Neues zur Biorindviehzucht

Einsatz von ET-Stieren vermeiden

(13.12.2016) Wer seine Holstein-Kühe künstlich besamt, hat sicher bemerkt, dass fast alle neuen Stiere, die zur Verfügung stehen, durch Embryotransfer (ET) entstanden sind. Der Einsatz solcher Stiere ist im Biolandbau verboten. Im Online-Katalog von Swissgenetics lassen sich aber noch einige ET-freie Stiere finden; die meisten von ihnen muss man reservieren. Die Manager von Swissgenetics sagen, dass es schwierig sei, im kleinen Schweizer Holstein-Programm ET-freie, für Biobetriebe geeignete Stiere anzubieten. Zudem passt diese Rasse zu vielen Biobetrieben gar nicht gut. Deshalb braucht es neue Lösungen: Interessant für Biobetriebe, die bei der schwarz-weissen Rasse bleiben wollen, ist sicher die Nutzung von Genetik aus Neuseeland. So lassen sich etwas kleinere, weidegewohnte, robustere Tiere züchten mit ET-freien Stieren. Für BiozüchterInnen der roten Holsteinrasse sind besonders die 40  inländischen ET-freien Swiss Fleckvieh-Stiere  im Standard-Angebot interessant.

Auch bei der Rasse Montbéliarde ist das Angebot an Nicht-ET-Stieren sehr klein. Immer mehr MontbéliardezüchterInnen weichen deshalb auf französische Genetik von der Firma Jura Bétail aus. Aber Achtung: in diesen Katalogen werden meistens die ET-Stiere nicht deklariert. Das Gleiche gilt für Samendosen aus Deutschland (zum Beispiel Deutsches Fleckvieh): Man muss nachfragen, um sicher zu gehen, dass man keinen ET-Stier einsetzt. Auch Select Star deklariert die Herkunft aus Embryotransfer nicht mehr mit ET im Namen der Stiere, sondern zeigt die ET-Freiheit mit dem Margerite-Abzeichen an: Nur diese Stiere von Select Star dürfen auf Biobetrieben eingesetzt werden. Swissgenetics ist bemüht, bei den Zweinutzungsrassen Original Braunvieh und Simmentaler so wie beim Braunvieh ein gutes und breites Angebot an Nicht-ET-Stieren und Kleeblattstieren für die BiozüchterInnen bereit zu halten und deklariert ET nach wie vor im Namen der Stiere. Der Einsatz von Stieren mit dem Kleeblattlabel ist für alle Biobetriebe zu empfehlen, da diese Stiere überdurchschnittliche Fitnesszuchtwerte und Weidezuchtwerte (Braunvieh) haben. Anet Spengler Neff, FiBL

Unterschiede zwischen Biomilchkühen gezeugt durch künstliche Besamung oder durch Natursprung

Es wurde untersucht, ob und wie sich Milchkühe auf Schweizer Biobetrieben phänotypisch unterscheiden, je nachdem, ob sie durch künstliche Besamung (KB) oder durch Natursprung (NS) gezeugt worden sind. Alle europäischen Biorichtlinien empfehlen die natürliche Fortpflanzung der Nutztiere, lassen aber die KB zu. Deshalb ist es von Interesse, ob diese zwei Gruppen von Kühen auf Biobetrieben unterschiedliche Eigenschaften zeigen. In die Untersuchung wurden nur Biobetriebe einbezogen, die KBund NS-Stiere von der gleichen Milchrasse wie die Kühe einsetzen. Jeweils die erste Laktation von 594 Kühen von 29 Betrieben wurde einbezogen. Kühe, die von einem NS-Stier abstammten, zeigten tiefere Zellzahlen, eine Tendenz zu kürzeren Zwischenkalbezeiten sowie eine Tendenz zu tieferen Milchleistungen als Kühe, die von einem KB-Stier abstammten. In den anderen untersuchten Gesundheitsparametern zeigten sich keine Unterschiede. Rund 70% der NS-Stiere und 26% der KB-Stiere waren in der gleichen Region gezüchtet worden wie ihre Töchter. 1,8% der KB-Stiere und 30,8% der NS-Stiere waren auf einem Biobetrieb gezüchtet worden. Eine Erklärung für die gefundenen Unterschiede könnte bei den Kühen, die von einem NS-Stier abstammen, in ihrer besseren Angepasstheit an die lokalen Umweltbedingungen liegen. Es lässt sich aber aufgrund dieser Untersuchung nicht unterscheiden, ob die Befruchtungsart oder die Umweltbedingungen, unter denen der Stier gezüchtet worden war, den wichtigsten Einfluss hatten.

Artikel Zeitschrift Agraforschung 7 (10) 2016 (140.5 KB)

KB-Stiere richtig auswählen

(05.09.2016) Wer die Kühe künstlich besamt, sollte die Webseiten der Genetikanbieter zur Stierenauswahl nutzen. Jetzt sind die neuen Zuchtwerte publiziert.

Fitnessstarke und für die Weide geeignete Stiere findet man, indem man nach Kleeblattstieren filtert. Diese sind besonders geeignet für Biobetriebe. Die Vergabekriterien für das Kleeblatt wurden überarbeitet: es wird nur an Stiere vergeben, die im Fitnesswert (OB, BV, SI >100, SF und HO >105) und im Weidezuchtwert (BV >100) bzw. im Gesamtzuchtwert (OB >100) über dem Durchschnitt liegen und beim Zuchtwert Zellzahl ≥95 (HO: ≥100). Nur Stiere mit einem Schweizer Zuchtwert erhalten das Kleeblatt. Schweizer Stiere sind für alle Bio- und Weidebetriebe zu empfehlen, weil ihre Zuchtwerte viel eher auf Daten weidegewohnter Kühe beruhen als bei ausländischer Genetik. Die Milchleistungsvererbung der Stiere sollte eine Milchleistung der Nachkommen ermöglichen, die gut mit dem eigenen Grundfutter zu erfüttern ist. Betriebe, die hier bereits an der Limite sind, sollten mehr Stiere von Zweinutzungsrassen einsetzen, sodass die Milchleistung nicht höher wird und dafür ein besserer Nutzen beim Fleisch möglich wird. Um auf die Langlebigkeit zu achten, eignet sich nicht nur der Zuchtwert Nutzungsdauer, sondern auch ein Blick in die Abstammungsdaten des Stieres: seine Mutter und seine beiden Grossmütter sollten zusammen mindestens 14 Laktationen erbracht haben. Zudem ist darauf zu achten, ungenügende Eigenschaften der eigenen Kühe mit dem Einsatz passender Stiere auszugleichen. "Optimis"-Stiere sollte man nicht zu oft einsetzen, da ihre Zuchtwerte noch unsicher sind. Anet Spengler Neff

