Fisch 

Bioinsekten

Seit dem 1. Mai 2017 ist in der Schweiz die Produktion von drei Insektenarten (Grille, europäische Wanderheuschrecke und Mehlwürmer) für die Verwendung als Lebensmittel erlaubt. Im Januar 2018 wurde mit den Knospe-Richtlinien zu Produktion von Insekten Neuland betreten. Kein anderer Verband hat bisher Bio-Richtlinien für Insekten implementiert. Ab 2019 werden zudem Richtlinien zur Verarbeitung von Insekten gültig. 

Marktsituation

Insekten als Nahrungsmittel sind ein Nischenmarkt. Die Absatzmöglichkeiten sind in der Schweiz daher noch sehr gering, der Markt wird als gesättigt wahrgenommen. An der Produktion interessierten Betrieben wird daher empfohlen, sich im Voraus über mögliche Absatzkanäle zu informieren, bzw. dies gezielt aufzubauen. Die Branche hofft, dass sich in den kommenden Jahren die Nachfrage steigert und somit auch die Produktion erweitert werden kann. 

Insektenzüchter sind sowohl Produzenten wie auch Verarbeiter

Auch für die Produzenten bedeutet die Insektenproduktion für Lebensmittel Neuland. Wichtig ist: Da der Lebendtransport verboten ist, müssen die Tiere bereits auf dem Zuchtbetrieb getötet werden. Züchter von Insekten gelten dadurch nicht nur als Primär-, sondern auch als Sekundärproduzenten (Verarbeitungsbetrieb) und unterliegen daher der Registrierungspflicht beim kantonalen Veterinäramt.

Ein Informationsschreiben (146.8 KB) des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) bietet interessierten Betrieben Hilfestellung.

Drei erlaubte Insektenarten

Folgende Insektenarten sind in der Schweiz für die Nahrungsproduktion erlaubt:

  • Tenebrio molitor im Larvenstadium (Mehlwurm)
  • Acheta domesticus, adulte Form (Heimchen, Grille)
  • Locusta migratoria, adulte Form (Europäische Wanderheuschrecke)

Für die Vermarktung von weiteren Arten ist eine spezielle Bewilligung (Verordnung über neuartige Lebensmittel) durch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) notwendig.

Insekten als Futtermittel

Für die Produktion von Haustierfutter sind Insekten bereits seit längerer Zeit erlaubt. Nicht zulässig ist zurzeit die Verwendung als Futtermittel für Nutztiere. Die Rechtslage ist jedoch in der Prüfung und wird per Juni 2018 angepasst. Da Insekten gemäss Futtermittelgesetzgebung als verarbeitete tierische Proteine gelten und solche Proteine grundsätzlich für die Fischfütterung verwendet werden dürfen, steht fest, dass in der neuen Gesetzgebung auch die Verwendung von Insekten als Fischfutter erlaubt sein wird. 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 07.05.2018

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