Innere Parasiten beim Rindvieh: Vor allem Jungrinder sind betroffen

(11.08.2014) 

Während der zweiten Weideperiode (Juli – September) steigt das Risiko einer Infektion der weidenden Rinder mit Magen-Darm- und Lungenwürmern. Auf Betrieben mit regelmässigem Weidegang ist deshalb jetzt vermehrt mit parasitären Problemen zu rechnen. Herkömmlich werden Wurmparasiten mit chemisch-synthetischen Entwurmungsmitteln (Anthelminthika) bekämpft. Der verbreitete Einsatz von Entwurmungsmitteln hat vor allem bei Magen-Darm-Würmern jedoch zu Resistenzen geführt, welche die Wirksamkeit der Entwurmungsmittel stark vermindern. Je häufiger Entwurmungsmittel eingesetzt werden, desto rascher können die Würmer Resistenzen entwickeln.

Oft ist eine Entwurmung der ganzen Herde aber gar nicht sinnvoll, sondern nur in begründeten Fällen nötig, da hauptsächlich erstsömmrige Rinder sehr empfindlich auf einen Befall reagieren. Hatten die Rinder in ihrer ersten Weideperiode genügend Kontakt mit Magen-Darm-Würmern, sind ab der zweiten Weidesaison weniger bis kaum noch Probleme zu erwarten. Durch den Kontakt mit Magen-Darm-Würmern können die Rinder mit der Zeit eine körpereigene Abwehr aufbauen. Es gilt daher, die erstsömmrigen Tiere besonders gut im Auge zu behalten.

Lungenwurminfektionen können allerdings in jeder Weideperiode auftreten. Zwar sind Rinder in der Lage, auch gegen Lungenwürme eine körpereigene Abwehr aufzubauen, allerdings ist diese Abwehr zeitlich begrenzt. Nach einer längeren Stallhaltungsperiode, wie sie im Winter oft der Fall ist, können die Rinder diese Immunität wieder verlieren. Hinsichtlich Lungenwürmer gilt daher, dass Infektionen auch bei schon öfter geweideten Tieren auftreten können. Husten kann ein Anzeichen für eine Lungenwurm Infektion sein.

Kot untersuchen lassen

Eine Überwachung dieser Tiere kann anhand von Kotprobenuntersuchungen erfolgen. Sammelkotproben geben einen ersten Überblick der Parasitenbelastung in der Herde. Bei konkretem Verdacht lohnt es sich, den Kot von Einzeltieren untersuchen zu lassen und diese anschliessend, wenn nötig, in Absprache mit dem Bestandestierarzt gezielt zu behandeln. Am FiBL steht ein Programm zur Verfügung, bei dem Kotproben untersucht und entsprechende Empfehlungen abgegeben werden. Diese Dienstleitung können alle Betriebe in Anspruch nehmen.

Weiterführende Informationen zur Parasitenkontrolle und Diagnostik erhalten Sie auf der Seite

Parasitenkontrolle (Rubrik Rindvieh)

Weitere Informationen zum Thema (Rubrik Rindvieh)

Steffen Werne, FiBL

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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