Weiterführende Informationen

Detaillierte Anforderungen an Kleeblatt-Stiere (Rubrik Rindvieh)

Ursprung? Natursprung.

(12.02.2016) Macht es einen Unterschied, ob ein Rind per Natursprung oder ob es per künstliche Besamung gezeugt wurde? FiBL-Forscherinnen beweisen: Ja.

Artikel Zeitschrift Bioaktuell 1|2016 (188.2 KB)

Kuhfamilienzucht – Eine Methode für die biologische Milchviehzucht

(05.10.2015) Das neue Merkblatt zur Kuhfamilienzucht bringt Beratenden und Milchviehhalterinnen und -haltern die Grundlagen der Kuhfamilienzucht näher und zeigt anhand von Varianten und Betriebsbeispielen, wie sie in der Praxis umgesetzt wird.

Bisher halten die meisten Biobetriebe kommerzielle Milchviehrassen, die auf hohe Milchleistungen gezüchtet wurden. Sie besamen ihre Kühe künstlich mit Samen von Stieren, die fast alle überdurchschnittliche Milchleistungen vererben. Viele Biobetriebe können ihren Kühen nicht genügend gehaltreiches Grundfutter für solche Leistungen anbieten und müssen deshalb vor allem Kraftfutter zukaufen oder Getreide für die Kühe anbauen. Dieses Vorgehen passt nicht gut zum Verständnis des Biolandbaus, standortangepasste Tiere zu züchten, die ihre Leistung aus dem betriebseigenen Futter erbringen.

Idealerweise werden für die standortangepasste Zucht sowohl die weiblichen als auch die männlichen Tiere gemäss den betriebseigenen Selektionskriterien ausgelesen und unter den Bedingungen des Betriebs aufgezogen. Diese Anforderungen erfüllt die Methode der Kuhfamilienzucht sehr gut. Sie beruht darauf, Tiere aus guten, zum Standort passenden Kuhlinien anzupaaren und die Nachkommen bei tief bleibenden Inzuchtwerten in der Weiterzucht einzusetzen.

Das zwanzig Seiten umfassende Merkblatt kann gratis heruntergeladen oder für neun Franken als Druckversion bezogen werden.

Merkblatt «Kuhfamilienzucht» (FiBL-Shop)

Neue Kleeblattkriterien 2015/2016

(31.08.2015) Seit 2012 ist die Bio Suisse Besitzerin des Kleeblattlabels, das an funktionell starke KB-Stiere vergeben wird. Diese Stiere werden für den Einsatz auf Biobetrieben besonders empfohlen. Jedes Jahr werden die Kriterien für die Vergabe des Labels von Bio-Züchtergruppen, zusammen mit dem FiBL und im Gespräch mit Swissgenetics überprüft. Für 2015/2016 gibt es einige Neuerungen.

Nach wie vor gilt für alle Rassen, dass ein KB-Stier das Kleeblattlabel nur dann bekommen kann, wenn er kein ET-Stier ist und eine Schweizer Nachzuchtprüfung hat. Bei den Rassen Braunvieh / Brown Swiss (BV/BS), Original Braunvieh (OB),  Swiss Fleckvieh (SF) und Simmental (SI) muss der Zuchtwert Zellzahl bei mindestens 95 liegen, bei den Rassen Red Holstein (RH) und Holstein Friesian (HO) muss er neu bei mindestens 100 liegen.

In diesem Jahr gibt es vor allem bei den Rassen RH, SF und SI Veränderungen. Die Zuchtwerte für die Rassen RH und HO werden neu gemeinsam, aufgrund der gleichen Basis berechnet; diese Basis bilden für die meisten Merkmale die 6 – 8-jährigen Kühe beider Rassen. Alle Fleckviehrassen sind nun bezüglich der Zuchtwerte untereinander vergleichbar. Neu gibt es auch für die Rasse HO einen Teilzuchtwert für Fitness, den IFF (= Index Funktionalität Fruchtbarkeit). Dieser ersetzt bei den Rassen RH, SF und SI den alten Index Fitness (IFI). Der IFF setzt sich bei den Rassen RH und HO zusammen aus dem Zuchtwert Fruchtbarkeit (45%, dieser setzt sich aus den Zuchtwerten für Non-return-Rate, Verzögerungszeit und Rastzeit zusammen) und aus den Zuchtwerten für Zellzahl (25%), Nutzungsdauer (20%) und Persistenz (10%). Für die Rassen SF und SI gilt aber für den IFF die alte Merkmalsgewichtung des IFI (bei SF: 29% Zellzahl; 26% Nutzungsdauer; 19% Persistenz; 13% Fruchtbarkeit, zusammengesetzt aus 50% NRR und 50% Rastzeit und 13% Leistungssteigerung; bei SI: 20% Zellzahl; 24% Nutzungsdauer; 16% Persistenz; 0% Fruchtbarkeit; 16% Leistungssteigerung; 12% Milchfluss der Mutter; 12% Normalgeburten). Der IFF ist ein wichtiges neues Kriterium für die Vergabe des Kleeblattes an KB-Stiere. Er muss bei den Rassen RH, HO und SF bei mindestens 105 liegen, bei der Rasse SI bei mindestens 100 (die Anforderung ist für SI-Stiere tiefer, da diese Rasse in allen Fitnesseigenschaften schon besser ist als die anderen Rassen). Alle früher bei den Fleckviehrassen zusätzlich verwendeten Kriterien fallen jetzt weg. Dies ermöglicht eine einheitlichere und einfachere Berechnung.

