Leguminosen – produktiv aber anspruchsvoll 

Leguminosenmüdigkeit mit Test feststellen

Es ist anzunehmen, dass mit zunehmendem Anbau von Eiweisserbsen und Ackerbohnen vermehrt Probleme auftauchen werden. Dies auch deshalb, weil in der Schweiz häufig Zwischenfrüchte mit Leguminosen und Kunstwiesenbestände in die Fruchtfolge eingebaut werden, die als Zwischenwirte dienen können. Allerdings werden sie im Gegensatz zum Ausland in der Regel in Mischkulturen angebaut und nicht in Reinkultur als Weissklee, Luzerne oder Rotklee. Beim intensiven Konservenerbsenanbau ist die Leguminosenmüdigkeit schon lange bekannt. Im Ackerbau sind wir im Gegensatz zu Deutschland bisher verschont geblieben.

Verschiedentlich werden gelbe und keimschwache Bestände untergepflügt oder bei gestauchten Beständen wird die Ursache meistens bei der Bodenbearbeitung gesucht. Oft ist nach anfänglich guten Resultaten bei Eiweisserbsen und Ackerbohnen ein Ertragseinbruch festzustellen, der nicht erklärt werden kann.

Neuer Test

Am FiBL wurde der Bodenmüdigkeitstest von Bouhot für die Bestimmung der Leguminosenmüdigkeit adaptiert. Mit Hilfe dieses Tests wurden schwache Bestände oder solche, die nicht richtig auflaufen, auf Leguminosenmüdigkeit überprüft. Bei ersten Anzeichen müssen gezielte Massnahmen ergriffen werden wie Umstellung der Fruchtfolge oder Befreiung der Parzelle von Leguminosen während 10 Jahren. Das Ziel dieses Projektes ist, diese Methodik zu überprüfen und in die Praxis einzuführen und sich einen ersten Überblick über die Situation in der Schweiz zu verschaffen.

14 Betriebe untersucht

Das FiBL hat auf 14 Betrieben (8 in der West-, 6 in der Deutschschweiz) mit hohem Körnerleguminosenanteil Bodenproben genommen und den Test auf Leguminosenmüdigkeit durchgeführt. Die Betriebe waren uns unter anderem vom Projekt Mischkulturen bekannt und wurden von uns angefragt. Gleichzeitig wurden von allen Betrieben die Felddaten des betroffenen Schlages und die Fruchtfolge erhoben. Der Test ist präventiv, das heisst, er sollte auf Parzellen durchgeführt werden, auf denen Körnerleguminosen als Hauptkultur folgen. Bei Anzeichen auf Leguminosenmüdigkeit muss auf der betreffenden Parzelle mit dem Anbau von Leguminosen 10 Jahre zugewartet werden. Gewisse Betriebe haben aber auch ein gestauchtes Wachstum bei ihren Erbsen festgestellt und sind dadurch verunsichert und wissen nicht, ob es sich um ein Bodenstrukturproblem oder um Leguminosenmüdigkeit handelt. Bei solchen Betrieben wurde der Test in der Retropektive aufgenommen.

Drei Betriebe positiv getestet

Von den Betrieben in der Westschweiz wiesen 2 Betriebe auf einer bestimmten Parzelle geringe Anzeichen von Leguminosenmüdigkeit auf. Auf den beiden Parzellen war nicht klar, warum eine leichte Leguminosenmüdigkeit auftrat, denn die Anbaudaten wiesen auf keine wirkliche Gefahr hin. In der Deutschschweiz hat ein Betrieb im Kanton Bern deutliche Probleme mit Leguminosenmüdigkeit. Der Betrieb hat Erbsen nach einer mehrjährigen Kunstwiese angebaut. Eventuell war das der Grund, dass es zu einer Leguminosenunverträglichkeit kam. Diesem Betrieb wurde empfohlen, auf der entsprechenden Parzelle eine Anbaupause von 10 Jahren einzulegen.

Ausblick

Die Anzahl entnommener Proben war gesamthaft gering, denn die Arbeit für die Aufbereitung der Proben im Labor ist ziemlich hoch. Der Test sollte auf einer neuen Serie von verdächtigen Böden wiederholt werden, um eine sichere Einschätzung der Situation in der Schweiz machen zu können und um die Methodik noch zu verbessern. Einen entscheidenden Einfluss hat auch die Niederschlagsverteilung über das Jahr. In feuchten Jahren ist damit zu rechnen, dass sich die Krankheit schneller verbreitet als in trockenen Jahren.

Aktuell scheint das Problem der Leguminosenmüdigkeit in der Schweiz noch nicht so verbreitet zu sein. Wir müssen aber die Landwirte aufklären und auf der Hut sein. In Zukunft könnte dieses Problem besonders auf viehlosen Betrieben mit hohem Körnerleguminosenanteil verstärkt auftreten.

Der Text stammt aus der deutschen Zusammenfassung des französischen Berichts zum «Projet KABB 2015: Légumineuses: Prévention de la fatigue des sols» Autoren: Jacques Fuchs, Maurice Clerc, Hansueli Dierauer, Django Hegglin, Martin Roggli

Projet KABB 2015: Légumineuses: Prévention de la fatigue des sols (1.9 MB) (in französischer Sprache)

Poster: "Warum ist mein Boden müde?" (FiBL, 2015) (254.5 KB)
Poster: "Wie müde ist mein Boden?" (FiBL, 2015) (248.7 KB)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 11.04.2016

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