DV Bio Suisse: Bekräftigung der Qualitätsstrategie in der Agrarpolitik

(23.04.2009) 

An der Delegiertenversammlnug von Bio Suisse am 22. April in Olten stellte sich eine klare Mehrheit der Biobäuerinnen und Biobauern hinter die eingeschlagene Qualitätsstrategie des Vorstands. Bio Suisse stellt Ökologie, Tierwohl und Gentechfreiheit ins Zentrum der Verhandlungen zum Agrarfreihandelsabkommen mit der EU und verlangt flankierende Massnahmen gegen den ungebremsten Strukturwandel. Bio Suisse soll sich weiterhin beim Bund und bei der IGAS, der Interessengemeinschaft Agrarstandort Schweiz, für ihre Ziele einsetzen.

Die 100 Delegierte diskutierten ihren Standpunkt zum Freihandelsabkommen mit der EU kontrovers. Eine grosse Mehrheit befürwortet eine Qualitätsstrategie, die diesen Namen verdient. Damit soll die Lebensmittelqualität in der Schweiz auf hohem Niveau gehalten werden. Dem ungebremsten Strukturwandel, welcher der Schweizer Landwirtschaft vorausgesagt wird, muss hiermit entgegengewirkt werden.

Dieser Beschluss sei allerdings kein Blankocheque für eine ungehemmte Öffnung der Grenzen und eine weitere Ankurbelung der Lebensmitteltransporte. Im Gegenteil: solchen Tendenzen stünden die Biobäuerinnen und Biobauern äusserst skeptisch gegenüber. Über die Resultate der Verhandlungen zum Freihandelsabkommen werde die Delegiertenversammlung abstimmen, wenn sie vorliegen würden.

Für Missmut sorgten Äusserungen in der Vergangenheit von IGAS-Mitgliedern, welche Bio Suisse eine kritiklose Befürwortung des Freihandels unterstellen. Dennoch beschlossen die Biobäuerinnen und Biobauern, weiterhin Mitglied der IGAS zu bleiben.

Gegen Kriminalisierung der Impfverweigerer

Die Delegierten beauftragten den Vorstand, sich mit Engagement bei den Veterinärbehörden für die Freiwilligkeit der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern ab 2010 einzusetzen. In einzelnen Kantonen würden gegen Impfverweigerer Strafverfahren eröffnet und Betriebssperren verhängt. Der Dachorganisation der Biobäuerinnen und Biobauern in der Schweiz sei es ein wichtiges Anliegen, dass impfkritische Landwirte nicht kriminalisiert würden.

Ebermast nicht in den Richtlinien

Ebermast anstelle von Kastration fand viele lobende Worte. Die Delegierten wollten das Ziel Ebermast aber nicht in den Richtlinien festschreiben, bevor für die anstehenden Probleme konkrete Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung stünden.

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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