oder weniger deutlich einer der Varianten anhängen. Das «friedliche Streitgespräch» stellt die drei Varianten noch einmal auf den Prüfstand und unterstützt sicher da und dort den Meinungsbildungsprozess. Ich freue mich, wenn alle Biobauern und Biobäuerinnen in ihren Mitgliedorganisationen die drei Zukunftsvarianten diskutieren und ihre Meinungen den Delegierten mit auf den Weg geben.
Inhalt 2/08
GASTRONOMIE
Wie steht's mit der Knospe-Küche?
In der Gastronomie konnte die Knospe bisher nie richtig Fuss fassen. Nun versucht Bio Suisse, erneut mehr Dampf zu geben. bioaktuell porträtiert ein Biorestaurant, das erfolgreich mit der Knospe kocht.
vollständiger Artikel (519 KB)
HIER UND JETZT
Treibgut der BioFach
Der weltweit florierende Biomarkt gab sich Ende Februar in Nürnberg ein Stelldichein, umrauscht von einem Strom der Superlative. bioaktuell fand Treibgut.
BIO SUISSE
Leitbild kurz vor dem Stellwerk
Die Erarbeitung des neuen Leitbilds von Bio Suisse hat Fahrt aufgenommen. Die DV Mitte April entscheidet, in welche Richtung es gehen wird und stellt die Weichen entsprechend.
Wechsel an der QS-Spitze
DV besetzt drei Sitze neu
Die Delegiertenversammlung vom 23. April wählt einen neuen Vorstand.
GENTECH
Biosaat gegen GVO-Freisetzung
Den GVO-Freisetzungen der ETH und der Uni Zürich erwächst Widerstand. Bio Suisse und «Zukunft säen!» spielen in einer breiten Allianz wichtige Rollen.
MARKT
AB-Label für die Schweiz
bio.inspecta bietet in der Schweiz AB-Zertifikate
für den Export an.
Ausgabe 1/08
Editorial von Alfred Schädeli, Redaktor
Geisterfahrer des Biolandbaus
Die neuen Fütterungsrichtlinien für Wiederkäuer beschäftigen nicht nur die Fütterungsexpertinnen, sondern besonders auch die Umstellberater. Ihre Dienste sind jedoch nicht mehr, wie vor wenigen Jahren, für die Umstellung auf Biolandbau gefragt, sondern für die Umstellung in entgegengesetzter Richtung.
Die ersten Marktzahlen für 2007 deuten darauf hin, dass sich in der Schweiz der Umstellverkehr in Richtung Bio und die Rückumstellung zu konventioneller Landwirtschaft die Waage halten, sodass 2008 die Anzahl Biohöfe ungefähr
gleich bleiben dürfte. Am Markt hingegen herrscht ein anderes Bild. Die Umsätze mit Bioprodukten konnten um sechs Prozent erhöht werden, die Produzentenpreise steigen, Schweizer Bioware ist bald günstiger zu haben als Importware, und zudem zieht der Export von Biospezialitäten langsam an.
Der Schweizer Biomarkt steht mit diesem Trend nicht allein. Auch der deutsche Biomarkt legte nach ersten Auswertungen auf hohem Niveau erneut massiv zu, um 15 Prozent (!), während die Produktion um weniger als fünf Prozentpunkte gesteigert wurde. Zum wiederholten Mal weist der deutsche Anbauverband Bioland auf die Schere zwischen Biomarkt und Bioproduktion hin, die sich immer weiter öffnet. Mit den zunehmenden Bioimporten lasse Deutschland das Nachhaltigkeitspotenzial des Biolandbaus im eigenen Land ungenutzt.
Was läuft falsch, dass die Biomärkte bei derart positiven Signalen nicht spielen und die steigende Nachfrage immer weniger aus der einheimischen Landwirtschaft versorgt werden kann? Liegt das Preisniveau trotz steigender Preise noch zu niedrig? Oder liegt es an der Agrarpolitik des Bundes? Ihre Oberziele sind erhöhte ökologische Leistungen und ein funktionierender Markt. Ging der Bund bei der Ausgestaltung seines Beitragssystems zu viele Kompromisse ein?
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht mag die Rückumstellung für den einzelnen Hof lohnend sein, das können die Rückumstellberater ausrechnen. Aus volkswirtschaftlicher Optik, für die Gesamtheit und für die Ökologie hingegen erscheinen die Rückumsteller als Geisterfahrer.
