Das gilt es bei Weidebeginn zu beachten

Dank dem milden Winter und dem früh einsetzenden Frühling sieht man schon auf manchen Betrieben weidende Kühe. Es ist schön anzusehen, wie ausgelassen sich Kühe verhalten, wenn sie nach der langen Stallfütterungsperiode das erste Mal die Weide nutzen können. Doch so schön es für die Tiere ist, für den Bauern bleibt doch einiges zu beachten.

Abrupte Futterumstellungen können das Verdauungssystem der Wiederkäuer aus der Bahn werfen, was dann oft in offensichtlichen oder versteckten Krankheiten endet. Zur Vorbeuge soll den Kühen in den ersten zwei Wochen vor dem Weiseaustrieb gutes, strukturreiches Heu vorgelegt werden. Das Heu verhindert, dass die Kühe zu schnell und zu hohe Mengen junges Gras fressen und fördert durch die Strukturwirkung das Wiederkauen. Junges Gras im Frühling ist sehr zuckerreich und praktisch ohne Struktur. Dadurch sinkt innerhalb kurzer Zeit der Pansen-pH-Wert, was zu einer akuten oder versteckten Übersäuerung (Azidose), mit Auswirkungen auf den Organismus führen kann. Anzeichen einer Übersäuerung des Organismus können der Abfall des Milchfettgehaltes, wechselhafter Appetit und Kotkonsistenz, vermehrte Klauenprobleme, Leberabszesse oder Störungen und Schädigungen des Pansens sein. Wird zusätzlich Kraftfutter gefüttert, können solche Symptome noch stärker auftreten. Natürlich sind in dieser Jahreszeit auch Blähungen ein Thema. Zur Vorbeugung wird auch hier im Stall vorgefüttert.

Zudem dar die Mineralstoffversorgung nicht vergessen gehen. So sollte unter Umständen eine Ergänzung des Mineralsalzes mit Magnesium zum Weideaustrieb ins Auge gefasst werden. Trotz aller Umstände, die der Wechsel von Stall- auf Weidefütterung mit sich bringt, ist er doch für Mensch und Tier jedes Jahr wieder ein schönes Erlebnis!

Christophe Notz

Weitere Informationen zum Thema Weidebeginn

«Die Tiere sanft ans Weiden gewöhnen»- Zeitschrift bioaktuell 3/2014 (224.7 KB)

Werbung