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Bioschweine

Im Jahr 2015 wurden gut 32'000 Bioschweine geschlachtet, was einem Marktanteil von rund zwei Prozent entspricht. Die Nachfrage wird für die Jahre 2017 bis 2019 gedeckt werden können, obwohl im aktuellen Jahr noch einige Mastplätze in Bioställen leer stehen und der Detailhandel Mehrmengen brauchen kann. Inzwischen haben genügend Züchter Interesse bekundet und grösstenteils auch schon Abnahmeverträge abgeschlossen. 

Die Produzentenpreise sind im Biosegment losgelöst vom übrigen Markt und sie liegen deutlich über den anderen Schweinepreisen. Allerdings sind auch die An- und Herausforderungen in der Bioschweinezucht keinesfalls zu unterschätzen. Da lohnt es sich, Beratung in Anspruch zu nehmen. Es ist auch noch unklar, wie sich die 100-Prozent-Biofütterung sowie «Bio-Soja aus Europa» ab 2019 auf die Schweinehaltung und die Fettqualität auswirken werden. 

Abnahme vor Investition regeln

Die Abnahme der Jager ist in jedem Fall frühzeitig zu regeln. Dies am besten schriftlich mit einem Bio Suisse lizenzierten Händler: ASF, Anicom, Fidelio, Johann Sutter, Linus Silvestri oder Viegut. Möglich ist auch die Zusammenarbeit mit der Produzentengemeinschaft Biofleisch (Tel. 079 819 33 43 oder Beni Oswald), wenn die Schweine an Micarna geliefert werden.

Bio Suisse sollte umgehend nach Vertragsabschluss informiert werden. Einerseits um die Belieferung mit Tierverkehrsvignetten und Knospe-Ohrmarken sicherzustellen. Andererseits ist die fragile Bioschweinezucht schnell übersättigt. Zurzeit sind genügend Interessenten in Aussicht, um die Nachfrage bis 2019 abzudecken.

Die Wick AG in Frauenfeld nimmt seit Jahren wöchentlich Knospe-Mohren ab, seit 2014 gehört die Firma zu den Lizenznehmern von Bio Suisse. Abgehende Mutterschweine werden bei Bell in Basel jeweils alle zwei Wochen geschlachtet. Micarna nimmt keine Biomohren ab. 

Deutlich mehr Bioschweine in Aussicht: Fachartikel (206.6 KB) vom 4.01.2017

IG BSS

Die IG BSS vertritt die Interessen der Bio-Schweinehalter der Schweiz gegen Aussen. Sie arbeitet mit Organisationen, Verbänden und Unternehmen zusammen und nimmt Einfluss bei Änderungen von Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften.

Ebenfalls setzt sie sich für eine geordnete und faire Marktgestaltung und Preisbildung ein. Somit kann in Absprache mit Bio-Schweinehaltern in einer Schieflage des Marktes angemessen reagiert werden.

Die IG BSS sucht noch Mitglieder. Interessenten melden sich bitte beim Präsidenten, Andreas Bracher, Tel. 034 415 11 34, E-Mail: info@oberhuus.ch.

Ohrmarken bestellen

Bio Suisse hat per Januar 2014 Ohrmarken mit grünem Labelteil für Knospe-Schweine eingeführt.

Falls Sie einen Knospe-Betrieb mit Zuchtsauen haben und noch nicht von uns kontaktiert wurden, melden Sie sich bitte bei uns. Gelbe Ohrmarken wurden bis Ende 2014 von den Schlachthöfen akzeptiert, seither nicht mehr. 

Merkblatt Bestellung (459.8 KB)

Weil die Transparenz der Vermarktung nicht nur erhalten, sondern verbessert werden soll, können die Ohrmarken den Einsatz der Knospe-Produzenten-Vignetten aber nicht ersetzen

Weitere Hinweise zur Vermarktung

Bewertung Fettqualität bei Schweinen

Seit dem 1. Juli 2014 wird die Fettqualität nach PUFA und Jodzahl (JZ) beurteilt. Diese neuen Kriterien lösen die Fettzahl ab. 

Die Kommission Märkte & Handelsusanzen von Proviande hat die Grenzwerte wie folgt festgelegt:

  • 15.6 - 16.5 % PUFA oder Jodzahl 70.1 - 72.0: -0.10 CHF / kg SG
  • 16.6 - 17.5 % PUFA oder Jodzahl 72.1 - 74.0: -0.40 CHF / kg SG
  • ab 17.6 % PUFA oder Jodzahl 74.1: -1.-- CHF / kg SG

Die neuen Restriktionen lassen etwas mehr Spielraum in Bezug auf die Fütterung. Bio Suisse startet derzeit einen Versuch mit 100% Biofutter.

Weitere Informationen zum Thema:

  • Faktenblatt (46.2 KB) mit den Informationen über die Änderungen
  • Abschlussbericht HAFL (2.8 MB) über die „Nachhaltige Sicherung der Fettqualität bei Mastschweinen“
  • Bericht über das Gespräch von Bio Suisse mit den Futtermühlen, Forschungsvertretern und den Abnehmern zum Thema 100% Biofütterung von März 2014
  • Bericht über das Gespräch von Bio Suisse mit den Futtermühlen, Forschungsvertretern und den Abnehmern zum Thema 100% Biofütterung von November 2015
  • Artikel Bioaktuell 04/14: Schweine: Ist Biofutter ein Qualitätskiller?
  • Artikel (189.7 KB) Bioaktuell 01/16: Biofleisch zwischen anspruchsvoller Produktion und Abzügen

Begrenzte Möglichkeiten für Umsteller

Umstellbetriebe können nach erfolgreicher erster Zertifizierung ihre Jager an Umstellbetriebe oder an Vollknospe-Betriebe verkaufen. 

Für Mäster besteht die Möglichkeit, vor der Umstellung eine schrittweise Umstellung beim BLW und bei Bio Suisse zu beantragen. Die Detailhändler vermarkten zurzeit kein Schweinefleisch mit dem Umstellungs-Signet.

Es ist im Interesse der Schweinehalter, die Abnahme der Tiere frühzeitig zu regeln. Ebenso sollten Mäster bemüht sein, die Belieferung mit Ferkeln sicher zu stellen. Die Anmeldung zur Umstellung bei Bio Suisse sollte möglichst früh erfolgen, so dass Transparenz über die Marktlage geschaffen werden kann. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Produktmanagement Fleisch und an die lizenzierten Vermarkter.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 07.02.2017

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