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Marktsituation

Der Schweizer Bio-Milchmarkt entwickelt sich insgesamt erfreulich. Sowohl das Angebot als auch die Nachfrage wachsen seit Jahren. Nach dem Ausnahmejahr 2018 mit dem Jubiläum Coop Naturaplan wuchsen 2019 der Endkonsum und der Umsatz von Biomilchprodukten und Biokäse deutlich moderater. Gleichzeitig kamen viele neue Produzenten mit der Vollknospe auf den Markt und die Produktionsmenge stieg um total +5.9% auf 259'455 Tonnen. Die verarbeitete Biomilchmenge erhöhte sich in der Folge auf 229'836 Tonnen und lag damit 5.7% über Vorjahresniveau. Diese grossen Zusatzmengen führten 2019 zu einem temporären Marktungleichgewicht, welches sich in vollen Biobutterlagern in den Sommermonaten (510 t in Kalenderwoche 33, +86% ggü. Vorjahr) äusserte. Ein Grossteil dieser Butter wurde im Herbst auf Kosten der Bioproduzenten konventionell vermarktet. Der erhöhte Preisdruck resultierte 2019 in sinkenden Produzentenpreisen (–0.9 % auf 81.57 Rp/kg).

Aktuell

Für 2020 erwarten die sechs Biomilchorganisationen aufgrund einer überproportional hohen Anzahl neulizenzierter Knospe-Milchviehbetriebe eine erneute Produktionsmengensteigerung. Prognostiziert sind 23'000 Tonnen zusätzliche Biomilch, was einem Wachstum von 8 - 9% entspricht. Um einem erneuten Marktungleichgewicht entgegenzuwirken, ergriffen die Biomilch-Organisationen eine Reihe von Massnahmen. Diese reichen von Wartelisten für neulizenzierte Betriebe, Vertragsmengenänderungen für bestehende Produzenten bis hin zu erhöhten Milchgeldabzügen zur Finanzierung von zusätzlicher Absatzförderung sowie individuellen Deklassierung- und Marktbearbeitungsfonds.

Die Corona-Pandemie führte nach dem Lockdown vom 17. März zu einem unerwartet hohen Mehrabsatz, der bisher durch die vorhandenen Mengen an Schweizer Biomilch gedeckt werden konnte. Für den Sommer zeichnen sich jedoch Versorgungsengpässe bei Biobutter ab. Die Biomilchorganisationen haben zusammen mit den Verarbeitern diese neue Situation sorgfältig analysiert und um Ostern entschieden, dass alle die Wartelisten per 1. Juni aufheben werden. Durch die Produktion der Biobutter fallen zusätzliche Mengen an Biomagermilch an. Die Vermarktung der Magermilch bzw. des Magermilchpulvers im Biokanal wird nur bedingt möglich sein. Es ist daher mit erhöhten Deklassierungsbeiträgen zu rechnen, die einen Absatz des Magermilchpulvers auf Weltmarktniveau ermöglichen.

Für das milchstarke Frühjahr 2020 hatte Bio Suisse zahlreiche Promotionen vorbereitet. Aufgrund der Corona-Krise ist es zu zahlreichen Annullationen und Verschiebungen dieser Promotionen gekommen. Weitere Infos zu Corona

Im Februar 2020 wurden 22‘146 Tonnen Biomilch produziert, was einer Zunahme gegenüber dem Vorjahresmonat von 1'077 Tonnen oder +5.1% beträgt. Zu Biomilch-Produkten wurden 19'463 Tonnen verarbeitet (+2.51% ggü Vorjahresmonat). Die Zahlen sind nicht schaltjahrbereinigt. Bei den verarbeiteten Milchprodukten war der Zuwachs bei proteinreichen Pulverspezialprodukten (+35.3%) und silofreiem Käse (+16.7%) am stärksten und lag bei Konsummilch bei +5.3%. Unter Vorjahresniveau lagen die Verarbeitungsmengen von Dauermilchwaren (-34.4%) und Butter (-16.8%).

Die Tiefkühl-Butterlager blieben bis Ende Februar leer. Mitte April (KW 16) beträgt der Lagerbestand 29 Tonnen, was im Vergleich zur Vorjahreswoche einem Minus von 88% oder 207 Tonnen entspricht. 

Anteil an der Biomilch-Verwertung und Biowachstum kumuliert (Tonnen)

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22.04.2020

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