Lutke Schipholt Anno, 8225 Siblingen SH Stefani René, 5324 Full-Reuenthal AG 

Schär Herbert, 8580 Hagenwil TG

Kennzahlen unseres Betriebes

  • Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN): 27.7 ha
  • Höhenlage: 500 m ü. M. 
  • Bodentypen: Lehm / toniger Lehm, schwach humos
  • Betriebszweige: viehloser Betrieb. Hühner (4), Bienenvölker (10)
  • Düngergrossvieheinheit (DGVE) pro ha düngerbare Fläche: 1.6 (Zufuhr)
  • Umstellung auf Bio 1993

Unsere Fruchtfolge

Momentan ist meine Fruchtfolgedauer 7 Jahre inkl. Kunstwiese. Da mein Betrieb viehlos ist, versuche ich mit möglichst wenigen Kunstwiesen auszukommen. Die Kunstwiesen säe ich im April nach dem Striegeln direkt in den Weizen ein. Das gelingt in der Regel sehr gut. Der Boden ist grundsätzlich auch während der Vegetationsruhe begrünt.

Folgende Vorteile sind dadurch zu erwarten: optimaler Erosionsschutz, höhere Produktivität des Bodens (Humusaufbau), geringere Nährstoffauswaschung, bessere Befahrbarkeit, Schonung des Bodenlebens.

Folgende Punkte können als Nachteile angesehen werden: verzögerte Bodenerwärmung, höherer Unkrautdruck (Samenunkräuter und Ungräser), mehr Drahtwurmbefall und teilweise auch Schnecken in Kartoffeln.

  1. KW (8-9 Monate), danach im Sept. Umbruch durch schälen der Grasnarbe, Saat Winterweizen im Oktober
  2. Winterweizen
     - Gründüngung (Ölrettich, Inkarnatklee)
  3. Körnermais
  4. Erbsen oder Hirse
  5. Winterweizen
     - Gründüngung (OH Nährgrün: Phacelia, Alexandrinerklee)
  6. Kartoffeln
  7. Winterweizen
    - danach 8-9 Monate KW (Einsaat der KW im April direkt in den stehenden Weizen)

Bodenbearbeitung

  • Seit 1997 arbeite ich grösstenteils ohne Pflug
  • Ernterückstände werden mit Schlegelmulchgerät zerkleinert
  • Schälsaat des Winterweizen im Oktober in die Kunstwiese (schälen der Grasnarbe 4 cm tief, 2. Durchgang nach 2 Wochen 2 cm tiefer, nach weiteren zwei Wochen Saat
  • Flügelschargrubber (3 m) mit Doppelherzscharen und Doppelspatennachläufer in den obersten 10 cm nach Mais und anderen Kulturen  mit vielen Ernterückständen.
  • Flachgrubber (6 m, Gänsefussschar, Stützräder, Striegelnachläufer). Arbeitstiefe je nach Anforderung 3 bis 8 cm, vor allem zur allgemeinen Stoppelbearbeitung und für Unkrautkuren.
  • Kartoffeln nach Weizen (Standard). Nach der Weizenernte gute Stoppelbearbeitung mit Flügelschargrubber und Einsaat der Gründüngung mit Bestellkombination. Im Frühjahr Furchen ziehen mit Dammgrubber (3 m). Einebnen der Doppelfurchen und Pflanzung (3 m, vierreihig) in einem Durchgang.
  • Einsaat der Gras-Weissklee-Mischung direkt in den Winterweizen in Kombination (3 m) mit Frontstriegel, Krummenacher Sägerät im Heck und angehängter Walze
  • Getreidesaaten und alle übrigen Saaten: Grundsätzlich alle Drillsaaten in Kombination mit Bodenbearbeitung (Zinkenrotor 3 m).

Düngung

  • Zufuhr von Biodünger: Schaf- und Hühnermist
    Nicht Bio: Schweine- und Kuhgülle
  • 70% Gülle, 25% Mist, 5% Biorga

Gründüngung

  • Generell Gründüngung vor Sommerkulturen
  • Phacelia-Alexandrinerklee nach Winterweizen vor Kartoffeln
  • Ölrettich-Inkarnatklee nach Weizen vor Mais

Unsere Meinung über reduzierte Bodenbearbeitung

  • Der Boden ist die Produktionsgrundlage unseres Betriebes. Wir möchten ihm Sorge tragen. Mit einer reduzierten Bodenbearbeitung erreichen wir eine bessere Schonung des Bodens und fördern den Humusaufbau.
  • Höhere Biodiversität und Aktivität des Bodens, mehr Regenwürmer, bessere Trockenheitstoleranz, geringere Nässeempfindlichkeit, bessere Tragfähigkeit und Befahrbarkeit sind langfristig agronomische Vorteile. Diese werden durch eine vielseitige Mechanisierung und deren schonendem und zweckmässigem Einsatz erreicht.

