Empfindlichkeit von Birnensorten auf Neem Regulierung der Kirschenfliege 

Äpfel: Regulierung des Apfelblütenstechers

Der Apfelblütenstecher ist ein weit verbreiteter Schädling, der vor allem in der Nähe von Waldrändern und bei schwachem Blütenansatz starke Schäden verursachen kann. Zwischen Ende März und Anfang April kann das Auftreten der Käfer mit Klopfproben bei Temperaturen > 12 °C überwacht werden. Die Schadenschwelle liegt bei 10-40 Käfern pro 100 Äste.

Im biologischen Anbau waren früher keine Mittel zur Regulierung des Schädlings zugelassen. Mit Spinosad (Handelsname „Audienz“) steht seit einiger Zeit ein neuer Wirkstoff zur Bekämpfung des Apfelblütenstechers zur Verfügung. Spinosad ist eine Mischung aus zwei sekundären Metaboliten (Spinosyn A und D), die bei der aeroben Fermentation eines Bodenbakteriums (Saccharopolyspora spinosa) gebildet werden. Spinosad hat eine hohe Bienentoxizität, die jedoch nur besteht, solange der Spritzbelag noch feucht ist. Einmal angetrocknet stellt der Spritzbelag keine Gefahr mehr dar.

Da die Wirksamkeit von Spinosad gegen den Apfelblütenstecher bei wiederholter Anwendung zunimmt, ergibt sich ein interessanter Handlungsspielraum:

  • In Jahren mit schwachem Blütenansatz und starkem Auftreten der Käfer sind zwei Anwendungen mit 0,02 Prozent Audienz angebracht, um Schaden an den Blüten zu vermeiden.
  • In Jahren mit schwachen bis mittleren  Blütenansatz und einem Käferbesatz knapp über der Schadenschwelle kann eine einmalige Behandlung ausreichen, um noch von der erwünschten Ausdünnwirkung durch den Käfer zu profitieren.
  • In allen übrigen Fällen ist keine Bekämpfung notwendig. Die Behandlung sollte mit einer Aufwandmenge von 0,32 Litern pro Hektare kurz nach Knospenaufbruch (Stadium B-C, 52-53 BBCH) erfolgen, eine eventuelle 2. Behandlung  10 Tage später. Eine  gute Benetzung ist ausschlaggebend für den Bekämpfungserfolg.

Für weiterführende Informationen siehe:
Merkblatt Pflanzenschutz im Biokernobstbau

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 14.04.2010

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