Austausch von Hofdüngern zwischen Bio- und Nichtbiobetrieben 

Mikroorganismen als Pflanzenstärker

Das FiBL testet Mikroorganismen, Pflanzenextrakte und Kompostsäfte bei verschiedenen Pflanzen. Die Forscher untersuchen, ob die Produkte eine Wirkung zeigen. Wenn dies der Fall ist, schauen sie weiter, wie sie angewendet werden können.

Es gibt Bakterien und Pilze im Boden, die Phosphor und Stickstoff für die Pflanzen besser verfügbar machen können und somit deren Wachstum verbessern. Gewisse Pflanzen- oder Kompostextrakte stärken die Pflanze und steigern ihren Ertrag. Immer mehr werden Produkte mit den oben erwähnten Substanzen auf dem Markt angeboten. Nach mehreren Versuchen sieht das FiBL für einige der Produkte Anwendungsmöglichkeiten in nährstoffarmen Böden (vor allem Phosphor betreffend), bei extremen pH-Werten (=sehr alkalische oder saure Böden), oder im Falle von klimatischem Stress. Eine Kombination mit Kompost als Dünger wirkt sich meist sehr positiv aus. Es gibt jedoch kein Zaubermittel, das die klassischen Düngemittel ersetzen kann. Für die tropische Landwirtschaft könnte es interessante Anwendungen der erwähnten Produkte geben, besonders auf arme, ausgelaugte Böden.

Ein komplexes Thema

Die Erforschung der Substanzen ist nicht einfach. Deshalb arbeitet das FiBL mit anderen Instituten und Herstellern aus Europa zusammen. Die Forscher haben zuerst eine geeignete Methode entwickelt, um die Wirkungsweise zu verstehen. Zudem mussten sie eine molekularbiologische Technik entwickeln, die es erlaubt, die Persistenz einiger Bakterien zu beobachten, die zuvor in den Boden eingeimpft wurden. So können die Forscher sehen, wie die zugeführten Bakterien sich verhalten, sobald sie in Konkurrenz mit den ursprünglich vorhandenen Bakterien stehen. Schliesslich mussten die Forscher untersuchen, ob die Vielfalt an Pilzen, die in einer Symbiose mit den Pflanzen leben, durch die fremden Mikroorganismen oder Substanzen beeinflusst wird.
Die Labor- und Feldversuche wurden mit verschiedenen Kulturpflanzen durchgeführt: Mais, Tomaten, Weizen, Soja, Raigras, etc. Es kann zu unterschiedlichen Ergebnissen bei der Wirksamkeit zwischen Labor- und Feldversuchen sowie zwischen den verschiedenen Versuchsorten kommen. Die Wirksamkeit der Produkte hängt also von verschiedenen Faktoren ab, die analysiert werden müssen. Schliesslich muss beurteilt werden, ob der Einsatz der Produkte zu einer effizienteren Landwirtschaft beiträgt oder nicht.

Bereits bewilligte Produkte

In der Betriebsmittelliste des FiBL sind einige Produkte als Mikroorganismenpräparate (Bakterien, Mykorrhiza) sowie Boden-  und Pflanzenhilfsstoffe (Pflanzen- oder Algenextrakte, alleine oder zusammen mit Kalk, Gesteinsmehlen, Kleie, Melasse …) aufgeführt. Diese Produkte sind für die biologische Produktion erlaubt, da sie die Kriterien der im Biolandbau zugelassenen Betriebsmittel erfüllen. Das heisst aber nicht, dass sie durch das FiBL oder andere unabhängige Forschungsinstitute getestet wurden oder dass ihre Wirkung erwiesen wäre.  In der Schweiz werden diese Produkte, die ziemlich teuer sind, bis jetzt vor allem im Zierpflanzenbau, im Hobbygartenbau und auf Golfplätzen verwendet.
Unternehmen, die an der Vermarktung solcher Produkte interessiert sind, können deren Wirksamkeit durch das FiBL oder andere unabhängige Institute testen lassen.  mc/ct/drt

Betriebsmittelliste (FiBL-Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 17.08.2015

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