Biokartoffelsorten für den Handel Kartoffeln vorkeimen und früh düngen 

Kartoffelsorten für die Direktvermarktung

Direktvermarkter und Marktfahrer bauen meist viele Kulturen in kleinerem Umfang an, um ihren Kunden eine grössere Auswahl an Produkten anbieten zu können. Die Ansprüche an eine Kartoffelsorte sind deshalb anders als von stark spezialisierten Betrieben. Gefragt sind häufig Sorten, die einfacher in der Kulturführung sind oder Nischensorten, um sich besser vom Detailhandel abzuheben und seiner Kundschaft etwas Aussergewöhnliches anbieten zu können.

Dazu eignet sich beispielsweise die Kartoffelsorte «Laura», eine Tochter der altbekannten «Désirée», aber etwas einfacher im Anbau und besser im Geschmack. Sie ist mehlig kochend und ihre rote Schale wird gerne zur Unterscheidung von festkochenden Sorten genutzt.

Im Folgenden einige vom FiBL geprüfte festkochende Sorten, die sich besonders zur Direktvermarktung eignen:

  • «Coquine» weist alle erwünschten Eigenschaften für eine Biosorte auf wie sehr gute Resistenzen gegen die Krautfäule und Dürrfleckenkrankheit, gute Knollenqualität und Geschmack, doch das Ertragspotential ist rund 25 Prozent tiefer als bei handelsüblichen Sorten.
  • «Allians» ist auch wenig anfällig auf Krautfäule und besticht durch hervorragenden Geschmack und Aussehen, doch der Anbau ist etwas heikel wegen der Anfälligkeit auf Schorf und Rhizoctonia, deswegen gilt es das Pflanzgut vorzukeimen.
  • «Soraya» ist nicht ganz so resistent gegen die Krautfäule, dafür hat sie aber eine gute Knollenqualität, wenig Schorf und einen guten Ertrag.

Alte Lokalsorten wie «Blaue St.Galler» oder «Parli» sind Spezialitäten und können in Kleinmengen bei Pro Specie Rara oder der St. Gallischen Saatzucht bestellt werden. Diese Sorten sind schwierig anzubauen, bereichern aber als Hingucker das Angebot der Direktvermarkter.

Wer solche Nischensorten anbauen möchte, wendet sich am besten frühzeitig (noch im Herbst) an seinen Pflanzgutlieferanten, damit dieser die gewünschte Pflanzware in guter Qualität beschaffen kann.

Bei vielen dieser Nischensorten steht noch zu wenig Biopflanzgut zur Verfügung. Wer konventionelles (aber ungebeiztes!) Saatgut bezieht, muss eine Ausnahmebewilligung bei organicXseeds.ch beantragen. TG

Weiterführende Informationen

St.Galler Saatzucht

Sortenempfehlungen Biokartoffeln (FiBL-Shop)

Biokartoffelsortenprüfung (gleiche Webseite)

Biosaatgut-Datenbank (Webseite OrganicXseeds)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 19.11.2018

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