FiBL empfiehlt eine Abstufung der GMF-Beiträge und eine Abtränkeprämie

(05.01.2015) 

Die GMF-Beiträge sollen - gemäss einem Vorschlag des FiBL in seiner Anhörungsantwort auf das Agrarpaket 2015 - abgestuft und erhöht werden. Im Weiteren regt das Forschungsinstitut eine Abtränkeprämie für Kälber an.

In einem längeren Artikel berichtete der «Schweizer Bauer» kürzlich über die Forderungen des FiBL im Zusammenhang mit der Vernehmlassung für das Agrarpaket 2015:
Abgestufte und höhere Beiträge für die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) sowie einen neuen Beitrag für das Abtränken von Kälbern. Das fordern Eric Meili, Daniel Böhler und Bernadette Oehen vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Sie haben das in ihrer Antwort auf die Anhörung des Agrarpakets Frühling 2015 so formuliert.

Drei Stufen, drei Beiträge

Konkret sollen die Anforderungen für GMF im Tal- und im Berggebiet in je drei verschieden strenge Stufen unterteilt werden. Für die Stufe mit den lockersten Anforderungen würde der bisherige Beitrag von 200 Franken pro Hektare Grünland ausbezahlt. Wer die strengste Stufe wählt und ganz auf Kraftfutter und Mais verzichtet, soll neu 600 Franken pro Hektare erhalten (Tabelle).

«Der heutige GMF-Beitrag kann die gestrichenen Raufutterbeiträge nicht kompensieren», begründet Eric Meili vom FiBL den Vorschlag. «Die Bauern erleiden bei graslandbasierten Fleischproduktionssystemen wie etwa bei der Weidemast beim Deckungsbeitrag Einbussen von 15 bis 18 Prozent.» Diesbezüglich seien die kraftfutter- und maisbetonten Mastsysteme trotz Verlust der Raufutterbeiträge und Nichterfüllen der GMF-Anforderungen immer noch wirtschaftlicher.

 Abgestufte GMF-Beiträge, Vorschlag des FiBL

StufeAnforderungenTal-
gebiet
Berg-
gebiet
Beitrag
(pro ha)

Stufe 1
Grundfutter-TS mindestens
Wiesen- und Weidefutter mindestens
Kraftfutter maximal
90 %
75 %
10 %
90 %
85 %
10 %

Fr. 200

Stufe 2
Grundfutter-TS mindestens
Wiesen- und Weidefutter mindestens
Kraftfutter maximal
95 %
85 %
5 %
95 %
90 %
5 %

Fr. 400

Stufe 3
Grundfutter-TS mindestens
Wiesen- und Weidefutter mindestens
Kraftfutter
100 %
100 %
0 %
100 %
100 %
0 %

Fr. 600

Mehr Geld für GMF

«Es braucht eine Erhöhung des GMF-Beitrags, um die Rahmenbedingungen und die Wettbewerbsfähigkeit einer graslandbasierten, nachhaltigen und standortgerechten Milch- und Rindfleischproduktion zu gewährleisten», so Meili.

Laut Urs Vogt, Geschäftsführer von Mutterkuh Schweiz, hat der Vorstand die Behandlung des Agrarpaketes gestartet. „Mutterkuh Schweiz hält an der Forderung fest, dass der GMF-Beitrag von bisher 200 auf 400 Franken und der Beitrag für Raus von 190 auf 270 Franken erhöht werden muss. Tierfreundliche Haltung und Graslandnutzung müssen besser unterstützt werden.» Man wolle sich für die Anhörungsantwort diesbezüglich mit gleich gelagerten Organisationen abstimmen, so Vogt.

Nächstes Jahr analysieren

Martin Rufer vom Schweizer Bauernverband rät zu Geduld: «Es muss nun im Verlaufe des kommenden Jahres analysiert werden, wie viele Tierhalter die Vorgaben für das GMF-Programm effektiv erfüllen, erst dann macht es Sinn, über die Änderung der Spielregeln für die GMF-Beiträge zu diskutieren.» Es seien dann sicherlich auch Lösungen zu suchen für die Betriebe mit Ackerbau und Rindviehhaltung, die Mais in der Fruchtfolge haben.

Selber Abtränken

Für das Abtränken der Kälber auf dem Geburtsbetrieb sollen Milchproduzenten laut Vorschlag des FiBL einen Beitrag von 100 Franken pro Kalb erhalten. Bedingung ist, dass das Kalb erst ab einem Alter von vier Monaten den Geburtsbetrieb verlässt. Damit, so das FiBL, könne der Antibiotikaverbrauch beim Einstallen auf dem Mastbetrieb reduziert werden.

Susanne Meier, Schweizer Bauer

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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