Film: Provieh – das neue Beratungsangebot von und für Tierhaltungsprofis Vollkostenrechnung Milch 

Low Cost Milchproduktion im Biolandbau

Die wörtliche Übersetzung dieser Überschrift lautet „Milchproduktion mit tiefen Kosten“. Das  tönt nicht sehr modern, deshalb hat sich der englische Begriff auch bei uns eingeschlichen.

Die Bauern protestieren zu Recht gegen zu tiefe Milchpreise. Leider kann der einzelne Bauer auf seinem Betrieb sehr wenig für eine konkrete Verbesserung des Milchpreises tun. Der Milchproduzent kann eigentlich nur seine Kosten analysieren und wo dies möglich ist, diese konsequent zu senken.

Ganzes System überdenken

Eine wichtige Erkenntnis aus der Beratung ist die, dass es oftmals wenig bringt an den kleinen Schrauben zu drehen. Viel wichtiger ist, dass sich ein Betrieb grundsätzlich Gedanken macht zum System seiner gesamten Milchviehproduktion.

Die „Low Cost“ stellt eine Gesamtstrategie für ein Milchproduktionssystem dar. Die Stichworte zu diesem System sind:

  • Angepasste, leichtere Milchkühe
  • Vollweide
  • Saisonale Abkalbung
  • Praktisch kein Kraftfutter
  • Einfache Sommer- und Winterfütterung
  • Keine TMR (Total-Misch-Ration)
  • Keine Hochleistungszucht
  • Tiefe Stallbaukosten
  • Einfacher Maschinenpark
  • Reine Grünlandbewirtschaftung für die Milchkühe

Diese Stichworte geben den Hinweis, dass es fundamental ist, in welchem System die Betriebe ihre Milchwirtschaft betreiben. Auf den Biobetrieben hat sich die Situation insofern verschärft, als seit 2009 für Wiederkäuer die 100 Prozent Biofütterung gilt.

Es ist nicht anzunehmen, dass in Zukunft an der 100% Regelung noch gerüttelt wird. Deshalb ist der wohl einzige realistische Weg die konsequente Reduktion der Kraftfuttergaben auf den Biomilchbetrieben. Das bedingt aber eine grundlegende Strategieänderung auf diesen Betrieben.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 17.02.2010

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