Rapsglanzkäfer, der kleine grosse Gegenspieler

(31.03.2008) 

Obwohl die Anbaufläche von Bioraps seit dem Jahr 2000 von 5 auf 150 ha gesteigert werden konnte, sucht die Biofarm Genossenschaft weiterhin Produzenten von Bioraps, um die starke Nachfrage nach kaltgepresstem Biorapsöl zu decken.

Ein wichtiger Gegenspieler bei diesem Vorhaben ist der Rapsglanzkäfer. Die 2 mm kleinen Schädlinge wandern im Frühjahr bei Temperaturen über 15 °C von den Überwinterungsorten am Waldrand in die Felder ein. Dabei sind die Käfer sehr mobil und können pro Tag 1-3 km weit fliegen. Auf der Suche nach Pollen und Nektar zerbeissen die Käfer die Knospen, was zu unregelmässigen Schotenstände führt.

Im frühen Knospenstadium sind die Blüten am anfälligsten. Bei verlangsamter Pflanzenentwicklung sind Totalausfälle möglich. Eier und Larven des Käfers entwicklen sich in den Rapsblüten, gegen Ende der Blütezeit lassen sich die Larven zur Verpuppung zu Boden fallen. Zwei Wochen später schlüpfen die „neuen“ Käfer. Ab August suchen sie die Winterverstecke auf.

Der Flug der Käfer kann mit Gelbschalen oder Leimtafeln überwacht werden. Zur Erfassung der Schadschwelle werden Klopfproben an den Pflanzen durchgeführt. Im integrierten Anbau liegt die Schadschwelle bei 1-6 Käfern pro Pflanze, im Bioanbau sind höhere Käferdichten tolerierbar.

Für die Regulierung des Käfers stehen im Bioanbau präventive Ansätze im Vordergrund: die Förderung eines zügigen Wachstums mit rascher Abblüte begrenzt den Schaden. Frühblühende Sorten werden weniger geschädigt. Randstreifen aus Rübsen haben eine Teilwirkung.

Die direkte Bekämpfung im Bioanbau ist schwierig. Praxiserfahrungen zeigen, dass Vollgüllegaben im Knospenstadium den Käfern den Appetit verderben. Einen ähnlichen Effekt hat der Einsatz von Gesteinsmehl. Beide Methoden haben jedoch Nachteile: bei Gülleapplikationen ist die Ammoniakfreisetzung problematisch und Gesteinsmehl wird vom Regen leicht abgewaschen.

Das FiBL (Kontakt: Claudia Daniel) forscht derzeit an neuen Methoden zur Bekämpfung der Käfer, um eine grössere Ertragssicherheit zu gewährleisten und so mehr Produzenten für den Anbau von Bioraps zu gewinnen. Mit einem Ertrag von 20 dt/ha und einem Preis von Fr. 160.- pro dt stellt Raps eine interessante Kultur dar. Interessierte Produzenten melden sich bei Franziska Schärer, Biofarm.

Bildlgende: Rapsglanzkäfer beim Aufbeissen einer Rapsblütenknospe

Ansprechpartnerin Forschung:

Claudia Daniel
Entomologie
Ackerstrasse
5070 Frick
Tel. 062 865 72 91
claudia.daniel(at)fibl.org

Ansprechpartnerin Absatz:

Franziska Schärer
Biofarm-Genossenschaft
4936 Kleindietwil
Tel. 062 957 80 53
schaerer(at)biofarm.ch

Für weiterführende Informationen siehe:

Merkblatt Bioraps (im FiBL-Shop)
Merkblatt Rapsglanzkäfer (im FiBL-Shop)

 

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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