ProfiCost Gemüse rechnet auch Biokulturen Biogemüse unter Glas im Aufwärtstrend 

Anforderungen an die Energieeffizienz im Biogewächshaus

Bio Suisse will für den gedeckten Bioanbau neben einer besseren Energieeffizienz durch Isolation, die bereits seit 2015 erfüllt werden muss, auch aus den fossilen Energieträgern für die Gewächshausheizung aussteigen. Dies soll mit einer Übergangsfrist für bestehende Bauten bis spätestens 2039 der Fall sein. Die neue Weisung zur Energieeffizienz (Richtlinien Teil II, Kapitel 2.7) ist seit dem 01.01.2019 in Kraft.

Anforderungnen an die Energiequelle

Gewächshäuser und Folientunnel auf Biobetrieben sollen grundsätzlich möglichst wenig geheizt werden. Wo eine Beheizung notwendig ist, muss diese mit erneuerbaren Energiequellen erfolgen. Für am 31.12.2019 bestehende und mit fossilen Brennstoffen beheizte Gewächshäuser gilt für Knospe-Betriebe eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2039. Detaillierte Übergangsbestimmungen werden in diesem Frühjahr noch diskutiert.

Anforderungnen an die Gebäudehülle

Gewächshäuser müssen grundsätzlich mit einer Gebäudehülle ausgerüstet sein, welche einen mittleren U-Wert (Wärmedämmwert) von maximal 2.4 W/m2K oder eine doppelte Gebäudehülle aufweist (Bio Suisse Richtlinien Teil II, Artikel 2.7.1). Dies kann erreicht werden mit isolierten Wänden (Doppelfolie oder einfache Folie bzw. Glas mit Noppenfolie) und isolierten Dachflächen (Doppelfolie oder einfacher Folie mit einem Energieschirm).

  • Sind diese Anforderungen erfüllt, können Gewächshäuser in der Periode vom 1. Dezember bis 28. Februar auf maximal 10° C geheizt werden.
  • Gewächshäuser, welche diesen U-Wert oder die baulichen Anpassungen nicht erfüllen, dürfen in der kalten Jahreszeit lediglich frostfrei gehalten werden bei maximal 5°C.

Zu beachten ist auch, dass für die Anzucht von Jungpflanzen Heizung und Beleuchtung ohne weitere Einschränkungen eingesetzt werden kann, sofern die Gebäudehülle die oben erwähnten Energieanforderungen erfüllt. Zu diesem Zweck kann auch in einem bestehenden Folientunnel, der die U-Wert Anforderungen nicht erfüllt, ein Abteil abgetrennt und zusätzlich isoliert werden, am besten mit Noppenfolie.

Eine Assimilationsbeleuchtung ist auch weiterhin nur bei der Anzucht von Pflanzgut und Vermehrungsmaterial, sowie bei der Mutterpflanzenkultur zur Stecklingsgewinnung zugelassen.

Treibereikulturen, wie Schnittlauch, Rhabarber, Löwenzahn oder Blumenzwiebeln sowie Grünsprossen welche auf Substraten (z.B. Kompost) angezogen werden können ganzjährig bis maximal 18°C beheizt werden, sofern das Gewächshaus die oben erwähnten Energieanforderungen erfüllt.

Temperaturen und Termine im Überblick

 

Martin Lichtenhahn (10.12.2012) / Martin Koller (überarbeitet 31.01.2019)

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.02.2019

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