Beim Braunvieh gelten fast die gleichen Kriterien wie im letzten Jahr: Bei BV/BS ist aber nicht mehr der Gesamtzuchtwert (GZW) massgebend, sondern der 2014 neu eingeführte Weidezuchtwert (WZW). Er muss bei mindestens 100 liegen, damit der Stier das Kleeblatt bekommt. Zudem muss der Fitnesswert (FIW) bei 100 liegen. Bei der Rasse OB wird kein WZW berechnet, weshalb die Kriterien gleich bleiben wie im Vorjahr: der GZW muss mindestens 100 sein, der FIW 95 (diese Grenze ist – wie bei der Rasse SI – tiefer, da die Rasse OB in den Fitnesseigenschaften schon besser ist als BV/BS).

Die Kriterien sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

 

Kleeblattkriterien 2015
Rasse
SIIFF ≥ 100ZZ ≥ 95
SFIFF ≥ 105ZZ ≥ 95
HO/RHIFF ≥ 105ZZ ≥ 100
OBFIW ≥ 95ZZ ≥ 95GZW ≥ 100
BV/BSFIW ≥ 100ZZ ≥ 95WZW ≥ 100

 

Ein Stier, der das Kleeblatt einmal hatte, bekommt es wieder, wenn er nicht im Zuchtwert Zellzahl unter den Grenzwert fällt, auch wenn er nicht mehr alle anderen Kriterien erfüllt.

Leider resultieren aus diesen Kriterien nicht mehr verfügbare Kleeblattstiere als vorher. Vor allem bei den Rassen HO, RH und BV/BS sind es eigentlich zu wenige. Trotzdem waren alle Bio-Züchtergruppen, die diese Kriterien bearbeiteten der Ansicht, dass man die Kriterien nicht lockern darf.  So zeigt sich auch, welche Rassen viele funktionell starke Stiere hervorbringen, die sich besonders gut für Biobetriebe eignen.

Anet Spengler, FiBL

KB-Stierenauswahl für Biobetriebe

(22.07.2015) Für den Biobetrieb passende Stiere zu finden ist nicht immer ganz einfach, insbesondere in den Rassen Holstein und Jersey mit dem hohen Anteil an Stieren aus ausländischer Zucht und aus Embryotransfer.

Eine Biokuh muss in der Lage sein, viel Milch aus dem betriebseigenen Grundfutter zu produzieren. Sie soll langlebig sein und über eine gute Gesundheit verfügen. Das Zuchtziel für eine Milchviehherde auf dem Biobetrieb lässt sich wie folgt definieren: Die Milchleistung ist an die Qualität des betrieblichen Grundfutters mit einer maximalen Ergänzung von 10 Prozent Kraftfutter angepasst, Gesundheits- und Fruchtbarkeitsmerkmale liegen über dem Rassenschnitt.

Kleeblatt-Stiere

Es wird empfohlen, aus den Stierenkatalogen Kleeblatt-Stiere auszuwählen. Dieses Label wird an jene Stiere vergeben, welche über gute Zuchtwerte im Bereich der Fitness- und Gesundheit verfügen. Allerdings wird das Kleeblatt im Moment lediglich für braune Rassen (Brown Swiss, Braunvieh, Original Braunvieh), rotes Fleckvieh (Simmental, Swiss Fleckvieh und Red Holstein) sowie für Holstein Friesian vergeben. Bei den anderen Rassen müssen Züchterinnen und Züchter selbst passende Stiere aufgrund der funktionellen Merkmale suchen. Das heisst, dass diese Merkmale einen Zuchtwert über 100 aufweisen sollen, insbesondere bei den Merkmalen, welche in der eigenen Herde oder bei der zu besamenden Kuh ungenügend sind.

Bezüglich Exterieur ist eine Kuh mit breiter Brust und tiefer Flanke erwünscht, denn diese Eigenschaften braucht ein Tier mit hohem Raufutterverzehr. Auch Euteraufhängung und Klauen müssen überdurchschnittliche Werte aufweisen.

Wenn die Milchleistung der Herde schon hoch ist (Stallschnitt über 7500 kg im Talgebiet), muss sich der Züchter oder die Züchterin fragen, ob die Leistung weiter steigen kann und ob diese Leistung mit der eigenen Futtergrundlage erfüttert werden kann, ohne Probleme bei der Tiergesundheit und Fruchtbarkeit zu bekommen. Wenn dies nicht der Fall ist, sollten Stiere ausgewählt werden, die bei der Milchleistung einen Zuchtwert unter +400 kg aufweisen. Liegt der Zuchtwert Milch kg zwischen -400 kg und +400 kg, befindet sich das Tier ungefähr im Rassenschnitt.

Keine Stiere aus Kanada und den USA

Biobetriebe sollten vor allem Stiere aus der Schweiz auswählen, denn diese stammen aus Betrieben, die traditionell mehr weiden und weniger Kraftfutter einsetzen als Zuchtbetriebe im Ausland. Neuseeländische Genetik erfüllt diese Kriterien auch, im Gegensatz zu den Stieren aus Kanada und den USA, welche diese Anforderungen überhaupt  nicht erfüllen. Im Idealfall setzen Biobetriebe Stiere aus anderen Biobetrieben ein, von diesen gibt es im KB-Angebot aber im Moment nur wenige. Swissgenetics bietet aus Biozuchtbetrieben Rico (OB), Kai (OB), Ophir (SF) und Star (SF) an, bei Triple Genetics ist Michael (SF) im Angebot.