Inhalt 1/08
PRODUKTION
Ebermast statt Kastration
Die Brüder Cäsar und Oliver Bürgi haben für ihre zwei Höfe und die Firma «Silberdistel» einen Weg gefunden, alle Eber unkastriert aufzuziehen und die Produkte zu vermarkten.
vollständiger Artikel (631 KB)
Habichtskraut gegen Unkraut
Das FiBL hat ein Kraut entdeckt, das durch sein Konkurrenzverhalten sowie durch Wurzelausscheidungen gute Dienste im Obst- und Weinbau leisten könnte: Habichtskraut soll die Unkräuter in den Reihen unterdrücken.
Vom Umgang mit Tieren
An der 14. Freilandtagung in Wien hielt Prof. Waiblinger ein Referat zur Mensch-Tier-Beziehung mit vielen Tipps für die Praxis.
pro-Q senkt den Antibiotikaverbrauch
Das Projekt pro-Q ist ein Erfolg: Nach zwei Projektjahren ist der Antibiotikaverbrauch um ein Drittel gesunken und liegt bei etwa 42 Prozent des
Durchschnitts aller Schweizer Betriebe.
HANDEL
Mühle Rytz schluckt «b.io saatgut»
ZERTIFIZIERUNG
bio.inspecta und BTA gründen Rekursstelle
Ausgabe 10/07
Editorial von Robert Obrist
Darf Bioausbildung ein bisschen anders sein?
In den vergangenen Jahren wurde viel über die Neuausrichtung der landwirtschaftlichen Grundausbildung diskutiert. Wenn es um die Bioausbildung geht, nehmen selbst Biobauern unterschiedliche Haltungen ein. Die einen wollen möglichst nicht auffallen, das Gemeinsame betonen und die Betriebe möglichst anspruchslosen Richtlinien gemäss optimieren. Die anderen möchten sich an den Grundlagen des Biolandbaus orientieren und eine nachhaltige Landwirtschaft ins Zentrum stellen.
In der Bioausbildung schlagen wir den zweiten Weg ein. Wirkliche Vermittlung der Grundlagen des Biolandbaus muss in das Wesen von Böden, Pflanzen, Tieren und Menschen eintauchen und in der Erkenntnis verwurzelt sein, dass nicht alles Machbare auch sinnvoll ist.
Seit vier Jahren kann der Pilotlehrgang von Bio Suisse unter dem Titel «Neuausrichtung LandwirtIn mit Spezialrichtung Biolandbau» im dritten Lehrjahr absolviert werden. In 21 Schulwochen an der Bio Schwand vermittelt eine engagierte und kompetente Lehrerschaft «Grund-Schaffendes» zum Biolandbau. Der Lehrgang steht jungen Menschen nach dem ersten Teil der Lehrabschlussprüfung (LAP 1) offen. Ich freue mich über viele Anmeldungen für das kommende Schuljahr 2008/09.
Der Abschluss mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis unter eigenem Titel dokumentiert die fundierte Ausbildung. Aber leider gehört dieser Titel wohl bald der Vergangenheit an. Im Zuge der Reform der landwirtschaftlichen Grundausbildung soll er abgeschafft werden. (Prüfungs-)Frage: Mag das damit zu tun haben, dass selbsternannte Gralshüter der landwirtschaftlichen Ausbildungstradition die Andersartigkeit der Bioausbildung als Gefahr auffassen und verschwinden lassen möchten?
Robert Obrist ist Leiter der Geschäftsstelle Bildung von Bio Suisse
Inhalt
Erneuerbare Energien
Sonne, Wind und Gülle
Das Potenzial nutzen: Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe investieren vermehrt in die Produktion und Nutzung sauberer Energien.
vollständiger Artikel (449 KB)
Zertifizierung
Marke erschliesst Märkte
Mit der Zertifizierungsmarke soll es Schweizer Bioprodukten leichter fallen, ausländische Märkte zu erobern.
Offener Markt, offenes Gespräch
bioaktuell brachte Niklaus Wynistorf, BTA, und Ueli Steiner, bio.inspecta, an einen Tisch.
Hier und jetzt
Die Bioplattform im Internet
www.bioaktuell.ch startet eine neue Internetplattform für Bäuerinnen und Bauern.
Bioschule: Modell Schwand macht Schule
Die Bioschule von Bio Suisse an der Schwand läuft nach einem Modell, das nun für die ganze landwirtschaftliche Bildung übernommen wird.
