Zellfusionsfreie Sorten im Gemüsebau Tomatenzüchtung heute und morgen 

Bring sie heim – aufgepasst bei der Karottenernte

Die Ernte vieler Lagergemüse hat schon begonnen oder steht unmittelbar an. Karotten sind – nicht nur im Bioanbau – das wichtigste Lagergemüse. Folgende Faktoren helfen beim Weg zum Erfolg:

1. Möhrenfliege

In Befallslagen müssen Karotten spätestens vier Wochen nach dem Flughöhepunkt geerntet werden. In dieser Zeit legen die Fliegenweibchen ihre Eier und die Maden schlüpfen. Zudem leben die ersten Madenstadien vor allem an den Seitenwurzeln und richten daher noch wenig Schaden an.

2. Blattkrankheiten

2018 gab es besonders viel Befall mit Echten Mehltau. Die Hauptsorte Bolero F1 ist dagegen normalerweise sehr robust und der Befall hat keinen grossen Einfluss auf den Ertrag und die notwendige Laubfestigkeit für die Ernte. Bei frühem Befall kann das hingegen anders sein, in Biokulturen ist aktuell noch kein Pflanzenschutzmittel dagegen bewilligt. Starker Alternariabefall, häufig auch mit Cercosporablattflecken vermischt, kann das Laub stark schädigen und bei hohem Befallsdruck auch den Rübenkopf. Der aktuelle Tau und Nebel fördern den Befall stark. Falls die Karotten noch länger im Boden bleiben und Blattflecken vorhanden sind, kann jetzt noch über eine Behandlung nachgedacht werden, dabei muss die Wartefrist von drei Wochen eingehalten werden. Der Echte Mehltau wird damit miterfasst.

3. Erntetemperatur

Wenn jetzt schon geerntet werden muss, weil die Karotten ihr Wachstum abgeschlossen haben, muss darauf geachtet werden, dass sie nicht zu warm ins Lager gestellt werden. Idealerweise bleiben die Paloxen über Nacht draussen und werden erst am Morgen, also abgekühlt, ins Lager gestellt. Es muss gewährleistet sein, dass die optimale Lagertemperatur von knapp über 0°C möglichst schnell erreicht wird. An Standorten wo nicht genügend bewässert werden konnte, sind die Karotten meist kurz. Solange die Wurzelspitze noch nicht abgerundet und das Laub nicht zu krank ist, besteht die Hoffnung auf weiteres Wachstum.

4. Bodenfeuchte

Nie bei zu trockenem Boden ernten. Vielerorts ist der Boden immer noch sehr trocken. Daher lieber in eine weitere Bewässerung investieren als die Karotten beim Ernten aufschürfen.

Natürlich gibt ein Posten mit grosse Karotten von 150-200 Gramm doppelt so viel Ertrag wie Karotten mit 75-100 Gramm. Das ist aber nur der Fall, wenn die grossen Karotten auch die gleich gute Ausbeute erreichen. Sobald einer der Faktoren kritisch wird, sollte geerntet werden. MK


Weiterführende Informationen

Weisse Watte am Lager: Sclerotinia-Fäule (Rubrik Biogemüsebau)

Biokarotten an den Schädlingen vorbei säen (Rubrik Biogemüsebau)

Merkblatt «Pflanzenschutzempfehlungen für den Biogemüsebau» (FiBL-Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28.09.2018

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