Online Stierenkatalog

Stiere aus Embryotransfer dürfen bekanntermassen im Biolandbau nicht eingesetzt werden. Diese Regelung schränkt die Stierenauswahl stark ein. Insbesondere bei den Rassen Holstein, Montbéliarde und Jersey sind nur noch wenige ET-freie Stiere im Angebot. In den Online-Katalogen der Genetikanbieter ist die Auswahl etwas grösser als in den gedruckten Katalogen. Beispielsweise bietet Swissgenetics folgende Nicht-ET-Stiere an:

  • 66 Holsteinstiere an (davon sind 41 aus der Schweiz, praktisch alle vererben aber hohe bis sehr hohe Milchleistungen)
  • 23 Jerseystiere (keiner aus der Schweiz)
  • 14 Montbéliardestiere (einer aus der Schweiz)

Eine grössere Auswahl an Montbéliarde-Stieren (auch ET freie) findet man über die Organisation Fédération des Sélectionneurs de Bétail Bovin (www.fsbb.ch), die mit dem französischen Genetikanbieter Jura bétail (www.jura-betail.fr) zusammenarbeitet. Auch die Firma Select Star (www.selectstar.ch ) bietet diese Samendosen an; man muss nur danach fragen.

Neuseeländische Jersey und Holstein-Stiere sind häufig interessant für Biobetriebe, denn sie stammen meist aus Betrieben mit sehr hohem Weideanteil. Das Angebot an ET-freien Stieren ist aber auch in diesem Bereich klein.

Anet Spengler, FiBL

Weiterführende Informationen

Stiere KB (Rubrik Rindviehzucht)

www.swissgenetics.ch

Beim Braunvieh gewinnen funktionale Eigenschaften an Bedeutung

(19.08.2014) Braunvieh Schweiz hat die Gesamtzuchtwerte überarbeitet. Die reinen Produktionsmerkmale verlieren an Gewicht –  zu Gunsten von Merkmalen wie Fruchtbarkeit, Zellzahl, Fundament und Persistenz.

Braunvieh Schweiz hat den Gesamtzuchtwert (GZW) für Braunvieh (BV) erneuert. Zudem wurde erstmals ein eigener GZW für das Original Braunvieh (OB) geschaffen. Das Ziel war, mit den neuen Zuchtwerten die funktionalen Stärken der Stiere besser zu zeigen und die Produktionsleistungen etwas weniger stark zu gewichten. Insbesondere die Fruchtbarkeit wird mit 15 Prozent beim BV und 14 Prozent beim OB stark gewichtet. Beim GZW für das Original Braunvieh werden nicht nur die Milchleistung und die funktionalen Merkmale, sondern auch die Mastleistungen berücksichtig. Fleischigkeit, Nettozuwachs bei Bankkälbern und Banktieren tragen mit insgesamt 20 Prozent zum GZW bei. Um dem Selektionsdruck in Richtung grosse und schwere Tiere entgegenzuwirken, wird die Rahmengrösse im neuen GZW beider Rassen nicht mehr berücksichtigt.

Ganz im Sinne der graslandbasierten Milchproduktion wurde für Braunvieh – nicht für OB – ein neuer «Weidezuchtwert» (WZW) eingeführt, in dem die für gute Weidetiere wichtigen Eigenschaften ein stärkeres Gewicht erhalten: Die Fruchtbarkeit und die Zellzahl werden stärker, die Eiweissmenge wird hingegen weniger stark gewichtet als beim GZW. Das Körpergewicht, ein Index aus den Zuchtwerten für Kreuzbeinhöhe, Körpertiefe und Beckenlänge, wird im WZW negativ bewertet, denn kleinere, kompaktere Kühe sind bessere Raufutterverwerterinnen mit einer besseren Milchproduktionseffizienz. Die Gewichtung dieses Merkmals beträgt zehn Prozent.

Der Ökologische Gesamtzuchtwert wird überflüssig

Es gab bei Braunvieh Schweiz die Überlegung, wegen des neuen Weidezuchtwertes den Fitnesswert (FIW) ganz abzuschaffen. Die Gruppe der Biobraunviehzüchter, die im Auftrag der Bio Suisse jeweils Fragen zur Braunviehzucht bearbeitet, war jedoch gar nicht für diese Abschaffung. Die Biozüchter sehen nämlich im reinen Fitnesswert ohne Produktionsleistungsmerkmale eines Stieres eine interessante Aussage, die man nicht verlieren sollte. Hingegen fand die Gruppe, es wäre kein grosser Verlust, den Ökologischen Gesamtzuchtwert (ÖZW) abzuschaffen, da der neue GZW und der neue WZW den Anliegen, die damals im Jahr 2000 zur Schaffung des ÖZW führten, weitgehend gerecht werden.  Damals wollte man die Milchleistung geringer gewichten zu Gunsten der funktionalen Merkmale. Deshalb hat die Gruppe gemeinsam mit dem FiBL und mit Braunvieh Schweiz beschlossen, dass der ÖZW beim Braunvieh nicht mehr publiziert werden soll und dass der FIW bestehen bleiben soll. Eine neue Gewichtung der Merkmale im FIW wurde gemeinsam diskutiert: dem Milchfluss wird neu ein geringeres und der Persistenz und der Zellzahl ein höheres Gewicht beigemessen, das Fundament ist neu im FIW integriert.

Kriterien für die Vergabe des Kleeblattlogos angepasst

Da bisher die Höhe des ÖZW und des ZW Zellzahl beim Braunvieh die Hauptkriterien waren für die Vergabe des Kleeblattlabels an KB-Stiere, mussten nun neue Kriterien festgesetzt werden: Ab der neuen Zuchtwertschätzung vom August 2014 erhalten Braunviehstiere mit einem FIW >100, einem GZW >100 und einem ZW Zellzahl >95  das Kleeblattlabel. Für OB Stiere gelten Werte von FIW >95, GZW >100 und ZW Zellzahl >95. Beim OB wurde die Limite beim FIW tiefer gesetzt als beim BV, da die Basis beim OB wesentlich höher liegt als beim BV. Diese Kriterien für die Vergabe des Kleeblattes gelten vorerst für dieses Jahr; sie werden aber fürs nächste Jahr wieder genau unter die Lupe genommen und allenfalls nochmals angepasst.

