Praxisversuche zur Direktsaat von Mais Regulierung des Maiszünslers 

Ballone vertreiben Krähen aus dem Biomaisfeld

Von Jahr zu Jahr treten in jungen Maiskulturen unterschiedlich grosse Krähenfrassschäden auf. Für den Biologischen Landbau verstärkt sich das Problem dadurch, dass das Saatgut nicht gegen Krähenfrass gebeizt werden kann. Wo die Krähen die Wahl haben, bevorzugen sie die Felder von Biobetrieben, weil ihnen die ungebeizten Keimlinge besser schmecken.

Leider ist bisher keine einfache, natürliche Massnahme bekannt, mit der die Krähen verjagt werden könnten, nicht zuletzt weil diese intelligent und sehr anpassungsfähig sind. Von den Bauern und der landwirtschaftlichen Forschung bis zur schweizerischen Vogelwarte wird nach Lösungen gesucht.

Mais tief säen

Die wirksamste und umweltfreundlichste Massnahme ist, den Mais tief zu säen und zu walzen. In leichten Böden kann er bis acht cm tief gesät werden, in schweren Böden nicht tiefer als fünf bis sechs cm, da sich das Auflaufen sonst verzögert.Wichtig ist zudem, dass der Mais eher spät gesät wird, damit er im warmen Boden zügig aufwächst, so bleibt auch das Unkraut im Hintertreffen.

Gasballone mit andern Massnahmen kombinieren

Gasballone über dem Maisfeld schweben zu lassen ist eine Methode, Krähen von Maiskörnern und -pflänzchen fern zu halten. Durch die Bewegungen und den Schattenwurf bedeuten Gasballone für Krähen eine Bedrohung. Alu beschichtete Folienballone sind besser geeignet als Latex Ballone. Drei bis vier Ballone (Durchmesser 0.75 m) pro Hektare werden an einer maximal 20 Meter langen durchsichtigen Leine befestigt. Nebst Folienballone scheinen sich auch die kleineren Spiegelballone zu bewähren, dessen Stückzahl dann allerdings auf 6 bis 8 pro Hektare erhöht wird. Ballone sollen erst dann eingesetzt werden, wenn die Krähen Schaden anrichten können und wenn sie in der Kultur auftauchen. Bei zur frühem Einsatz kann es sein, dass sich die Vögel sich schon an die Ballone gewöhnt haben, wenn sie wirken sollten. Alle 3 bis 4 Tage sollten die Ballone mit anderen Massnahmen kombiniert werden.  Während eher trockenen, windarmen Witterungsperioden ist die Wirkung der Ballone am besten. Folien- und Spiegelballone können dank Rückschlagventil nachgefüllt werden. Bezugsquellen und Preise siehe Merkblatt «Krähen abwehren im Biofeld».

Ballone, Heliumgas und Abfüllhahnen können bei den drei folgenden Unternehmen zu vereinbarten, günstigen Konditionen bezogen werden (Material frühzeitig bestellen, Abfüllhahnen sind nur in beschränkter Zahl verfügbar):

  • Region Aargau/Zürich:
    Ballon-Müller AG, Herznach, AG,
    Tel. 062 867 90 30
    www.ballon-mueller.ch
  • Region Bern:
    Ballon-Müller Heimberg GmbH, Heimberg, 
    Tel. 033 439 90 30
    www.swissballon.ch
  • Region Westschweiz:
    Ballon-Müller Dif. Sàrl, Villars-St-Croix,
    Tel. 021 633 50 50
    www.mcparty.ch 
MaterialPreis
(Fr. pr Stück)
Folienballon leer (Durchmesser 75 cm)9.50
M-AH Mietabfüller für maximal 21 Tage25.00
HE1 Heliumflasche in Miete für zirka 21 Tage (8 Folienballone)55.00
HE2 Heliumflasche in Miete für zirka 21 Tage (15 Folienballone)85.00

Die Pangas-Depots (0844 800 300) und Carbagas-Depots (031 950 50 50) bieten Helium, aber keine Ballone und meistens auch keine Abfüllhahnen an.
Passende Nylonschnüre sind im Hobby Fachhandel zu finden.

Weitere Methoden

Andere mögliche Methoden sind die Vortäuschung eines Rupfs (kreisförmige Platzierung von schwarzen Federn), Knallpetarden und Apparate mit kombinierten optischen und akustischen Schreckeffekten, Plastikbänder, Windräder und Vogelscheuchen.  Diese wirken einzeln meist nur 1 bis 3 Tage, in Kombination auch etwas länger. Die intelligenten Vögel gewöhnen sich sehr schnell an alle Vertreibungsmassnahmen. Wirksame biologische Vergällungsmittel konnten bisher noch nicht gefunden werden.

Weiterführende Informationen:

Merkblatt Krähen abwehren im Biofeld (im FiBL-Shop)

Abwehrmassnahmen gegen Krähenfrass im Mais 2012 (494.6 KB) (Zwischenbericht zu den Praxisversuchen 2012)

Merkblatt Mais (im FiBL-Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.07.2012

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