Biopoulet

Marktnische mit Potential

Der Bioanteil im Absatz von Pouletfleisch ist mit 1 bis 2% in der Schweiz noch immer sehr klein. Die Nachfrage nach Geflügelfleisch allgemein, aber im Besonderen auch nach Biopoulet wächst rasant. Dementsprechend wird auch die Produktion ausgebaut.

 

Bio-Kükenstatistik 2016

Die Knospe-Richtlinien erlauben in der Geflügelmast eine maximale Herdengrösse von 500 Tieren. Die Herden werden in mobilen oder speziellen fixen Ställen gehalten, die einen Weidewechsel nach jedem Umtrieb sowie Weideruhe ermöglichen. Die Verwendung extensiver Zuchtlinien, eine Schlachtung nicht vor 63 Tagen und ein auf maximal 20 kg LG/m2 im Stall beschränkter Tierbesatz sind weitere Leistungen der Mäster für die artgerechte Haltung.

Produzenten gesucht

Die Pouletproduktion ist eine wachsende Nische innerhalb des Biofleischmarkts. Bei Coop hat sich der Verkauf von Knospe-Pouletfleisch in den letzten Jahren positiv entwickelt. Dank der positiven Promotion aller Beteiligten ist es Bell gelungen, eine genügende Anzahl neuer Produzenten zeitgerecht zu finden und damit auch den Markt bedarfsgerecht zu bedienen. Mit steigendem Angebot können bei der Verwertung der Schenkel und Flügel neue Angebotsformen entwickelt werden und damit das Angebot an Produkten an der Verkaufsfront ausgebaut werden. 

Migros bietet das Biopoulet seit längerer Zeit als Maispoularde in seiner «Sélection»-Linie an. 2014 führte Migros Biogeflügelfleisch auch unter der Marke «Migros Bio» ein. Die Micarna SA, ein Unternehmen der Migros, möchte das Angebot in den nächsten Jahren stark ausdehnen. Deshalb sind dringend neue Produzenten gesucht. Die Vollverwertung stellt dabei keine Herausforderung dar, denn in Brüstchen, Schenkel und Flügel zerlegt, kann das gesamte Biogeflügelfleisch im Biokanal verwertet werden.

Drittwichtigster Anbieter ist Biogeflügel-Pionier Vock, der seine Biopoulets direkt ab Hof, über Biometzgereien und -läden über Globus und Manor erfolgreich vermarktet. Die Konsumenten fragen das fettarme Pouletfleisch aus Knospe-Produktion gut nach – trotz des markant höheren Preises.

Adressen der Abnehmer von Biopoulets (170.3 KB)

Chancen für Umsteller

Seit dem letzten Jahr vermarktet Bell Pouletfleisch mit der Umstell-Knospe in den Coop-Kanal. Auch Micarna ist an der Zusammenarbeit mit Umstell-Betrieben interessiert.

Anforderungen für den Einstieg:

Da Geflügel in speziellen Schlachtlokalen geschlachtet werden muss, ist die Einbindung in eine Vertragsproduktion oder die Zusammenarbeit in einer Produzentengemeinschaft zwingend für den Einstieg in den Biopoulet-Markt. In den Produzenten-Verträgen der Abnehmer ist die Entschädigung für den Produzenten und die Amortisation der Ställe geregelt. Die Voraussetzungen für einen Produktionsvertrag sind eine Affinität zu Geflügel, das Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit sowie freie Arbeitskapazitäten. Ideal ist es, wenn für die Aufzucht bereits ein Stall zur Verfügung steht, der Betrieb nicht zu weit vom jeweiligen Schlachtbetrieb entfernt und mit grösseren Transportern erreichbar ist. 

Bericht zur aktuellen Marktlage: Wachstum bei Biopoulet (272.2 KB) (Bioaktuell 7/16)

 

 

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