Äpfel: Regulierung des Apfelblütenstechers Mäusebekämpfung 

Regulierung der Kirschenfliege

In den letzten Jahren ist die Kirschenfliege verstärkt aufgetreten. An manchen unbehandelten Bäumen waren über 90 Prozent der Kirschen madig. Massnahmen zum Schutz der Früchte sind deshalb unerlässlich. 

Gelbfallen

Zur Flugüberwachung und zum Massenfang können Gelbfallen (Typ Rebell®) eingesetzt werden. Für die Flugüberwachung genügt eine Falle pro Kirschensorte. Für den Massenfang sind 3-10 Fallen pro Hochstammbaum nötig. Die Anzahl der benötigten Fallen ist von der Baumgrösse abhängig: bei Kronendurchmesser <2 m genügen 3-4 Fallen, bei Kronendurchmesser 2-6 m sind 5-7 Fallen nötig, noch grössere Bäume benötigen 8-10 Fallen. Die Fallen müssen vor dem Beginn des Fluges, d.h. vor Mitte Mai, montiert werden. An frühen Standorten und bei warmer Witterung kann der Flug der Kirschenfliege aber schon deutlich früher einsetzen. 

Um die Fangquote der Fallen zu verbessern, können die Rebell-Fallen um einen Köderstoff ergänzt werden. Als Köder eignet sich alles, was stark riecht. Sehr effektiv sind Fischabfälle (Meeresfisch), Hühnermist oder der organische Flüssigdünger Lysodin-Algafert (Andermatt Biocontrol). Der Köderstoff wird in kleine PET-Flaschen gefüllt und unter die Fallen montiert.  

Netz auf Baumscheibe

Eine weitere Möglichkeit, die Kirschen zu schützen, ist die Abdeckung der Baumscheibe mit engmaschigen Netzen (Maschenweite 0.8 mm, ganze Baumscheibe abdecken und Netzränder beschweren oder eingraben). Die Netze verhindern, dass die Fliegen, die aus den im Boden überwinternden Puppen schlüpfen, zu den Kirschen gelangen. Die Netze müssen zwingend vor Flugbeginn der Kirschenfliegen ausgelegt werden. Der Mindestabstand zu Kirschbäumen ohne Abdeckung sollte 200 m betragen. Falls durch Frost die Ernte bei den benachbarten Bäumen ausfällt, ist ein Mindestabstand von 800-1000 m nötig, da in diesem Fall mit einer verstärkten Wanderbewegung der Fliegen zu rechnen ist.

Naturalis-L

In Halb- und Niederstammanlagen kann mit der Behandlung der Baumkrone mit dem Pilz Beauveria bassiana (Produkt «Naturalis-L») der Befall der Früchte mit Maden um 70 Prozent gesenkt werden. Etwa 7 Tage nach Flugbeginn wird die erste Behandlung (2.4 Liter Naturalis-L mit 1000 bis 1600 Liter Wasser pro Hektar) durchgeführt. Wichtig ist eine optimale Applikationstechnik und gut geschnittene Bäume, um eine vollständige Benetzung der gesamten Baumkrone auf Tropfnässe zu erreichen. Da die Pilzsporen recht schnell durch UV-Strahlen inaktiviert werden, ist alle 7 Tage eine neue Behandlung fällig. Die letzte Applikation sollte 7 Tage vor der Ernte ausgebracht werden, um auch später schlüpfende Fliegen zu treffen. Je nach Reifezeitpunkt der Sorten sind somit 3 bis 5 Spritzungen nötig.

Anwendungsfehler vermeiden

Erfahrungen im Praxiseinsatz im Jahr 2009 zeigten, dass 40 Prozent der befragten Betriebe mit der Behandlung befriedigende Resultate erzielten. Bei 30 Prozent der Betriebe war die schlechte Wirksamkeit auf klare Anwendungsfehler zurückzuführen. Hauptfehler waren:

  • Der zu späte Behandlungsbeginn.
  • die zu langen Abstände zwischen den Spritzungen sowie zwischen der letzten Spritzung und der Ernte.

Insgesamt ist Naturalis-L ein geeignetes Mittel um Kirschenfliegen in Niederstamm- und Halbstammanlagen zu bekämpfen.

Bodenimpfung bei Hochstämmen?

Als Alternative zur Spritzung der Baumkrone bei grossen Hochstammbäumen wird derzeit die «Impfung» des Bodens mit dem Nutzpilz Beauveria bassiana geprüft. Die Ausbringung des Pilzes erfolgt auf beimpften Gerstenkörnern. Mit dieser Methode sollen die unter den Bäumen schlüpfenden Fliegen vom Pilz infiziert werden, noch bevor sie ihre Eier in den Früchten ablegen können. Die Bodenimpfung ist aber noch nicht ganz praxisreif. Es sind noch weitere Versuche nötig, um den Einfluss der Witterung und des Bodentyps auf die Behandlung genauer zu untersuchen.

Seitliche Netze

In neu gepflanzten Niederstammanlagen, die über ein Regendach verfügen, kann die seitliche Montage feinmaschiger Netze eine sinnvolle und wirksame Massnahme gegen die Kirschenfliege sein. Für schon infizierte Anlagen sowie für Hochstammbäume taugt diese Methode hingegen nicht.

Für weiterführende Informationen siehe:

Merkblatt Kirschenfliege (FiBL-Shop)
Merkblatt Pflanzenschutz im Biosteinobstanbau (FiBL-Shop)
Merkblatt Erstellen einer Niederstammanlage (FiBL-Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 25.01.2008

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