Auch beim Weizen schmeckt Bio anders 

Neues zur Weizenqualität

Für die Verarbeiter ist der Glutengehalt des Weizens ein Hauptkriterium der «Weizenqualität», was irreführend ist. Eigentlich sollte man im Zusammenhang mit Gluten gar nicht von Qualität, sondern von der «Eignung des Weizens für die technische Verarbeitung» oder höchstens von «technischer Qualität» sprechen.

Für die Biolandwirte und die Konsumentinnen stehen bei der Qualität ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte im Vordergrund: Haben hohe Glutengehalte einen Einfluss auf die Intoleranz gegenüber Gluten? Immer mehr Landwirte versuchen alte Getreidearten anzubauen, die für die Menschen besser verdaulich sein sollten. Dazu kommt, dass Qualitätsbezahlungssysteme in Diskussion sind oder für Umstellungsweizen sogar bereits eingeführt sind.

Nachstehend werden laufend Artikel aufgeschaltet, welche die Ergebnisse verschiedener Abklärungen und die Entwicklung der Diskussionen rund um die Weizenqualität aufzeigen. mcl

Bezahlung nach Proteingehalt bei Weizen ist Thema an der Bioackerbautagung vom 19.01.2016

(13.01.2016) Die Übernahmebedingungen für Knospe-Mahlweizen werden für die Ernte 2016 mit dem Kriterium Proteingehalt ergänzt. Darauf hat sich die ganze Branche im Sommer 2015 geeinigt. Zuschläge erfolgen ab einem Proteingehalt über 13 Prozent, Abzüge ab einem Proteingehalt unter 12 Prozent. Die festgelegten Abzüge bis zu einem Gehalt von 11 Prozent sind noch moderat. Wirklich schmerzhaft wird erst eine Deklassierung zu Futtergetreide für Posten unter 10 Prozent.

Im vergangenen Jahr wurde von den 176 gemessenen Einzelposten von verschiedenen Sammelstellen nur 1 Posten mit weniger als 10 Prozent Protein abgeliefert. Die meisten Anlieferungen, nämlich 125 erreichten die minimale Grenze von 12 Prozent. Bei solchen Werten drängt sich keine Änderung der Bewirtschaftung auf. Bei tieferen Werten müssen folgende Punkte überprüft werden:

  1. Stellung in der Fruchtfolge
  2. Sorte
  3. Stickstoffdüngung

In der Regel kann der Proteingehalt durch eine Optimierung dieser drei Faktoren auf ein preisneutrales Niveau gesteigert werden. Auf durchschnittlich gut versorgten Böden lohnt sich der Einsatz von zusätzlichem Dünger wegen der Proteinbezahlung in der Regel nicht. Beim Dünger ist die Stickstoffverfügbarkeit zum richtigen Zeitpunkt entscheidend und nicht die Menge allein. Aus Sicht der Fachgruppe Ackerkulturen von Bio Suisse sollen mit der Einführung der Proteinbezahlung keine falschen Anreize für einen vermehrten Einsatz von stickstoffhaltigen Handelsdüngern geschaffen werden. Ausnahmen sind Grenzstandorte mit tiefem Viehbesatz und einem Ertragsniveau von deutlich unter 40 Dezitonnen pro Hektare. Auf solchen Standorten ist der Anbau von Qualitätsweizen aber in Zukunft sowieso in Frage gestellt. Dinkel und Roggen sind hier die Alternativen. HD

Bioackerbautagung am 19.01.2016 am FiBL in Frick

Die Gehaltsbezahlung beim Bioweizen wird auch an der Bioackerbautagung ausführlich behandelt. Hier ein paar Stichworte zu weiteren Themen: Dinkel, Ölsaaten, Lupinen, Mischkulturen, Agroforst, Gras als Dünger, Nährstoffversorgung.

Weiterführende Informationen

Bioackerbautagung 2016 (Rubrik Agenda)

Qualität (verschiedene Artikel in der Rubrik Getreide)

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Film: Verarbeitungsqualität von Bioweizen

(24.12.2015) Vertreterinnen und Vertreter der Bioweizen-Wertschöpfungskette stellen im Film ihre Standpunkte dar. Dazu werden die Voraussetzungen und Massnahmen für einen erfolgreichen Anbau von Bioweizen gezeigt.