Anet Spengler Neff, FiBL

Weitere Informationen

Biorindviehzucht (gleiche Rubrik)

An lokale Bedingungen angepasste Milchkühe züchten

(25.04.2014) Im Biolandbau und in der graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion müssen die Tiere gut zum Standort passen. Sie sollen vom Raufutter, das auf ihrem Betrieb wächst, gut leben und produzieren können und höchstens 10 Prozent der Jahresration an Kraftfutter brauchen.

Die Organe und die Lebensweise der Rinder sind spezialisiert für die Verdauung von Zellulose. Deshalb will und muss das Rind viel Gras fressen; das ist arttypisch und deshalb auch artgerecht. Weil aber die Standorte und das Futter der Betriebe so verschieden sind, braucht es verschiedene Kuhtypen; es gibt somit nicht nur einen passenden Typ für die graslandbasierte Produktion.

Wie herausfinden, welcher Kuhtyp passt?

Im Grunde ist es einfach: die jeweilige Tagesmilchleistung der Tiere sollte dem Milchproduktionspotential des betriebseigenen Futters (inklusive 10 Prozent Kraftfutter) entsprechen. Aber das kann man nicht dauernd ausrechnen und zudem spielen auch das Fütterungsmanagement und die Anpassungsfähigkeit der Kühe eine Rolle. Deshalb hat das FiBL den «Einschätzungsbogen zur standortgerechten Milchviehzucht»* entwickelt. Damit kann man die Standortgerechtheit der Milchviehhaltung und –zucht auf jedem Betrieb einschätzen und beurteilen. Das Werkzeug besteht aus zwei Fragebögen, einem zum Betrieb und einem zur Herde. Für jede Antwort gibt es Punkte. Eine hohe Punktzahl auf der Betriebsseite ergibt sich bei einem Betrieb mit sehr guten Bedingungen für die Futterproduktion und die Tierhaltung. Eine hohe Punktzahl auf der Tierseite zeigt, dass es sich um anspruchsvolle Tiere mit hohen Leistungen handelt. Wenn die Punktzahl auf der Tierseite viel höher ist als auf der Betriebsseite, kann dieser Betrieb den Tieren nicht genügend gerecht werden. Ist die Punktzahl auf der Betriebsseite höher als auf der Tierseite, dann schöpft der Betrieb sein Potenzial nicht aus. Somit sind ausgeglichene Punktzahlen anzustreben.

Standortgerechtheit und Tiergesundheit

Im Projekt «Biozucht Graubünden» (99 Betriebe sind beteiligt) zeigte sich, dass Betriebe mit einer ausgeglichenen Einschätzung zur Standortgerechtheit ihre Tiere weniger häufig behandeln mussten und eine höhere durchschnittliche Nutzungsdauer sowie tiefere Zwischenkalbezeiten auswiesen als Betriebe mit zu hohen Ansprüchen der Tiere. In einer weiteren FiBL-Studie mit 72 Biobetrieben hatten die Betriebe mit einer ausgeglichenen Einschätzung ebenfalls kürzere Zwischenkalbezeiten.

Was tun, wenn ein Ungleichgewicht besteht?

Hat die Herde zu hohe Ansprüche im Vergleich zu den Möglichkeiten des Betriebes, so kann der Kuhtyp züchterisch in Richtung eines Zweinutzungstyps verändert werden, der weniger anspruchsvoll ist; zum Beispiel durch Einkreuzen einer Zweinutzungsrasse. Oder man kann die Betriebsseite verbessern, indem man das eigene Futter gezielter einsetzt: dafür müssen die unterschiedlichen Raufutterkomponenten separat gelagert und bei Bedarf zugänglich sein. Siloballen von unterschiedlicher Herkunft und Qualität müssen immer angeschrieben sein. Solche Betriebe sollten neben den Kühen genügend andere Raufutterverzehrer halten, sodass sie den Kühen nur das beste Futter geben können, vor allem in den ersten 100 Laktationstagen. Die übrigen Raufutterverzehrer erhalten das qualitativ schlechtere Futter. Zudem muss genügend Zeit zur Verfügung stehen, um die Kühe gezielt und individuell zu füttern.

Züchterisch sollten wir Kühe fördern, die besonders gut mit dem betriebseigenen Raufutter umgehen können. Ein wichtiges Merkmal dafür ist die Körperkondition (Body Condition Score = BCS*). Alle Kühe sollten beim Abkalben und bei der Brunst beurteilt werden. Die Differenz zwischen diesen Noten sollte nicht höher als 0.5 sein. Und möglichst keine Benotung sollte unter 2.5 liegen, denn Kühe, die zu Beginn der Laktation stark abmagern, weisen ein höheres Krankheitsrisiko auf und haben oft Fruchtbarkeitsprobleme. Daran zeigt sich, dass sie sich dem vorhandenen Futter zu wenig gut anpassen können. Weitere Merkmale guter Raufutterkühe sind: gute Persistenz, tiefe Flanke und breite Brust und ein fleissiges Fressverhalten. Stiere sollten aufgrund ihrer Zuchtwerte zu den funktionalen Merkmalen ausgewählt werden: bei Persistenz, Zellzahl und Rastzeit sollten sie mindestens durchschnittlich sein, bei Brustbreite, Flankentiefe und Nutzungsdauer sollten sie nicht weit unter dem Durchschnitt liegen. Der Zuchtwert für die Milchleistung sollte zum durchschnittlichen Milchproduktionspotential des betriebseigenen Futters passen.
Anet Spengler Neff, FiBL

*Download und weitere Informationen

Biorindviehzucht (gleiche Rubrik)

Gesucht: Die gesunde Raufutterverwerterin

(04.10.2013) Den Antibiotikaeinsatz und den Kraftfutterverbrauch zu reduzieren sind gegenwärtig die zwei grossen Ziele der Biotierhaltung. Beim Milchvieh ist auf der Stufe der Genetik viel Potenzial vorhanden. Einerseits können viele Betriebe ihre Tiere noch besser auf die Futtergrundlage des Betriebes abstimmen. Andererseits sollte gezielter auf die Merkmale Gesundheit und Raufuttereffizienz gezüchtet werden.