Unsere praktische Erfahrungen und unsere Ziele

  • Bei einzelnen Kulturen ist die Einsparung an Diesel und Zeit für die Grundbodenbearbeitung  mit einer anspruchsvolleren Kulturführung verbunden. Es besteht ein höheres Anbaurisiko. Die Verunkrautung kann rasch zunehmen und so den Ertrag schmälern.
  • Die hohe Schonung von Boden und Nützlingen gehen einher mit einem höheren Schädlingsdruck (Schnecken, Drahtwürmer, Drycore).
  • Die Unkrautsamen bleiben in der oberen Bodenschicht, wo sie keimen und bei Pflegearbeiten erfasst werden können. Samenunkräuter und -ungräser nehmen zu, wenn die Pflegearbeiten nicht optimal ausgeführt werden.
  • Dank dem wiederholten ganzflächigen Durchschneiden des Wurzelhorizontes resultiert ein tieferer Druck von Wurzelunkräutern. Die noch überlebenden Blacken können gut gestochen werden.
  • Durch die reduzierte Bodenbearbeitung trocknet der Boden im Frühling gegenüber einer Pflugfurche später ab und erwärmt sich langsamer. Dadurch wird der Stickstoff später verfügbar.
  • Eine grosse Herausforderung ist der Übergang von der Kunstwiese in offenes Ackerland (Umbruch) ohne Pflug.

 Die Maschinen mit denen wir arbeiten

  • Flachgrubber-Striegel-Kombination, Flügelschargrubber, Tunnelrotorhacke, Schar-Sternhackgerät-Kombination, Scharhackgerät-Striegel-Kombination, Striegel, Streifenschälfräse, Saatstreifenhacke, Streifenhack-Saatkombination, Dammgrubber.

Unsere Versuche 2012

  • Alle Kulturen ausser Kartoffeln wurden pfluglos angebaut.
  • Kunstwiesenumbruch mit Stufenfrässaat von Mais.

Unsere Versuche 2013

  • Grundsätzlich werden alle Kulturen ohne Pflugeinsatz angebaut.
  • Der Kunstwiesenumbruch erfolgt durch schälen mit dem Flügelschargrubber.
  • Maissaat mit Stufenfrässaatkombination.

Unsere Versuche 2014

  • Streifenversuch: Vergleich betriebsübliches / humusmehrendes Verfahren (Körnermais nach Kunstwiese)
      - Betriebsüblich: Bodenbearbeitung ab Mitte März mit Flügelschargrubber, Zinkenrotor und 2 x Flachgrubber in einer Tiefe von 3 - 8 cm. Saat Anfang Mai.
      - Humusmehrend: Nach der Heuernte Anfang Mai Kombinierte Stufenfrässaat in die abgeerntete Kunstwiese. Nachsaat Anfang Juni erforderlich.
    ⇒ Der Flügelschargrubber hat sich für den Kunstwiesenumbruch nicht bewährt. Die Bearbeitungstiefe ist aufgrund der Scharenform unregelmässig und gewährt bei flachem Schälen kein ganzflächiges Unterschneiden. Wenn tiefer gefahren wird bilden sich zu grosse Erdschollen/Grasmotten, die mit einer Zapfwellengetriebenen Egge wieder zerkleinert werden müssen.
    ⇒ Der Flügelschargrubber wird mit flachen, breiten Gänsefussscharen ausgerüstet.
    ⇒ Die Stufenfrässaat direkt in die Kunstwiese garantiert, ausser bei extrem trockenen Bedingungen im Frühjahr, kein sicheres Absterben der Grasnarbe. Die Folge ist eine starke Verunkrautung des Maises.
    ⇒ Die Stufenfräse wird auf unserem Betrieb von einer neuen Eigenkonstruktion ersetzt. Die neue Streifenschälmaschine soll den Boden nur streifenweise schälen und in einem späteren Durchgang bis auf 10 cm lockern. Die Saat folgt später in die bearbeiteten Streifen. Zwischen den Reihen kommt vermutlich ein Reihenmulcher zum einsatz.

    ⇒ Damit wir den pfluglosen Kunstwiesenumbruch nich mehr im Frühjahr vornehmen müssen, wenn der Boden oft zu feucht ist, Stellen wir die Fruchtfolge um. Ab 2015 kommt nach Kunstwiese als erstes Winterweizen. Somit findet der Umbruch im Spätsommer/Herbst statt.

Unsere Versuche 2015

  • Streifenversuch: Vergleich betriebsübliches / humusmehrendes Verfahren (Körnermais nach Körnermais wegen FF-Umstellung)
      - Betriebsüblich: Bodenbearbeitung mit Flachgrubber, Kombinierte Saat mit Zinkenrotor
      - Humusmehrend: "Bio-Strip-Till"
                                        - Feld mulchen
                                        - Streifen schälen
                                        - Streifen hacken
                                        - Streifen säen
                                        - Feld mulchen
                                        - Zwischenreihen mulchen oder flach hacken

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 12.05.2014

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