Biomilchmarkt soll eigenständig werden

(07.12.2009) 

2009 ist der Schweizer Milchmarkt in eine kritische Lage geraten. Die Aufhebung der Kontingentierung wurde oft dazu genutzt, Mehrmengen auszubauen ohne die Mitverantwortung für die Preissteuerung zu übernehmen. Nachdem die Abnehmer im Sommer 2008 Rekordpreise bezahlten, haben sie entsprechend auf den Mengenüberschuss 2009 mit einer drastischen Preissenkung reagiert.

Preiszerfall trotz Produktionsrückgang

Die Biobauern leiden unter dem Preiszerfall, obwohl sie ihre Mengen unter Kontrolle halten (gegenwärtiger Preis noch zirka 74 Rappen je kg). Die Treuhandstelle Milch weist für die Periode Januar bis September 2009 einen Rückgang der Biomilchproduktion von 3,4 Prozent aus. Ein Beispiel erfolgreicher Marktentlastung, die sich vor allem beim Biomilchpool spürbar zeigt – von Juli bis November 2009 musste die grösste Produzentenorganisation fast keine Biomilch in den konventionellen Markt einfliessen lassen. Gleichzeitig, beteiligen sich die Bioproduzenten solidarisch am Abbau der hohen Butterlager.

Biomarkt wächst

Das von der Branchenorganisation Milch (BOM) beschlossene Mengenführungsmodell wird teilweise auch die Biomilch betreffen. Hier sind noch einige Fragen offen und diesen nimmt sich die Arbeitsgruppe Biomilch in der BOM an. Je fünf Vertreter von Produzenten und Verarbeitung/Handel haben die Arbeit am 4. Dezember aufgenommen. Im konstruktiven Dialog wird nach Lösungen für einen eigenständigen Biomilchmarkt gesucht. Die Biomilchprodukte haben im ersten Halbjahr im Detailhandel 1,2 Prozent zugelegt, Biokäse sogar 4,3 Prozent. Es ist jetzt entscheidend, den Herausforderungen dieses wachsenden Marktes zu begegnen. Sollten die Biomilchpreise im konventionellen Sog bleiben, wird die Versorgung in den Sommermonaten gefährdet.

Biomilchpreis entkoppeln

Die Arbeitsgruppe Biomilch muss nun den Schritt schaffen, von der etablierten Preiskopplung an den konventionellen Markt wegzukommen. Sie wird auch geeignete Massnahmen zum wertschöpfungsorientierten Verkauf der saisonalen Mengenüberschüsse fördern. Und somit den Biomilchmarkt nachhaltig weiterentwickeln.

Autorin: Magdalena Blonkiewicz, Bio Suisse

Weitere Informationen zum Biomilchmarkt:

Milch (Rubrik Markt auf dieser Webseite)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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