Preise 

Marktsituation

Aktuell

In den letzten fünf Jahren nahm die Menge der verarbeiteten Biomilch kontinuierlich zu. Ebenso stieg die Anzahl der Biomilchbetriebe sowie die Menge an produzierter Biomilch.

2018 war für den Biomilchmarkt eher ein ungewöhnliches Jahr. Die Produktionsmengen stiegen um 5%, die verarbeitete Milchmenge erzielte ein überdurchschnittliches Wachstum von 6.8%. Der starke Anstieg bei der Verarbeitung lässt sich vor allem mit der erhöhten Nachfrage durch das 25-jährige Jubiläum von Coop Naturaplan begründen. Es wurde deutlich mehr Käse aus silofreier Milch produziert (+10.8%), sowie Butter (+9.8%). Auch Dauermilchwaren (hauptsächlich Milchpulver) konnte ein Plus von 21.7% verzeichnen. Gesamthaft wurden 217'435 t Biomilch verarbeitet.

2019 setzte sich der Aufwärtstrend fort. Die Menge verarbeiteter Biomilch erreichte im April mit 22'733 Tonnen den höchsten Stand seit 2009. 

Im den ersten elf Monaten 2019 lag die Produktion kumuliert bei 237'682 t und damit 5.9% über dem Vorjahresniveau. 

Die Verarbeitungsmenge stieg im gleichen Zeitraum um 5.9% auf 210'233 t. Die Differenz zwischen Produktions- und Verwertungsmenge verringerte sich somit weiter auf 11.5%. Die Gründe für eine dennoch anhaltende Differenz sind saisonale Schwankungen in der Produktion sowie die ungleichmässige, geographische Verteilung von Produzenten und Verarbeitern. Bei den verarbeiteten Milchprodukten war der Zuwachs bei Butter (+21.1%) am stärksten und lag bei Konsummilch bei +8.5%. Es wurde 3.1% mehr silofreie Milch zu Käse verarbeitet. Die Verarbeitung von Silomilch zu Käse lag erstmals in diesem Jahr mit 5.4% über den Vorjahreswerten. Unter Vorjahresniveau lagen weiterhin die Verarbeitungsmengen von Jogurt (-4.6%), übrige Frischmilchprodukte inkl. Speiseeis (-2.5%) und Dauermilchwaren (-8.7%).

Das von Verarbeitern und Handel prognostizierte Nachfragewachstum für 2019 ist eingetroffen. Das zusätzliche Angebot der neuen Knospe-Milchproduzenten konnte im Frühjahr nicht vollständig vom Markt aufgenommen werden. Es resultierten ein erhöhter Preisdruck und Deklassierungen, vor allem von Butter.

Das Tiefkühl-Butterlager ist seit KW 49 leer.

Aussichten

Das nächste Jahr wird aufgrund der hohen Zahl neuer Knospe-Produzenten kritisch betrachtet. Vor allem in den milchstarken Frühjahrsmonaten wird mit einem Überangebot gerechnet. Die Biomilchorganisationen (BMO) suchen nach Lösungen, wie Angebot und Nachfrage bestmöglich im Gleichgewicht gehalten und weitere Preissenkungen vermieden werden können. Als erste Massnahme werden sie Wartelisten führen. Demnach können neue Biomilch-Produzenten erst nach Ablauf einer Frist sowie nach Bedarf ihre Biomilch abliefern. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer BMO, welche Massnahmen diese für 2020 beschlossen hat. Bio Suisse wird in Zusammenarbeit mit den Marktakteuren die Absatzförderung an den Verkaufsstellen intensivieren. Dies mit dem Ziel, die Nachfrage stärker zu stimulieren. 

Für Interessierte an der Umstellung gilt weiterhin, unbedingt eine der sechs von Bio Suisse anerkannten Biomilchorganisationen zu kontaktieren, um Abnahmemöglichkeiten zu klären. 

Anteil an der Biomilch-Verwertung und Biowachstum kumuliert (Tonnen)

Pflichtmitgliedschaft

Jeder Knospe anerkannte Biomilchproduzent benötigt die Mitgliedschaft bei einer von Bio Suisse anerkannten Biomilchorganisation (BMO). Die Leistungen und Kosten können je nach BMO varriieren, da die Pflichtmitgliedschaft vielfach mit der Mitgliedschaft bei der Produzentenorganisation kombiniert wird. 

Milchproduzenten, die eine der nachfolgenden Bedingungen erfüllen, können sich, anstatt bei einer BMO, auch bei Bio Suisse registrieren:

  • Verkehrsmilchproduzenten, welche keine Milch als Biomilch oder Umstellungsmilch verkaufen
  • Verkehrsmilchproduzenten, welche ihr Milch ausschliesslich direkt ab Hof verkaufen
  • Verkehrsmilchproduzenten, welche sämtliche produzierte Milch in fremden Betrieben als Tränkmilch verwerten

Betriebe, welche ihre Milch ausschliesslich an die Kälber auf dem eigenen Betrieb vertränken (Aufzucht, Kälbermast) benötigen keine Mitgliedschaft und müssen sich auch nicht bei Bio Suisse registrieren.

Registrieren (654.1 KB) bei Bio Suisse

Die BMO's kommunizieren Bio Suisse jeweils die Milchgesamtmenge aller Inhaber einer «Pflichtmitgliedschaft Milch». Mithilfe dieser Zahlen erstellt Bio Suisse Prognosen und gleist bei einer sich abzeichnenden Über- oder Unterversorgung mit den entsprechenden Marktteilnehmern Massnahmen auf.

Verkehrsmilchproduzenten, die bei der Bio-Kontrolle keine Bestätigung für eine «Pflichtmitgliedschaft Milch» vorweisen können, werden ab dem 1.1.2020 mit 10 Punkten sanktioniert.

Käserei- und Molkerei-Produzenten ohne bestehende Mitgliedschaft, werden 2020 von den Bio-Kontrollstellen erhoben und an Bio Suisse gemeldet. Sie werden angehalten, den Namen des Abnehmers sowie die Vertragsmengen offenzulegen.

Neuzertifizierte Produzenten, die 2020 von der Warteliste-Situation betroffen sind, benötigen für diese Übergangssituation ein Schreiben ihrer BMO. Dieses sollte bestätigen, dass der Produzent eine Pflichtmitgliedschaft erhält, sobald seine Milch als Knospe-Milch vermarktet wird.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.02.2020

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