Artikel bioaktuell 8/2013 (285.1 KB)

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Swiss Expo: Die feine kleine Bioschau

(26.04.2012) An der Swiss Expo in Lausanne zeigen jeweils auch einige engagierte Biozüchterinnen und Biozüchter ihre Kühe. Gesund, langlebig und robust soll die Biokuh vor allem sein.

Artikel bioaktuell 3/2013 (89.7 KB)

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Ist die genomische Selektion nützlich auf Biobetrieben?

(17.12.2012) Die genomische Selektion ermöglicht eine frühere und gezieltere Stierauswahl. Aber sie fördert zurzeit die Produktionsleistung deutlich stärker als die funktionalen Merkmale, da noch zu wenige genomische Zuchtwerte für funktionale Merkmale zur Verfügung stehen. Für alle Merkmale gibt es in der Schweiz nach wie vor die konventionellen Abstammungs- oder Nachzuchtprüfungszuchtwerte. Die genomische Selektion bringt dem Bio-Betrieb etwas, sobald sie auch bei den funktionalen Merkmalen breit eingesetzt wird (in diesem Jahr gibt es bereits viel mehr genomische Zuchtwerte für funktionale Merkmale als letztes Jahr). Bis jetzt gibt es für die Rassen Original Braunvieh und Simmental keine genomischen Zuchtwerte, also gerade bei Rassen, die in der Schweiz oft auf Biobetrieben gehalten werden.

Betriebe mit Natursprung

Positiv kann die Möglichkeit zur genomischen Typisierung für Biobetriebe mit Natursprung sein, sofern sie über eine Rasse verfügen, bei der eine Typisierung möglich ist. Wichtig ist auch hier, dass man den Abstammungszuchtwert des Stieres und spätere Nachzuchtprüfungsresultate mit einbezieht und kombinierte Zuchtwerte berechnet, so dass man nicht nur auf den genomischen Zuchtwert abstellt. Der Nutzen für den Züchter ist am grössten, wenn Kälber typisiert werden, deren eigene Leistung noch nicht bekannt ist. Ein kombinierter Zuchtwert kann die Selektion beispielsweise bei Zwillingskälbern erleichtern. Wichtig ist aber nach wie vor, auch das Kalb selber gut anzuschauen.

Genomische Typisierung

Züchter der Rassen Brown Swiss, (Red) Holstein und Swiss Fleckvieh können direkte genomische Zuchtwerte (DGZW) ihrer Tiere schätzen lassen, indem sie eine Haarprobe, einen Nasenschleimhautabstrich oder eine Samendose zusammen mit einem ausgefüllten Auftragsformular des Zuchtverbands an die Qualitas AG in Zug senden. In der Schweiz werden die DGZW mit den traditionellen Zuchtwerten zu genomisch optimierten Zuchtwerten (GOZW) kombiniert.

Standortgerechte Zucht

Die Milchleistungen angestammter Kuhrassen sind heute fast doppelt so hoch wie vor fünfzig Jahren. Da die Ergänzungs-und Leistungsfütterung mit Kraftfutter auf Biobetrieben eingeschränkt ist, was insbesondere im Berggebiet eine Rolle spielt, muss die Genetik an die vorhandene Futtergrundlage angepasst werden. Wie das gelingt, steht im Merkblatt «Biomilchviehzucht im Berggebiet», das gratis herunter geladen werden kann aus dem FiBL-Shop.

Merkblatt «Biomilchviehzucht im Berggebiet»  (FiBL-shop)

(Abgeändert nach einem Interview von Matthias Roggli mit Anet Spengler in der UFA-Revue 9/2012, bearbeitet durch Maurice Clerc)

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Neues Merkblatt: Biomilchviehzucht im Berggebiet

(26.07.2012) Eine standort- und artgerechte Milchviehzucht bildet die Grundlage für eine gute Tiergesundheit und eine nachhaltige und wirtschaftliche Biomilchproduktion. Dies gilt in besonderem Masse für das Berggebiet. Das Merkblatt erläutert, worauf es bei der Milchviehzucht im Berggebiet ankommt und wie für die Anpassung der eigenen Herde züchterisch vorgegangen werden kann.

«Biomilchviehzucht im Berggebiet» umfasst 16 Seiten. Das Merkblatt kann gratis heruntergeladen oder für 9 Franken als Druckversion bezogen werden.

Merkblatt Biomilchviehzucht im Berggebiet (128.4 KB) (FiBL-Shop)

Swiss Fleckvieh Nachzuchtschau auf dem Biobetrieb von Hans Braun

(04.06.2012) Seit vielen Jahren züchtet Hans Braun zusammen mit drei weiteren Betrieben Kuhlinien, die sich sehr gut für die Vollweidewirtschaft unter Biobedingungen eignen. Die vier Betriebe geben ihre Natursprungstiere jeweils untereinander weiter. Wenn sie 30 Töchter haben, werden von diesen Stieren bei Swissgenetics Samendosen hergestellt. Die Stiere Pit, Pirmin, Alex und Star sind auf der Webseite von Swissgenetics zu sehen. Sie haben erst wenige Zuchtwerte aus den Leistungsprüfungen der Töchter. Deshalb hat Hans Braun am 15. April selber die Nachkommen dieser Stiere auf seinem Betrieb präsentiert. Die Kühe überzeugten mit schönen Eutern, angemessenen Milchleistungen und viel Substanz. Auch in den Zellzahlen und in der Fruchtbarkeit sind sie gut, nur die Eiweissgehalte sind bei den Töchtern von Pit, Pirmin und Star eher tief.
Der Stall von Hans Braun war über den ganzen Tag voller interessierter BesucherInnen.

