Zusammenarbeit zwischen Bio- und ÖLN-Betrieben im Feldbau Anbau von GVO-Pflanzen in der Schweiz: Was würde das für die Bauern bedeuten 

Wenn Biobetriebe Neuland antreten

Der Bioackerbau wächst; dank neuer Betriebe aber auch durch Flächenzunahmen bestehender Biobetriebe. Beim Erwerb oder der Zupacht von konventionellen Flächen gilt es folgende Punkte zu beachten:

  • Der Biobetrieb behält den Biostatus.
  • Das Neuland erhält den Biostatus jedoch erst nach einer zweijährigen Umstellfrist.
  • Die Ernteprodukte aus diesen Flächen gelten während der Umstellungszeit als Umstellware.
  • Der Neulandantritt muss vor dem Stichtag im Frühjahr erfolgen und die Flächen müssen ab dem 1. Januar nach den Bio Suisse Richtlinien bewirtschaftet werden. Ist das nicht der Fall, müssen die Produkte konventionell vermarktet werden.
  • Vor dem 1. Januar ausgesäte Kulturen dürfen unter der Umstellungs-Knospe vermarktet werden, sofern der Produzent schriftlich bestätigt, dass die betreffende Kultur ab Aussaat biokonform angebaut worden ist. Falls dies nicht der Fall ist, müssen diese Kulturen konventionnell vermarktet werden.

Vermarktung und Verwendung von Umstellungsprodukten

Zurzeit können Futtergetreide, Mais und Körnerleguminosen zu Futterzwecken als Umstellungsprodukte mit dem Biopreis vermarket werden.

Heu oder Grassilage aus eigener Umstellungsfläche kann bis zu einem Anteil von 60 Prozent der Ration im Betrieb verfüttert oder an andere Biobetriebe verkauft werden, wobei der Anteil an zugekauftem Umstellungsfutter höchstens 30 Prozent der Ration ausmachen darf.

Parallelproduktion

Bei Parallelproduktion gleicher Kulturen in Vollknospe- und Umstellungsqualität muss normalerweise die gesamte Produktion der betreffenden Kultur als Umstellungsware verkauft werden. Brotweizen und Futterweizen gelten aber als verschiedene Kulturen, ebenso Körnermais und Silomais. Deshalb ist hier eine Parallelproduktion ohne Ausnahmebewilligung möglich.

Bei den übrigen einjährigen Kulturen, welche äusserlich nicht eindeutig unterscheidbar sind, ist eine Parallelproduktion nur möglich mit einer vorgängiger Ausnahmebewilligung der MKA - Markenkommission Anbau von Bio Suisse. (Bio Suisse-Richtlinien Teil II, Kap. 1.4 Neulandantritt)

Mehrjährige Kulturen

Bei Produkten von mehrjährigen Kulturen ist eine Parallelvermarktung (Umstellung- und Voll-Knospe) grundsätzlich möglich, wenn Warenflusstrennung und Rückverfolgbarkeit gewährleistet sind und vorgängig eine Meldung an die Zertifizierungsstelle gemacht worden ist. (Bio Suisse Richtlinien, Teil II, Art. 1.4.4)

Weiterführende Informationen

Vermarktung in der Umstellungszeit (Rubrik Umstellung)

Das Bioregelwerk (Bio Suisse-Richtlinien, Teil II, Kap. 1.4 Neulandantritt)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 23.11.2017

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