Kriebelmücken – bei schwüler Witterung ein Problem für weidende Tiere 

Wild mit der Knospe

Jagdsaison, Feiertage – da kommt immer wieder die Frage auf: "Kann ich meinen Rehrücken, meinen Wildschwein-Salami mit der Knospe auszeichnen?"

Nein, gejagtes Wild darf nicht als Bio- oder Knospe-Wild verkauft werden, denn die Bioverordnung gilt ausdrücklich nicht für die Jagd und deren Erzeugnisse. Da es ohnehin zu wenig Wildfleisch in der Schweiz gibt – zwei Drittel der konsumierten Menge wird importiert – würde sich der Aufwand einer Biozertifizierung auch nicht lohnen.

Stammen die Wildtiere aus einem Schweizer Bio- oder Knospe-zertifizierten Landwirtschaftsbetrieb, darf deren Fleisch aber entsprechend gekennzeichnet werden. Vor allem Hirsche und Wildschweine werden in der Schweiz gezüchtet. Die so produzierte Fleischmenge ist aber noch sehr gering. Rund vierzig Biobetriebe halten Wild, vor allem Rot- oder Damhirsche. Diese Zuchttiere unterscheiden sich kaum von wildlebenden Tieren, jedoch kann durch die Gatterhaltung garantiert werden, dass das Futter der Tiere aus biologischem Anbau stammt, dass es nicht gentechnisch verändert und nicht mit Pestiziden belastet ist.

Die Nachfrage nach Knospe-Wild nimmt im Prinzip stark zu, schwierig ist aber die starke Saisonalität der Nachfrage in der Schweiz. Im Sommer kann Wildfleisch kaum abgesetzt werden, obwohl sich gerade Hirschfleisch bestens als Grillfleisch eignen würde. Die traditionellen Schweizer Wild-Rezepte sind aber mit herbstlichen Zutaten verknüpft. Das muss nicht sein und kann sich langfristig ändern: In England beispielsweise wird Wildfleisch das ganze Jahr über konsumiert.

Jürg Hauri, Bio Suisse

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.09.2017

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