«Felderhebungsblätter Bioobstbau», das praktische Hilfsmittel für die visuelle Kontrolle Bioindustriekirschen: Pflanzenschutz lohnt sich 

Biokernobst: Pflanzenschutzmassnahmen ab Juli

Der Hauptfokus im Pflanzenschutz richtet sich in der verbleibenden Zeit bis zur Ernte gegen die Regenflecken-Verschmutzungskrankheit, welche nebst dem Schorf die grössten Ernteausfälle im Bioanbau bewirken kann. Weitere Gefahren für eine gesunde Ernte gehen vom Apfelwickler und von Lagerkrankheiten aus.

Regenfleckenkrankheit

Die Regenleckenkrankheit kann im Bioanbau neben Schorf die grössten Ernreausfälle bewirken. Die Gefahr eines Befalls nimmt bei feuchterer Witterung und vermehrter Taubildung ab der zweiten Julihälfte zu. Speziell gefährdet sind Anlagen mit Vorjahresbefall sowie spätreife Sorten. Die beste Wirkung gegen Regenfleckenkrankheit ist mit Armicarb zu erzielen. Bei häufigen Anwendungen und je nach Witterung und Sorte können jedoch Blattreizungen auftreten. Armicarb kann mit Granuloseviruspräparaten gemischt werden und sollte bei gefährdeten Sorten bis eine Woche vor der Ernte eingesetzt werden. Mit der Zugabe von Schwefel können gleichzeitig auch der Schorf und der Mehltau reguliert werden.

Apfelwickler

In frühen bis mittleren Lagen ist mit einer zweiten Apfelwicklergeneration zu rechnen, so dass Behandlungen mit einem Granuloseviruspräparat im Abstand von acht Sonnentagen bis eine Woche vor der Ernte fortgeführt werden sollen.

Lagerkrankheiten

Ebenfalls noch zu grossen Ausfällen können Lagerkrankheiten führen, speziell durch Gloesporium (Lentizellenfäule) verursacht. Hauptsächlich gefährdet sind Sorten mit grossen Lentizellen wie die im Bioanbau stark verbreitete Sorte Topaz oder Pinova. Niederschläge im Sommer und kurz vor der Ernte begünstigen eine Infektion. Zur Problemlösung hat sich in der Praxis das Heisswassertauchen bei 49 bis 52 Grad Celsius gut etabliert. Wo diese Methode nicht zur Verfügung steht, aber auch zur Verhinderung von Frühbefall empfiehlt es sich, gefährdete Sorten ab Mitte Juli bis drei Wochen vor der Ernte alle zwei Wochen mit dem Tonerdepräparat Myco-Sin (6-7 Kilo pro Hektare) zu behandeln. Myco-Sin darf nicht mit dem Granuloseviruspräparat und Armicarb gemischt werden.

Weiterführende Informationen

Merkblatt Pflanzenschutz im Biokernobstbau (FiBL-Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 09.07.2012

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