Bioackerbau verlässt die Nische

Der Markt für Bioackerprodukte wächst seit Jahren langsam aber kontinuierlich. 2015 wurden folgende Inlandanteile erreicht: Brotweizen 35 %, Futterweizen 17 %, Roggen 35 %, Dinkel 50 %, Gerste 66 %, Triticale 82 %, Hafer 61 %, Körnermais 18 %. Bei den Körnerleguminosen ist die inländische Produktion dank der Entwicklung von Mischkulturen von einem sehr tiefen Niveau auf insgesamt immerhin 10 % Inlandanteil angestiegen (Erbsen 50 %, Ackerbohnen 43 %).

(31.12.2016) 

Diese Entwicklung ist wünschenswert und gehört zu einem glaubwürdigen Biolandbau. Das Problem ist aber, dass mit jeder Erhöhung des Inlandanteils auch das Endprodukt teurer wird. Dank der Solidarität zwischen den viehschwachen Ackerbaubetrieben im Talgebiet und den viehstarken Grünlandbetrieben in den Berggebieten ist dieses System bisher relativ stabil geblieben. Solidarität allein genügt aber nicht. Bio Suisse hat mit dem Pooling und den Lenkungsabgaben zwei Instrumente geschaffen, die wesentlich zu dieser guten Situation beigetragen haben.

Im konventionellen Anbau ist diese Solidarität nicht mehr vorhanden, die Preise fallen stetig und sind bei gewissen Produkten wie beispielsweise bei den Zuckerrüben auf einem unanständig tiefen Niveau angelangt. Diese Abwärtsspirale bringt nun viele flächenstarke Ackerbaubetriebe in Schieflage. Sie schauen sich nach einer Alternative um und wählen schlussendlich den Einstieg in den Biolandbau. Das ist eigentlich eine gute Entwicklung und erfreulich für die ganze Biobewegung in der Schweiz. Eine neue Umstellungswelle in den Ackerbaugebieten in der Westschweiz wird das Wachstum nun beschleunigen und zu zweistelligen Zuwachsraten führen. So zeichnet sich bei Gerste, Roggen, Hafer, Speisesoja, Raps und Sonnenblumen momentan eine Sättigung ab. Neue Märkte müssen entwickelt werden, die Fruchtfolgen müssen weiter diversifiziert werden wie das Biofarm heute schon mit Lein und Speisehafer macht. HD

Weiterführende Informationen

Bioackerkulturen (Rubrik Markt)

Bioackerbau (Rubrik Pflanzenbau)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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