Einsatz von Mauerbienen in Bioobstanlagen Zwei Merkblätter zur Anbautechnik im Bioobstbau 

Mit Wildbienen Obstbäume bestäuben

Voraussetzung für regelmässige und qualitativ gute Erträge in landwirtschaftlichen Kulturen, insbesondere im Obstbau, ist eine genügende Bestäubung. Der Bestand des weitaus wichtigsten Bestäubers, der Honigbiene, ist aber in den letzten Jahren stark rückläufig Stressfaktoren wie Parasiten und Krankheiten, möglicherweise aber auch der Einsatz gewisser Pflanzenschutzmittel sowie der starke Rückgang aktiver Bienenhalter gefährden mehr und mehr eine sichere Bestäubung.

Die Suche nach leistungsfähigen, alternativen Bestäubern für den Obstbau ist auch deshalb zwingend, weil sich die Honigbiene bei der vermehrten Verwendung von geschlossenen Anbausystemen mit Hagelschutz oder Ganzeinnetzung zur Feuerbrandprophylaxe wenig eignet. Ebenso ist die Bestäubungsleistung der Honigbiene für das früh blühende Steinobst bei kühler Witterung ungenügend.

Mauerbienen sind sehr effektiv

Das grösste Potential die Biene bei ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen, haben neben Hummeln die im Boden nistenden Sandbienen und vor allem die oberirdisch nistenden Mauerbienen. Mauerbienenarten sind sehr effektive Bestäuber auf Obstbäumen, da sie sehr ortstreu sind und schon bei Temperaturen ab 3 °C im Umkreis von 50 bis 300 Meter um ihr Nest sammeln, ohne sich von Massentrachten wie Löwenzahn abzulenken. Durch die Lagerung im Kühlraum können Mauerbienen gezielt zu Beginn der Obstblüte in gewünschter Anzahl freigelassen werden.

Natürliche Populationen lassen sich in Niederstammanlagen aufbauen durch das Anbringen von Nisthilfen und das Ansiedeln frühblühender Pflanzenarten.

Nisthilfen

Als Nisthilfen sind Holzklötze mit Bohrlöchern und Bambusstücke ideal (Bild). Diese sollten in einem regen-, wind- und vogelgeschützten Gehäuse mit fester Rückwand, möglichst südöstlich und unbeschattet exponiert in der Mitte der Anlage aufgestellt werden. Für die zwei wichtigsten Arten sollte der Lochdurchmesser folgende Masse aufweisen:

  • 6-9 mm für die Rote Mauerbiene
  • 7-10 Millimeter für die Gehörnte Mauerbiene

Frühblühende Pflanzenarten

  • Förderung der Frühblüher (zum Beispiel Taubnessel, Günsel, Huflattich, Kreuzblütler) in den Fahrgassen sowie Rand- und Seitenstreifen durch alternierenden und extensiven Schnitt (nicht mulchen).
  • Einsäen artenreicher Fahrgassenmischungen (im Handel erhältlich) mit frühblühenden Arten.
  • Weiden anpflanzen in der Nachbarschaft (vor allem Salweide).

Mit optimal abgestimmten Förderungsmassnahmen lassen sich schnell Populationsgrössen aufbauen, die als Ergänzung zu Honigbienen einen entscheidenden Beitrag zur Ertragssicherung leisten. ah

Weiterführende Informationen

Einsatz von Mauerbienen in Bioobstanlagen (gleiche Rubrik)

Faktenblatt «Wildbienen und Bestäubung» (FiBL-Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 16.01.2014

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