Film (Rubrik Getreide)

Preisabstufung nach Proteingehalt nicht vor 2016

(10.07.2014) Im konventionellen Anbau wird ab 2015 die Proteinbezahlung bei Gehalten unter 12.5 und über 14 Prozent eingeführt. Für Bioproduzenten gelten diese Bestimmungen von Swiss Granum vorerst nicht. Eine Arbeitsgruppe von Bio Suisse diskutiert momentan die Vor- und Nachteile einer Qualitätszahlung. Vor 2016 ist mit keiner Einführung für Bioproduzenten zu rechnen. mgt hd

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Verbesserung der Bioweizenqualität

Durch Bio Suisse finanziertes Projekt 2010 - 2013, Ergebnisse und Schlussfolgerungen.

Präsentation (363.5 KB)

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Ein weiterer Schritt auf einem langen Weg

Die Backindustrie verlangt eine bessere Weizenqualität, wenn der Inlandanteil steigen soll. Die Branche traf sich zur Diskussion über die nötigen Massnahmen.

Artikel Zeitschrift bioaktuell 3/2014 (99.2 KB)

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Feuchtgluten: Interne Auseinandersetzungen nötig

Leserbrief von Christoph Meili (Biofarm).

Zeitschrift bioaktuell 7/2013 (63.2 KB)

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Feuchtkleber: Alles halb so wild?

Die Bäcker und Müller sind laut neuesten Aussagen grösstenteils zufrieden mit der Backqualität des inlandischen Biobrotweizens.

Artikel Zeitschrift bioaktuell 5/2013 (171.3 KB)

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Glutenmotion der Biofarm gutgeheissen

Keine Kompromisse bezüglich Gluten an der Delegiertenversammlung von Bio Suisse am 17. April 2013

Sorge bereitete den Delegierten die Forderung von Verarbeiterseite nach einem höheren Glutengehalt im Biobrotweizen. Sie sei ökologisch und gesundheitlich bedenklich. Nach einer angeregten Diskussion hiess die Versammlung einen Antrag von Christoph Meili von Biofarm gut, wonach Bio Suisse sich mit Nachdruck gegen zusätzliche Begehren der nachgelagerten Stufe engagieren soll. Der Vorstand hatte eine Rückweisung des Antrags unter Verweis auf die laufenden Arbeiten empfohlen. Die Delegierten wollten jedoch «gegenüber Verarbeitern und Grossverteilern sowie den steigenden Forderungen nach höheren Gluten, bzw. Feuchtkleberanteilen und der zunehmenden Fokussierung auf die Prozessqualität bei Broterzeugnissen» ein Zeichen setzen. Mit den Akteuren in der Wertschöpfungskette werden nun gegebenenfalls sogar Richtlinien geändert. sja

(Erschienen in der Zeitschrift bioaktuell 4/2013, Seite 22)

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Schweizer Bioweizen: Qualität gut, aber schwankend

Die Qualität von Schweizer Bioweizen sei gut, heisst es, doch gingen an den Sammelstellen immer wieder Posten ein, die nicht der geforderten Qualität entsprächen. Bio Suisse wollte wissen, wie es tatsächlich um den Schweizer Bioweizen steht und ob Handlungsbedarf besteht. Deshalb lancierte sie 2009 mit dem FiBL ein nationales Projekt zur Erhebung und allfälligen Verbesserung der Weizenqualität. Die Resultate der dreijährigen Untersuchung liegen nun vor.

Artikel Zeitschrift bioaktuell 1/2013 (107.6 KB)

Qualitätsweizenerzeugung im Biolandbau in Österreich

Die Broschüre enthält Ergebnisse aus niederösterreichischen und burgenländischen Praxisversuchen der Jahre 2006 bis 2012 zu unterschiedlichen Fragestellungen der Qualitätsweizenerzeugung im Biolandbau. Aspekte der Sortenwahl bzw. Sortenmischungen werden ebenso behandelt wie die Themen Nährstoffverfügbarkeit in Zusammenhang mit Vorfruchtwirkung, Züchtung und Fragen zur Produktqualität.

Qualitätsweizenerzeugung im Biolandbau (Webseite FiBL)

Bioweizen - Backqualität neu bewerten (Diskussion in Deutschland)

Bioweizen muss nach anderen Kriterien beurteilt werden. Gängige Messverfahren stufen die Backfähigkeit von Bioweizen in der Regel als mässig ein. Warum das nur bedingt zutrifft diskutiert ein Beitrag und zeigt Alternativen auf.

Bioweizen - Backqualität neu bewerten (Webseite Ökolandbau Nordrhein-Westfalen)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.01.2016

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