Kraftfutter macht aus Kälbern keine Raufutterkuh Kälber vor dem Verkauf von der Milch absetzen 

Kälber bedarfsgerecht tränken

Die Meinung, dass Kälber möglichst schnell vom Milchsäugling zum Wiederkäuer werden sollten, ist noch weit verbreitet. Neuere Forschungen dagegen belegen, dass die daraus folgende restriktive Milchfütterung der Entwicklung der Kälber schadet.
Zur Deckung des Energiebedarfs in den ersten Lebenswochen werden mehr als die üblichen empfohlenen zehn Prozent des Körpergewichts an Milch benötigt. Empfohlen wird oft, das Defizit mit Kraftfutter auszugleichen. Aber einerseits kann das Kalb dieses in den ersten Wochen aufgrund seiner Enzymausstattung nur schlecht verdauen. Und andererseits: soll man wirklich den Kälberpansen auf die Verwertung von Kraftfutter einstellen, wenn man später eine möglichst effiziente Grundfutterkuh erhalten will?

Dem Kalb wird man eher gerecht, wenn man seine Bedürfnisse in den unterschiedlichen Lebensabschnitten berücksichtigt: in den ersten Lebenswochen Milch, und zwar so viel, dass der Energiebedarf gedeckt wird. Dafür braucht es pro Kalb und Tag zwischen sieben und zehn Liter. Am besten ist es, wenn man diese Mengen auf mindestens drei Mahlzeiten pro Tag verteilt. Durch die zunehmende Aufnahme von gutem Kälberheu oder Weidegang wird dann die Entwicklung zum Pflanzenfresser gefördert.

Die Fütterung der Kälber auf diese Art lohnt sich trotz des höheren Milchverbrauchs. Durch die optimale Energieversorgung werden Kälberkrankheiten reduziert und so Behandlungskosten gespart. Es kommt aufgrund der höheren Tränkemilchmengen bei der Verteilung auf mehrere Mahlzeiten nicht zu mehr Durchfällen. Zudem wird ein früheres Erstabkalbealter erreicht.
Katharina Abb-Schwedler

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.11.2012

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