Autorin:
Anet Spengler Neff (FiBL)

Bioviehschau an der Agrischa 2012

(30.04.2012) Vier Biobetriebe aus dem Prättigau und Davos haben an der Agrischa 2012 in Grüsch im Rahmen der Ausstellung von Bio Grischun und im Attraktionenring ihre schönen Biokühe präsentiert. Sie sind aber nicht nur schön, sondern es sind langlebige, gesunde Kühe, die mit dem Raufutter ihrer Biobetriebe und mit nur wenig Kraftfutter sehr gute Milchleistungen erbringen.

Viel Raufutter und wenig Kraftfutter

Auf Biobetrieben ist es besonders wichtig, dass die Kühe und ihre Ansprüche gut zu dem vorhandenen Raufutter passen, da die Futterrationen nicht beliebig durch Kraftfutter und andere Futterzukäufe ergänzt werden können und der Kreislauf der Nährstoffe auf dem Betrieb möglichst geschlossen bleiben soll. Mit diesen Grundsätzen des Biolandbaus erreicht man eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle, standortangepasste Tierhaltung, die nur geringe Ackerflächen für das Futter von Wiederkäuern beansprucht. In Zukunft wird es immer wichtiger, dass die Kühe mit dem betriebseigenen Futter gut zurechtkommen und nichts Zusätzliches brauchen, denn Ackerflächen sollen weltweit vorwiegend für die menschliche Ernährung zur Verfügung stehen. Kühe nach diesen Fähigkeiten zu selektionieren ist ein wichtiges Ziel der Biorindviehzucht.

Sehr gute Biokühe präsentiert

Ein gutes Beispiel für eine solche effiziente Kuh ist die 10-jährige Mara von Heidi und Valentin Sutter aus Schiers, die in sechs Laktationen über 51‘000 Kilo Milch gegeben hat, immer mit Zellzahlen unter 100‘000 und die jedes Jahr ein Kalb gebar. Auch die Kuh Jnes von Alfonsa und Peter Wolf aus Luzein ist fast 10 Jahre alt, hat sehr gute Beine und Klauen, eine tiefe Flanke und kann daher gut viel Raufutter einpacken. Zwei junge Kühe mit viel Substanz zeigten Dorli und Hans Roffler aus Luzein. Aus Davos waren zwei attraktive Kühe in der zweiten und dritten Laktation von Sonja und Jakob Conrad an der Ausstellung. Der Züchter erzählte dem Publikum, dass er Kühe, die sehr viel Milch geben, etwa eineinhalb Jahre lang melkt und nur zirka alle zwei Jahre kalbern lässt. So können diese Tiere mit wenig oder gar keinem Kraftfutter lange viel Milch geben, ohne zu sehr beansprucht zu werden.

Neues Merkblatt zur Biomilchviehzucht im Berggebiet

Vor drei Jahren haben Bio Grischun, das LBBZ Plantahof und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) zusammen das Projekt „Biozucht Graubünden“ durchgeführt, in dem 99 Biobetriebe bezüglich der Standortgerechtheit ihrer Zucht untersucht und –wenn nötig –beraten wurden. Aus diesem Projekt ist ein guter Kontakt zwischen den drei Institutionen entstanden, die auch gemeinsam mit den Betrieben und mit dem Transportunternehmen Armin Mark diese Bioviehschau organisiert haben. Im Sommer 2012 werden sie zusammen das Merkblatt «Biomilchviehzucht im Berggebiet» herausgeben. Wir halten Sie darüber auf dieser Webseite auf dem Laufenden (siehe weiter oben, Beitrag vom 26.07.2012).

Autoren:
Anet Spengler, FiBL
Andi Schmid, Bio Grischun

Braunvieh: Wie viel Kreuzung erträgt die Zucht?

(15.02.2012) Viele Schweizer Milchviehbetriebe bringen mehr Original-Braunvieh-Blut in ihre Braunviehherden. Ziel ist es vor allem, die Robustheit der Tiere zu verbessern. Etwas tiefere Milchleistungen nehmen die Züchterinnen und Züchter dafür in Kauf. Eine vom FiBL angeregte Studie legt nun den Schluss nahe, dass man, statt einzukreuzen, genauso gut auf reine Original-Braunvieh-Tiere setzen kann.

Artikel bioaktuell 1/2012 (643.1 KB)

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Auftritt der Biokühe an der Swiss Expo

(15.02.2012) Vom 17. bis zum 20. Januar trafen sich an der Viehzuchtausstellung Swiss Expo in Lausanne die nationale Viehzuchtszene und viele Interessierte aus dem Ausland. Ein kleines, aber feines Highlight fand am Sonntagmorgen mit der Präsentation von Biokühen verschiedener Auftritt der Biokühe Rassen statt.

Artikel bioaktuell 1/2012 (651.1 KB)

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Kuhfamilienzucht: Die besten Lebensleistungen «mitnehmen»

(19.09.2011) Die beiden Swiss-Fleckvieh-Züchter Christian Kropf und Hans Braun sind langjährige Biozüchter. Mit ihren Kuhfamilien und mit vielen eigenen Natursprungstieren leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Swiss-Fleckvieh-Zucht und die Biozucht. Und beide züchten sie in Kooperation mit weiteren Zuchtbetrieben. Ein Trend hin zu solchen «Stierenringen» wäre zu begrüssen.

Artikel bioaktuell 7/2011 (688.9 KB)

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Biospitzentiere an der Swiss Expo

(05.02.2011) An der Swiss Expo in Lausanne (13. - 16. Januar 2011) zeigte auch dieses Jahr eine Reihe von Biobetrieben ihre robusten und schönen Kühe. Es wurden vor allem Tiere der Rassen Swiss Fleckvieh (SF) und Montbéliarde ausgestellt, die auf den Biobetrieben der Romandie am meisten verbreitet sind. In diesem Jahr waren Tiere zu sehen, die nicht nur von der Mutterseite, sondern auch von der Vaterseite von einer Linie aus einem Biobetrieb abstammen.