Bio Suisse
Zukunftsträchtige Delegiertenversammlung
Zielsetzungen, Leitbild, Budget – und ein neuer Vorstand in Sicht. Das waren die Hauptthemen an der DV in Olten.
Knospe mit Markenzusätzen
Gespräch mit Marketingleiter Jürg Schenkel über die Markenzusätze zur Knospe.
Der Förderpreis wandert ins Prättigau
Ein Biowanderweg im Prättigau gewinnt den Förderpreis 2007.
Beilage
Das gilt neu im Biolandbau 2008
Merkblatt Das gilt neu im Biolandbau 2008 (im FiBL-Shop)
Ausgabe 9/07
Editorial von Markus Bär
Elend im Süden für die Mobilität im Norden
Ein Biogespenst geht um in den reichen Industrieländern: Das Gespenst der «Bio»treibstoffe. Mit biologischer Produktion haben diese Treibstoffe nichts zu tun, im Gegenteil, in aller Regel werden die Energiepflanzen mit allen Mitteln der konventionellen Agroindustrie aus dem Boden getrieben: Monokulturen, Gentechsaatgut, Kunstdünger, Pestizide.
Aber Bio klingt halt gut, wohlfeile Worthülsen wie «Greenpower» tun ein Übriges – und schon füllen sich unsere halb aufgeklärten Lifestyle-Grünen das Zeug in den Tank. Das hat etwas Tragisches: Die Leute wollen sich umweltpolitisch vernünftig verhalten, erreichen in dieser Hinsicht (bestenfalls) nichts und stützen ungewollt und unwissentlich einen Boom, der in den Produktionsregionen des Südens vielen Menschen im Wortsinne ans Lebendige geht. Ausbeutung und Elend im Süden für die Mobilität im Norden – es ist höchste Zeit, dass hierzu eine Diskussion einsetzt.
Wussten Sie, dass in den USA bereits 20 bis 30 Prozent der Maisproduktion in Form von Ethanol in Autotanks landet? Natürlich treibt das die Preise in die Höhe. In Mexiko gab es Anfang Jahr einen Tortilla-Aufstand, weil sich die ärmeren Schichten ihr Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können. Auch die Getreidepreise steigen, nicht ausschliesslich, aber auch wegen der durch den Agrotreibstoffboom angeheizten Nachfrage. Viele begrüssen das, weil höhere Preise die landwirtschaftlichen Einkünfte, auch im Süden, verbessern und sichern helfen. Die Kehrseite beschreibt Jean Ziegler, UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung: Mit jeder Preissteigerung der Grundnahrungsmittel um ein einziges Prozent leiden 16 Millionen Menschen mehr an Unterernährung. – Und wie weit vermag der Agrobenzinboom die Preise zu treiben?
Wachsende Weltbevölkerung, steigender Wohlstand, wachsender Energieverbrauch und Fleischkonsum auch in den Riesenländern Asiens: Es gibt nicht genug Ackerfläche, um aus ihr auch noch die Energieverschwendung aufrechtzuerhalten.
Inhalt
Agrotreibstoffe
Hintergrund
In den Ländern des Nordens wächst die Nachfrage nach Agrodiesel und Ethanol aus Zuckerrohr, Mais oder Getreide. Wie steht es um die Ökologie dieser Treibstoffe? Was läuft in der Schweiz?
vollständiger Artikel (114 KB)
Reportage
In einigen Ländern boomt der Anbau von Energiepflanzen für Agrotreibstoffe. bioaktuell berichtetaus Südamerika über die ökologischen und sozialen Folgen.
Hier und jetzt
Die Mär vom Biomärchen
Bio ist bloss ein Märchen, und ein ungesundes dazu: Die «Weltwoche» fährt grobes Geschütz auf. Und FiBL-Direktor Urs Niggli zerpflückt das (Ab-)Geschreibsel mit Leichtigkeit.
Markt
Gespräch mit Dorothee Stich
Die Frau hinter dem Bio Marché von Zofingen gibt Auskunft. Unter anderem über die Preise für Ausstellende.
Produktion
Kastration von Ferkeln
Ab 2009 ist das betäubungslose Kastrieren verboten. Die Alternativen im Überblick. Bio Suisse Fussball-Übertragungen auf Biohöfen: Im Rahmen der EURO 08 sollen Biobetriebe Spiele auf Grossleinwand zeigen. Und dabei für Bioprodukte werben, besonders für Milchprodukte.




























