Biolämmer

Die Lammfleischproduktion ist ökologisch sinnvoll. Denn Schafe und Lämmer können dort gehalten werden, wo Acker-, Gemüse- oder Obstbau für die direkte menschliche Ernährung nicht möglich sind. Schafe sind ausserdem wichtig für die Erhaltung unserer Alpweiden. Der Mehraufwand des Bioproduzenten für die Haltung und Fütterung nach Knospe-Richtlinien ist vergleichsweise gering.

Fast 82'000 Knospe-Schafe lebten in der Kontrollsaison 2012 in der Schweiz, das entspricht fast einem Fünftel des Schweizer Schafbestandes (rund 415'000). Unter den Knospe-Schafen waren gut 31'000 Jungschafe und 7'000 Melkschafe.

Im Kontrast dazu steht, dass im Jahr 2014 lediglich 7'148 Bio-Lämmer als solche abgenommen wurden. Obschon die Direktvermarktung nicht berücksichtigt wird, zeigt sich eines klar: Es gibt zwar einen Markt für Biolämmer, dieser kann aber das grosse Angebot bei weitem nicht aufnehmen.

Vertragsproduktion Lämmer

Der mit Abstand wichtigste Abnehmer ist Bell. Kleinere Metzgereien kaufen aber auch Lämmer zu.

Auch können Biolämmer in den Terra-Suisse-Kanal verkauft werden (s. Abschnitt Alplämmer).

Die Ursachen für den beschränkten Absatz des Biolamms liegen zu einem guten Teil an der Billig-Konkurrenz aus Irland, Australien und Neuseeland, von wo aus der Schweizer Markt mit entbeintem, darum gut verkäuflichem Lammrücken, gesättigt wird.

Diejenigen Knospe-Lämmer-Produzenten, welche mit der Schneider Vieh & Fleisch AG einen Vertrag über die Lieferung an Bell abschliessen konnten, sind i.d.R. zufrieden. In den Zeiten schwachen Angebots, in den Sommerwochen und rund um Weihnachten wird für die Lämmer aus Vertragsproduktion ein Zuschlag bezahlt. Dies bedingt aber eine entsprechende Steuerung der Produktion, d. h. schlachtreife Lämmer im Sommer anbieten zu können.

Biolämmer brauchen mindestens T2

Wer seine Tiere mit dem Knospe-Label oder als Berg-Lämmer unter dem Coop-Label Pro Montagna vermarkten will, muss auf Schlachtkörperqualität achten und den Verkauf frühzeitig planen. eine Taxierung von mindestens T2 ist gefragt. 

Hinweise zur Vermarktung

Alp- und Berglämmer

Nach der Alpsaison ist das Angebot an Lämmern immer besonders gross und erfahrungsgemäss können nicht alle Tiere im Biokanal verwertet werden. Knospe-Alplämmer werden derzeit nicht mit der Bio Knospe oder einem anderen Bio-Signet in der Theke der Supermärkte angeboten, weil es für jede Theke eine separate Zertifizierung bräuchte. Deshalb sollten für die Vermarktung von Alplämmern auch andere Labels in Betracht gezogen werden, um sich so einen (mit dem Biorichtpreis vergleichbaren) Zuschlag zu sichern.

Während den angebotsstarken Herbstwochen und jeweils kurz vor Ostern können Knospe-Lämmer, welche die Anforderungen der Berg- und Alpverordnung erfüllen, alternativ als "Bergzone"-Lämmer vermarktet werden. Diese Lämmer werden nicht als Knospe-Lämmer vermarktet, sondern als Berg-Lämmer unter dem Coop-Label Pro Montagna. Für Informationen wenden sich Betriebe vorzugsweise an ihre Vermarkter.

Migros gab bekannt, dass sie vom 17. August bis 17. September 5000 IPS-Alplämmer abnehmen und unter einem neuen Logo verkaufen möchte. Die Bedingungen sind unter anderem eine Alpungsdauer von mindestens 56 Tagen, der Einsatz von elektronischen Ohrmarken (Kostenpunkt 2.80 Fr./Stk.) und ein Schlachtgewicht von 16 bis 25 kg. Interessierte Biobetriebe können sich bei IP Suisse melden und gegen einen Beitrag von Fr. 50.- am Programm teilnehmen.

Eine Mindesttaxierung von T2 ist auch für Berg- und Alp-Lämmer erforderlich. Es gelten die Tarifblätter des jeweiligen Abnehmers.

aktualisiert im Februar 2017

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