Von der Rasse SF gibt es bereits einige KB-Stiere, die von Biobetrieben stammen, zum Beispiel Katino, Hindu, Grock, Edi und Ophir. Die Rasse SF verzichtet seit ihrer Gründung auf den Einsatz des Embryotransfers, sodass grundsätzlich alle SF-Stiere auf Biobetrieben eingesetzt werden können. Bei der Rasse Montbéliarde fehlt hingegen derzeit ein genügendes Angebot an Nicht-ET-Stieren.

Dem interessierten Publikum wurden die Vorzüge der einzelnen Kühe und Rassen, aber auch die speziellen Themen der Biotierzucht erklärt: nämlich die Zucht auf

  • gute Raufutterverwertung
  • gute Gesundheit
  • Langlebigkeit
  • Standortgerechtheit

Weitere Informationen:

Swiss Expo (externe Webseite)

Anet Spengler, FiBL

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Graubünden: Basis für standortgerechtere Milchviehzucht gelegt

(06.01.2011) Eine standort- und tiergerechte Milchproduktion ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch erstrebenswert. In besonderem Masse in der biologischen Milchproduktion, in der enge Nährstoffkreisläufe im Vordergrund stehen. Doch wie standort- und tiergerecht wird heute tatsächlich Biomilch produziert, zum Beispiel in Graubünden? Das FiBL, das LBBZ Plantahof und Bio Grischun wollten es genauer wissen.

Artikel bioaktuell 10/2010 (233.4 KB)

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Neue Kleeblattkriterien für Fleckviehstiere

(10.11.2010) Eine Arbeitsgruppe von Biofleckviehzüchtern hat Anpassungen für die Kleeblattkriterien für Fleckviehstiere vorgeschlagen, die von Swissgenetics so übernommen wurden.

Neu muss der Zuchtwert Zellzahl zwingend bei mindestens 95 (auf Basis Swiss Fleckvieh) liegen, wenn ein Stier das Kleeblatt erhalten soll. Stiere, die zusätzlich einen IFI ≥115 haben, bekommen das Kleeblatt. Stiere, deren IFI unter 105 liegt bekommen das Kleeblatt nicht. Stiere mit einem IFI zwischen 104 und 115 müssen 7 weitere Kriterien erfüllen (Lebensleistung der Vorfahren und Exterieurmerkmale). Bei Stieren ohne IFI müssen 8 weitere Kriterien erfüllt sein.

Auswahlkriterien für KB-Stiere

Artikel bioaktuell 2/11 (472.8 KB)

Anet Spengler, FiBL

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Förderung der standortgerechten Bio-Milchviehzucht

Das Projekt Biozucht Graubünden hat auf Bio-Milchwirtschaftsbetrieben in Graubünden untersucht, ob die Milchviehzucht standortgerecht ist und – wo nötig – Massnahmen vorgeschlagen. Da Bergbetriebe weniger Möglichkeiten bezüglich hofeigener Futterproduktion haben, ist dies speziell wichtig.

CHbraunvieh Nr. 5 Juni 2010 (316.6 KB)

Standortgerechte Kühe züchten

An der 5. Bioforschungstagung in Posieux FR wurden aktuelle Ergebnisse aus Projekten rund ums Biorind vorgestellt. Anet Spengler Neff vom FiBL zeigte die ersten Resultate aus dem Projekt Biozucht Graubünden.

Schweizer Bauer 28.04.2010 (690.1 KB)

Neues Projekt zur Förderung der Kuhfamilienzucht

Das FiBL Schweiz und Demeter Bayern starten im Frühling 2010 ein neues Projekt zur Förderung der Kuhfamilienzucht auf Biobetrieben.

Artikel bioaktuell 3/10 (128.4 KB)

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Es gibt auch KB-Stiere, die von Schweizer Biobetrieben stammen!

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IFOAM-Züchtungskonferenz 2009

Vom 25.bis 28.August 2009 fand in Santa Fe (USA) die internationale IFOAM-Konferenz zur Pflanzen-und Tierzucht im Biolandbau statt.

Ganzer Artikel (11.5 KB)

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Das 4. Biobraunviehzuchtseminar fand statt am 05.11.2008 am Plantahof

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Bericht über das 3. Biobraunviehzuchtseminar am Plantahof vom 29.11.2007

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Neu: Leitfaden zur Stierhaltung im Biobetrieb

(11.06.2007) Auf biologisch und speziell auf biologisch-dynamisch bewirtschafteten Höfen werden mehr Zuchtstiere gehalten als im Durchschnitt aller Rinder haltenden Betriebe. Die Fortpflanzung mit Hilfe eines Stieres entspricht am besten den natur- und artgemäßen Bedürfnissen der Rinder und den Anforderungen der Bio-Richtlinien. Trotzdem überwiegt heute auch auf Biobetrieben die künstliche Besamung. Ein neuer Leitfaden soll dazu beitragen, dass den Grundsätzen des biologischen Landbaus entsprechend wieder vermehrt Zuchtstiere gehalten werden. Das von Demeter Bayern und FiBL gemeinsam erstellte Merkblatt zeigt die Vor- und Nachteile der Stierhaltung auf, beschreibt die gängigen Haltungsverfahren und gibt Empfehlungen zur Optimierung von Haltung, Zucht und Management.

Merkblatt Stierhaltung für die Zucht im Biobetrieb (FiBL-Shop)

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Artikel zur Bio-Milchviehzucht im "bioaktuell" April 07

Artikel bioaktuell (359.3 KB)

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Berichte zum 2. Biobraunviehseminar am Plantahof

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Berichte zu dieser Website

Presseartikel zu www.biorindviehzucht.ch

die Gruene: Informationen zu landwirtschaftlichen Webseiten (206.8 KB)

Landfreund: Nr.1, Januar 2007 (1.9 MB)

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