Gemüse mit Silage füttern – ein Denkanstoss Ramtillkraut – eine stark unkrautunterdrückende Gründüngungspflanze 

Sandhafer - eine fruchtfolgeneutrale Gründüngungspflanze

Diese alte Kulturpflanze ist als sehr rasch wachsende und bestens Unkraut unterdrückende Begrünung ideal für Gemüsefruchtfolgen, auch dank fehlender Verwandtschaften bei den Gemüsearten.

Merkmale

Sandhafer (Avena strigosa) ist eine alte europäische Kulturpflanze. Die Rispe erinnert an Hafer, die Kornausbildung ist aber eher wie bei Gräsern. Sandhafer gedeiht auf allen Bodenarten und durchwurzelt den Boden optimal.

Dank der sehr schnellen Anfangsentwicklung und der Bildung zahlreicher Blätter ist der Sandhafer ein Unkrautschreck, so dass höchstens ab und zu Wurzelunkräuter wie Winden den Kopf in die Höhe strecken können. Der dichte Aufwuchs bringt schnell grosse Mengen an organischer Masse, die auch als Silage für die Viehfütterung nutzbar ist. Durch das zügige Wachstum nimmt der Sandhafer schnell grössere Mengen von Reststickstoff auf und kann ihn so der Auswaschung entziehen.

Stellung in der Fruchtfolge

Dank seiner Fruchtfolgeneutralität eignet sich der Sandhafer in Reinsaat sehr gut als Gründüngung für Gemüsefruchtfolgen.

Anbautechnik

Der Sandhafer kann bis Anfang Oktober gesät werden. Bei Spätsaaten ab September entwickelt er sich häufig zu einer winterharten Pflanze und kann so in der Folgekultur im Frühjahr mit Durchwuchs leichten Ärger bewirken.

Der Anbau von Sandhafer ist vergleichbar mit demjenigen von Grasmischungen. Die Saatmenge beträgt 100 bis 120 Kilogramm pro Hektare, wobei für konkurrenzstarke Gründüngungen die höheren Aussaatstärken zu wählen sind.

Die Saat kann mit einem Krummenachersägerät oder allenfalls auch mit einem Düngerpendelstreuer erfolgen, wobei bei letzterem ein Durchgang mit der Walze empfehlenswert ist. Bei Trockenheit ist das Eindrillen auf zwei bis vier Zentimeter Saattiefe sicherer.

Sorte

Durch intensive Züchtung wurde aus zahlreichen Herkünften die Sorte Pratex selektioniert, die gemäss Züchterangaben Wurzelnematoden (Pratylenchen) bis zu 70 Prozent bekämpft und die Vermehrung von freilebenden Nematoden (Trichodoriden) verhindern kann. Pratex wird von verschiedenen Saatgutfirmen angeboten.

Martin Lichtenhahn

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 27.01.2011

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