So können Biobetriebe Gärresten einsetzen ÖLN-Bodenanalysen unterschätzen den organischen Phosphor 

Einsatz von organischen Handelsdüngern im Bioackerbau

Auch in der Schweiz gibt es immer mehr Biobetriebe, die im Verhältnis zur Fläche zu wenig Dünger haben. Meistens besteht ein Defizit beim Stickstoff (N). Dieser kann auch im Bioanbau auf einfachste Weise „aus dem Sack“ gedeckt werden. Handelsdünger haben den Vorteil, dass sie vielseitig einsetzbar sind und kostengünstig ausgebracht werden können (gezielte N-Zufuhr). Im Biogemüsebau ist das gängige Praxis: Gemüsebaubetriebe halten in der Regel kein Vieh und können daher den Nährstoffbedarf der intensiven Kulturen nur teilweise über Mist und Kompost ausgleichen. Der im Biolandbau angestrebte Nährstoffkreislauf ist in diesem Fall nicht geschlossen.

Der Einsatz von organischen Handelsdüngern war früher nur in Kulturen mit hohem Produkterlös ökonomisch sinnvoll. Durch den Preisabschlag in den letzten Jahren ist der Einsatz auch bei den herkömmlichen Marktfrüchten (Mais, Kartoffeln und Getreide) als Ergänzung zu Hofdüngern interessant geworden. Im Kartoffelanbau kann mit Handelsdüngern problemlos ein Mehrertrag von zehn bis zu 30 Prozent erzielt werden. Zudem wird vermutet, dass die Grunddüngung mit Mist und der Einsatz von Gülle den Befall von Schorf- und Dry Core fördert.

Gemeinsame Versuche des FiBL und der Firma Hauert in Getreide und Kartoffeln haben gezeigt, dass die Ertrags- und Qualitätssteigerung im Winterweizen zu gering sind und sich ein Einsatz von Handelsdüngern in der Regel nicht lohnt. Die Kartoffeln reagierten hingegen schon ab einer Menge von 30 kg N (Biorga Quick®) mit einem Mehrertrag, der die Kosten des Düngers und der Ausbringung abdeckt.

Für weiterführende Informationen siehe:
Merkblatt Biokartoffeln (FiBL-Shop)
Bericht Stickstoffversuch bei Biokartoffeln 2006
Betriebsmittelliste (Bioregelwerk)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.03.2012

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